Fabienne Schmidt und Florian Broska gewannen Titel bei den Halllen-Tennis-Rheinlandmeisterschaften der Damen und Herren
Meister ohne Satzverlust
Andernach. Ein Turnier wie aus einem Guss: Fabienne Schmidt und Florian Broska holten sich die Rheinland-Hallentitel im Andernacher Tennistreff Mittelrhein ohne Satzverlust. „Er war der klar beste Spieler im Feld“, lobte der unterlegene Finalist Philipp Gödtel den neuen Meister, und Fabienne Schmidt freute sich über die Wiederholung ihres Vorjahres-Erfolges: „Ein klares Ergebnis, aber die Spiele waren eng.“ Das Endspiel des vergangenen Jahres hatte Broska noch überraschend gegen seinen Bad Emser Vereinskameraden Dennis Gilberg verloren, diesmal konnte ihn keiner auf seinem Weg zum ersten Rheinlandtitel bremsen. „Nur im Viertelfinale war ich unkonzentriert und habe ein paar Spiele abgegeben“, meinte er, auf den zweiten Satz (7:6) gegen den deutsche Herren 40-Meister Lars Wellmann (TC Oberwerth Koblenz) anspielend. „Danach konnte ich mich von Match zu Match steigern.“
Im Emser Halbfinal-Duell hatte Julian Mädrich („Ich hatte erhebliche körperliche Defizite“) beim 2:6, 1:6 keine Chance, „mein Gegner war klar überlegen.“
Das Endspiel gewann Broska, „körperlich fit“ und mit dem Elan der Jugend, gegen den ungesetzten Bad Neuenahrer Gödtel ähnlich souverän (6:3, 6:2). „Ich habe vergeblich auf eine Schwächephase meines Gegners gehofft“, sagte Gödtel, der auf dem Weg ins Finale Titelverteidiger Gilberg und im Halbfinale den an Position eins gesetzten Andernacher Raphael Weiler („Ich habe mir erst nach 0:4-Rückstand im zweiten Satz mehr zugetraut, da war es zu spät“) ausgeschaltet hatte. „Mit meinen fast 30 Jahren konnte ich noch gut mithalten“, freute sich Gödtel trotz der Final-Niederlage.
Ein gutes Dutzend Spieler nahm teil am LK-Turnier der Herren, dessen Finale eine ganz knappe Sache war. „Es ging hin und her, ein bisschen Glück war auch dabei“, meinte Tobias Günster (TC Laudert), der sich in beiden Sätzen jeweils im Tiebreak (8:6 und 7:3) gegen Alexander Breitling vom TC BW Bad Ems durchsetzte. „Jeder hätte gewinnen können“, so Breitling. Ähnlich durchwachsen war das Interesse der Damen an ihrer LK-Runde, die von Günsters Vereinskameradin Anna Assmann in einem „engen Match gegen eine starke Gegnerin“ gewonnen wurde. Die unterlegene Neuwiederin Julia-Maria Münzel betonte nach dem 3:6, 4:6: „Man darf nicht vergessen, dass meine Gegnerin fast halb so alt ist wie ich.“
Das wohl erstaunlichste Resultat dieser Meisterschaft kam in der ersten Damen-Runde der Rheinland-Meisterschaft zustande, in der U14-Titelträgerin Liliana Danajlovski vom Andernacher TC, an Position vier gesetzt, gegen Lena Lindner aus Bad Neuenahr zweimal genullt wurde. „Sie hat mehr gegen sich und ihre Nerven gespielt“, erinnerte sich Lindner an das ungleiche Duell mit ihrer jungen Gegnerin. Für Lindner war Schluss im Halbfinale, das sie mit 3:6, 1:6 gegen ihre Vereinskameradin Michelle Schmitz verlor. „Mir steckte noch das Drei-Stunden-Match vom Vortag in den Knochen“, erinnerte Lindner an das 6:7, 6:4, 12:10 im Viertelfinale gegen Debbie Plein (TCGG Igel).
Im anderen Halbfinale hatte es Jugendmeisterin Jelena Vucic (HTC Bad Neuenahr) im zweiten Satz gleich zweimal in der Hand, die Partie gegen Fabienne Schmidt (TC Höhr-Grenzhausen) zu drehen: Bei 5:4- und 30:0-Führung sowie eigenem Aufschlag im zweiten Satz (erster Durchgang 2:6) und beim 5:0-Vorsprung im Tiebreak. „Im entscheidenden Moment mache ich unnötige Fehler“, ärgerte sie sich, „das war heute nicht mein Tag.“ Unzufrieden mit sich war am Ende des Final-Duells Schmidt vs. Schmitz die Verliererin. „So schlecht habe ich lange nicht mehr gespielt“, schimpfte Michelle Schmitz. Die erfolgreiche Titelverteidigerin Fabienne Schmidt kam mit der richtigen Taktik („Druck machen und der Gegnerin keine Möglichkeit zum Winner-Schlag geben“) zum 6:2, 6:3 in der letzten Begegnung des dreitägigen Turniers, bei dem „gutes Tennis geboten wurde“, wie Turnierleiter Kelling betonte. Thomas Wächtler
Rheinlandmeister Florian Broska (r., TC BW Bad Ems) nach der Siegerehrung mit dem Finalisten Philipp Gödtel (l., HTC Bad Neuenahr) und Turnierleiter Horst Kelling (m.).
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