Jobcenter im Kreis Ahrweiler nimmt teil an ESF-Bundesprogramm
Neue Chance für Langzeitarbeitslose
Kreis Ahrweiler. Viele langzeitarbeitslose Menschen wollen gerne wieder arbeiten. Sie sind motiviert und dankbar, wenn sie die Chance erhalten, wieder ins Berufsleben zurückkehren zu können. 100 Menschen aus dem Kreis Ahrweiler, die seit langem ohne Job sind, können nun neue Hoffnung schöpfen. Mit Hilfe des „Programms zum Abbau von Langzeitarbeitslosigkeit“ verfolgt das Jobcenter Landkreis Ahrweiler das Ziel, langzeitarbeitslosen Hartz-IV-Empfängern in den kommenden zwei Jahren zu einer neuen Perspektive verhelfen.
„Wir hatten uns mit einem Konzept zur Teilnahme an diesem Sonderprogramm beworben und haben jetzt den Zuschlag erhalten“, erklärt Theo Krayer, Geschäftsführer des Jobcenters. Ziel des vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales konzipierten sowie mit Mitteln des Bundes und des Europäischen Sozialfonds (ESF) finanzierten Programms ist es, Langzeitarbeitslose verstärkt in existenzsichernde Arbeit zu vermitteln, passgenau zu qualifizieren und zu begleiten. Zielgruppe sind Hartz IV-Empfänger, die das 35. Lebensjahr vollendet haben, seit mindestens zwei Jahren arbeitslos sind und über keinen verwertbaren Berufsabschluss verfügen. Menschen also, die seit längerem den Kontakt zum Arbeitsmarkt verloren haben, und auf andere Weise nur schwer in sozialversicherungspflichtige Beschäftigungen integriert werden können.
Arbeitgeber erhalten Lohnkostenzuschüsse
Im Fokus steht die gezielte Ansprache und Beratung von Unternehmen, die bereit sind, einem oder mehreren Langzeitarbeitslosen eine Chance zu geben. Arbeitgeber, die einen langzeitarbeitslosen Menschen für mindestens 24 Monate sozialversicherungspflichtig beschäftigen, erhalten umfassende Unterstützung. So werden geeignete Bewerber bei Bedarf im Vorfeld der Beschäftigung gezielt auf die künftige Tätigkeit vorbereitet. Mit individuellen Hilfestellungen können sie ihre Fähigkeiten in den jeweiligen Unternehmen schrittweise ausbauen. In der Einarbeitungszeit erhalten Arbeitgeber Lohnkostenzuschüsse. Im „Normalfall“ werden für einen Zeitraum von sechs Monaten 75 Prozent des Arbeitsentgelts übernommen. In den folgenden neun Monaten beträgt der Lohnkostenzuschuss 50 und weitere drei Monate 25 Prozent. Sogenannte „Intensivfälle“ - also Menschen, die seit fünf Jahren und länger arbeitslos sind - werden jeweils ein Jahr lang mit 75, 65 und 50 Prozent der Lohnkosten gefördert. „Darüber hinaus werden die Beschäftigten intensiv betreut und bestehende Qualifizierungsdefizite durch arbeitsplatzbezogene Fördermaßnahmen abgebaut“, ergänzt Krayer.
Um Unternehmen für die Teilnahme am ESF-Bundesprogramm zu gewinnen, beschäftigt das Jobcenter Ahrweiler mit Daniela Korf und Horst Wershoven eigens zwei Betriebsakquisiteure. Sie gehen aktiv auf Betriebe zu, um gemeinsam mit ihnen geeignete Beschäftigungsmöglichkeiten zu erschließen. Die Betriebsakquisiteure beraten und begleiten die Arbeitgeber aber auch, nachdem der Arbeitsvertrag unterschrieben wurde. Bereits im Vorfeld erarbeiten die Unternehmen, Arbeitnehmer und Coaches individuelle Förderpläne. „In dem Programm sehe ich eine Chance für langzeitarbeitslose Menschen der Region. Wir können die Beschäftigungsverhältnisse individuell begleiten und bei Problemen mit entsprechenden Hilfestellungen reagieren“, ist Theo Krayer davon überzeugt, dass das Ziel, 100 langzeitarbeitslosen Menschen in den nächsten zwei Jahren den Weg in den allgemeinen Arbeitsmarkt zu ebnen, erreicht werden kann.
Unternehmen, die sich für die Teilnahme an diesem Sonderprogramm interessieren, sind eingeladen, sich mit den Betriebsakquisiteuren des Jobcenters Ahrweiler in Verbindung zu setzen.
Daniela Korf und Horst Wershoven sind unter Tel. (0 26 42) 9 70-80, oder per E-Mail an Jobcenter-Ahrweiler.ESF-LZA@jobcenter-ge.de zu erreichen.
Pressemitteilung des
Jobcenters im
Landkreis Ahrweiler
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Wenn über Arbeitslosigkeit und Armut geredet wird, geht es oft um Zahlen - sehr große Zahlen. 50 Milliarden Euro kostet die Hilfe von Hartz IV-Empfängern jedes Jahr. Knapp sieben Millionen Menschen erhalten Gelder aus dem Hartz IV-Paket, damit sie sich das leisten können, was die Statistiker des Arbeitsministeriums für ein menschenwürdiges Leben halten. Jedoch: Tatsächlich landen nur 25 Milliarden Euro bei den Familien! Der riesige Verwaltungsapparat und das zum Teil schon mafiöse System der privaten Arbeitsvermittlungen muss ja auch finanziert werden. Die Frage, ob wir uns das leisten können ist dabei völlig falsch. Denn, wenn wir es uns leisten können auf die 100 Milliarden zu verzichten, die jährlich an Steuern hinterzogen werden, sollten uns die 24 Milliarden, die an Hartz IV-Empfänger und ihre Kinder gehen, nicht stören. Eher sollten wir uns die Frage stellen, ob wir es uns leisten können, dass Potential dieser Menschen zu verschenken.