Die Marienkirmes in Niederbreisig hat ihre eigenen Traditionen
Kräutersegnung und neuer Schützenkönig
Die St. Marien-Schützen ermittelten traditionsgemäß ihren neuen König - Walter Menzel schoss den Vogel ab
Bad Breisig. Die St. Marien-Kirmes wird in der Quellenstadt nicht wie üblich gefeiert. Seit Jahren gibt es keinen Rummelplatz mehr; den „verwahrt“ sich Bad Breisig bis zum Zwiebelmarkt im September. Was sich die Pfarrkinder aber auch diesmal nicht nehmen ließen, war die große geistliche Feier zu Maria Himmelfahrt, dem Fest ihrer Patronin. Da der neue Pastor für die Pfarreigemeinschaft „Breisiger Land“ (Incl. Pfarrei St Maria Himmelfahrt) erst am 8. September kommt, war Alt-Pastor Lothar Brucker eingesprungen, um das festliche Hochamt zu zelebrieren. Der Marienchor unter Leitung von Carmen Scheuren sang Chorlieder aus der „Ettaler Liebfrauenmesse“ von Arthur Piechler und das festliche „Ave Maria“ auf eine Melodie von Georg Friedrich Händel. Während des Hochamtes wurden auch die Berge bunter Wildkräuter gesegnet, die von den Frauen der Niederbreisiger katholischen Frauengemeinschaft an den Vortagen rund um die Äcker der „Goldenen Meile“ gepflückt und zusammengetragen worden waren. In einer geselligen Runde hatten die mehr als 20 beteiligten Frauen unter dem schattigen Dach der Scheune des Katharinenhofs von Hilde und Karli Kurp die Kräuter zu farbenfrohen Sträußen gebunden. Vom Pastor gesegnet, wurden die Sträuße nach der Messe an die Besucher des Gottesdienstes, aber auch an Freunde und Verwandte verschenkt. Die Sitte geht zurück auf die Legende, dass man einst im Grab der Gottesmutter lediglich einen großen Blumenstrauß fand; sie selbst war zum Himmel aufgefahren. In der Niederbreisiger Pfarrei „Maria Himmelfahrt“ wurde die Jahrhunderte alte Sitte der Sammlung bunter Feldblumen von der Frauengemeinschaft stets gepflegt. Die gesegneten Kräuter gelten als Schutz vor Krankheit und sonstiger Unbill. Nach der Hl. Messe fand nach alter Tradition mit den bunten Sträußen eine Sakramentsprozession statt, die in einem festlichen Te Deum in der Pfarrkirche ausklang. Dann übernahm die St. Marien - Schützenbruderschaft unter Brudermeister Günter Müller die Regie für das Kirmesfest. Sie ehrte ihre Toten am Ehrenmal und marschierte unter klingendem Spiel zum Schützenplatz, um dort den diesjährigen Schützenkönig auszuschießen
Die Kranzniederlegung am Bußkreuz wurde in alter Tradition durchgeführt.. Foto: RÜ
Die zusammengetragenen bunten Blumen und Kräuter wurden von den fleißigen Frauen der katholischen Frauengemeinschaft St. Marien zu handlichen Sträußen gebunden. Foto: FA
Der neue König der Niederbreisiger Schützen heißt Walter Menzel. Foto: RÜ
Im festlichen Zug ging es nach dem Gottesdienst durch die Straßen der Stadt.Foto: RÜ
