Der Bad Breisiger Maler Eberhard Marx hat den Raumfahrer Alexander Gerst in Öl gebannt
Konterfei vom Sympathieträger
Bad Breisig. Seit einiger Zeit schon malt Eberhard Marx bevorzugt Türme aus unglaublichen Bestandteilen. Lässt ihn das in schwindelnde Höhen abheben? Jedenfalls hatte der Bad Breisiger Künstler zum 100. Geburtstag von Wernher von Braun, angeregt von Dr. Olav Pryzibilski von der TU Dresden, ein Portrait von Wernher von Braun gefertigt, das zehn Gedenkmappen zierte, welche 2012 mit dem Weltraumfrachter ATV-3 „Edoardo Amaldi“ die Internationale Raumstation ISS ansteuerten. Signiert von der Besatzung der ISS, kehrten die Mappen zwei Jahre später nach 24.000.000 geflogenen Kilometern zur Erde zurück und eine von ihnen wurde zur Freude des Künstlers in Remagen von der Galerie Rosemarie Bassi ausgestellt. Nun hat Marx erneut einen Raumfahrer unter den Pinsel genommen. Gemeinsam mit seinem Bekannten Volker Schmid, Projektmanager beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Bonn, überlegte er: „Machen wir doch was für den Gerst“. Denn nicht nur Marx findet: „Alexander Gerst ist ein Glücksfall für die Raumfahrt“. Sein ungemein kommunikatives und freundliches Auftreten machte ihn zum Sympathieträger im All. Der 1976 in Künzelsau geborene Geophysiker und Astronaut startete im Mai 2014 an Bord eines Sojus-Raumschiffes vom Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan zur Internationalen Raumstation ISS. Sechs Monate verbrachte er als Wissenschaftsastronaut und Flugingenieur im Rahmen der ISS-Expeditionen im All und landete am 10. November 2014 wieder auf der Erde. Gerst, der elfte Deutsche im All, erhält am 9. Mai die Ehrenbürgerwürde der Stadt Künzelsau. Ihm zu Ehren richtet die Stadt auch die Raumfahrtausstellung „Helden. Unsere Elf im All“ aus.
Alle elf Astronauten werden präsentiert. Es gibt Fotos, Objekte, Filme und Simulationen einzelner Aspekte der Weltraumfahrt. Zur Eröffnung reiste Eberhard Marx mit seinem Ölgemälde von Alexander Gerst an. Dass der Sohn beziehungsweise der Enkel gut getroffen sei, bescheinigten sowohl der Vater als auch die Großmutter des Portraitierten. Der Maler zeigt ihn sitzend unter einem Stück Erde und vor blauschwarzem Himmel mit blinkenden Sternpunkten. Er trägt seine helle Raumfahrtmontur. Der Helm aber ist zurückgeschoben, das Headset noch in der Hand. So verschwindet der Astronaut nicht hinter seiner „Berufsrüstung“, sondern blickt den Betrachter direkt an, ernst aber freundlich, ein wenig Held, aber vor allem ganz viel Mensch, so wollte ihn Marx präsentieren. Am 16. Mai soll das Bild für einen guten Zweck zusammen mit ein paar anderen Raumfahrtartefakten versteigert werden. Dann wird es zwei Signaturen tragen, vorne die des Breisiger Künstlers und auf der Rückseite die vom Allreisenden Alexander Gerst.
