Allgemeine Berichte | 15.07.2013

Traditioneller Schlemmerabend zum Auftakt der kulinarischen Woche in Bad Breisig

Midsommer und ein Ritter der Extraklasse

Eingerahmt von zwei blumenbekränzten Schwedenmädels v.li.: Bernd Weidenbach, Edelsteinkönigin Magdalena, Brunnenkönigin Anne, Emil Morsch, Christian Lindner.FA

Bad Breisig. Den festlichen „Schlemmerabend“ zum Auftakt der „Kulinarischen Woche“ verstehen die Gastronomen der Quellenstadt schon seit nunmehr 40 Jahren zu einem jeweiligen Höhepunkt des Jahres zu gestalten. Mit enormem Einsatz wurde auch diesmal wieder der Außenbereich rund um die Saunen der Römer-Thermen zu einem einladenden Gartenrestaurant umfunktioniert.

„Midsommer“, open air gefeiert

Es wurde ein Sommerabend, wie er im Buche steht. Alles spielte sich ab unter dem Titel „Midsommer“. Skandinavisch war der Festplatz herausgeputzt, schwedisch war die Musik, und skandinavisch war das Speisenangebot, das sich die zehn Meisterköche der quellenstädtischen Gastronomie hatten einfallen lassen. Also: Note eins für die wieder einmal hervorragende Kochkunst der Bad Breisiger Küchen - Zauberer. Neben gutem Essen stand der Ritterschlag für den neuen „Ritter der Kulinarischen Tafelrunde“ im Mittelpunkt des Abends. Mit Emil Morsch, dem Vorstandschef der Birkenfelder Stefan-Morsch-Stiftung, hatte sich diesmal ein besonderer Aspirant für das Ehrenamt zur Verfügung gestellt. Für seine Hilfsorganisation schenkten ihm die Veranstalter fünf Euro von jeder Eintrittskarte, eine Geste, die der unermüdlichen Kämpfer gegen die Leukämie sichtlich rührte. In seiner Begrüßungsansprache stellte Bürgermeister Bern Weidenbach Emil Morsch und seine Vorgänger im Amt des „Ritters“ vor. Grüße des Landrats überbrachte Kreisbeigeordneter Horst Gies, und er tat dies mit viel Komplimenten für die Quellenstadt und die Leistungen der Gastronomen. Ein besonderer Gast in Begleitung von Emil Morsch war die charmante Edelstein-Königin Magdalena I. aus Idar-Oberstein.

Die Laudatio für Emil Morsch

Die Aufgabe des noch amtierenden „Ritters“ Christian Lindner war es, seinen Nachfolger Emil Morsch per Laudatio in sein Amt einzuführen. Er tat dies in einer bewegenden Rede, indem er die Lebensleistung des designierten „Ritters“ schilderte. „Der Weg Emil Morsch’s verdient allgemeine Hochachtung. Ich spreche von einem Menschen, den einer der schlimmsten Schicksalsschläge getroffen hat, der einem widerfahren kann: Der Verlust eines Kindes in den hoffnungsvollsten Jahren.“ Er bezieht sich damit auf den Tod des an Leukämie erkrankten Sohn Stefan Morsch. Er wurde nur 14 Jahre alt. Entgegen aller Erwartung erstickt die Aktivität des Emil Morsch nicht in Trauer und Verzweiflung. Er gründet die Stefan Morsch - Stiftung. Er will anderen helfen im Kampf gegen die Leukämie und baut die erste Knochenmark - Spenderdatei auf. Emil Morsch wird zu einem Hoffnungsträger für die vielen Betroffenen, für die es wenig sachkundige Hilfe gibt. Der Laudator resümiert: „Anders als in den 80ger Jahren haben heute an Leukämie erkrankte Kinder zu 90 Prozent Heilungschancen. Auch dank Emil Morsch, der im Namen und im Geiste seines Sohnes bis heute unermüdlich hilft. Dafür unsere Hochachtung.“

Der Ritterschlag

Der große Beifall des beeindruckten Publikums begleitet anschließend Emil Morsch’s Weg zur Bühne. Er dankte dem Laudator: „Ihre Worte haben viele Gefühle in mir wieder wach gerufen. Helfen habe ich zu meiner Lebensaufgabe gemacht, und ich bin dankbar, dass ich gerade in Bad Breisig dafür so viel Unterstützung habe.“ Es half nichts: Brunnenkönigin Anne rief ihn zurück zur banalen Wirklichkeit: Sie verlas die in Altdeutsch verfasste „Regularia“, der sich die Ritter der Tafelrunde unterwerfen müssen. Dann zwang sie den „Delinquenten“ auf die Knie und schlug ihn per überdimensioniertem Kochlöffel zum 23. „Ritter der kulinarischen Tafelrunde Bad Breisig“. Horst Dreesbach verlas als Vorsitzender der Werbegemeinschaft die Verpflichtungserklärung und dem neuen „Ritter Emil“ blieb nicht erspart, sich als Galionsfigur der Bad Breisiger Gastlichkeit schriftlich zu bekennen.

Er tat das auch verbal in seiner „Grundsatzrede“. In Reimform bedankte er sich für die Ehre, „Botschafter der guten Bad Breisiger Gastronomie“ sein zu dürfen. Er lobte „Die Virtuosen aus der Küche..,die für Geschmack und Wohlgerüche.. so manches Gute schon erbracht,.. so dass so mancher Gaumen lacht... Ihr guter Ruf drang in die Welt.. bis weit hinauf nach Birkenfeld… Der neue Ritter dankte für die Freundschaft, die er und seine Stiftung in so reichem Maß in Bad Breisig erfahren haben. Er versprach, während der Kulinarischen Woche Bad Breisiger Restaurants noch häufiger zu besuchen, als er es ohnehin tut. „Ich sag es stolz und aus eigenem Antrieb: Ich habe Euch und Bad Breisig lieb. Ich mag die Stadt, nicht zu vergessen, besonders hier das gute Essen.“ Dank der prächtigen musikalischen Unterhaltung wurde es eine lange, fröhliche Nacht. Die „Kulinarische Woche“ ist eingeläutet - zehn Restaurants erwarten ihre Gäste.

Brunnenkönigin Anne schlägt Emil Morsch zum Ritter.

Brunnenkönigin Anne schlägt Emil Morsch zum Ritter.

Eingerahmt von zwei blumenbekränzten Schwedenmädels v.li.: Bernd Weidenbach, Edelsteinkönigin Magdalena, Brunnenkönigin Anne, Emil Morsch, Christian Lindner.Fotos: FA

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