SGD-Präsident Dr. Ulrich Kleemann besucht Tönissteiner Sprudel
Pöntertal soll bald unter Naturschutz stehen
Koblenz. Das Pöntertal im Kreis Mayen-Koblenz hat eine hohe ökologische Bedeutung als Vernetzungsstruktur zwischen dem Laacher-See-Gebiet und dem Rheintal und zeichnet sich durch eine hohe Artenvielfalt aus. Daher wurde bereits vor einigen Jahren ein Verfahren zur Unterschutzstellung als Naturschutzgebiet eingeleitet, das nun zum Abschluss gebracht werden soll.
Aus diesem Anlass fand aktuell ein Gespräch zwischen dem Präsidenten der Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord, Dr. Ulrich Kleemann, und der Geschäftsführung von Tönissteiner Sprudel statt. Privatbrunnen Tönissteiner gehört zu den bedeutendsten Mineralbrunnen Deutschlands und ist als Abfüller des Naturproduktes Mineralwasser sehr an den Aktivitäten um den Naturschutz interessiert. Dies auch deshalb, weil mehrere Tiefbrunnen zur Mineralwassergewinnung im Talbereich des künftigen Naturschutzgebietes liegen. Zunächst wurden in einem sehr konstruktiv geführten Gespräch die Inhalte des Rechtsverordnungsentwurfs erörtert. Präsident Dr. Ulrich Kleemann sicherte dem Tönissteiner Geschäftsführer, Diplom-Betriebswirt Klaus Körner, zu, dass die betriebliche Flexibilität, beispielsweise bei unvorhergesehenen Wartungs- oder Reparaturmaßnahmen an den im künftigen Naturschutzgebiet gelegenen Anlagen, gewährleistet wird. Im Anschluss erfolgten eine kurze Besichtigung des Werksgeländes und ein Besuch in das geplante Gebiet.
Die geplante Ausweisung des Pöntertales zum Naturschutzgebiet resultiert aus den Vereinbarungen des öffentlich-rechtlichen Vergleichsvertrages zur Reaktivierung des Kaltwassergeysirs innerhalb des Naturschutzgebietes Namedyer Werth. Unter Schutz gestellt werden soll ein etwa 161 Hektar großes Gebiet. Es gab jedoch eine Vielzahl von Einwendungen, deren Prüfung noch in diesem Jahr abgeschlossen werden soll.
Das struktur- und artenreiche Seitental des Brohlbachtales ist durchzogen von dem naturnahen Pönterbach mit vielen Quellbereichen. Der nördliche Bereich des Gebietes hat eher Kerbtalcharakter. Dort befindet sich ein Komplex von wärmeliebenden Eichentrockenwäldern, kühlen Ahorn-Eschen-Schluchtwäldern, feuchten Erlen-Eschen-Quellsumpfwäldern und Feuchtwiesen. Der südliche Bereich zeichnet sich durch eine offene, strukturreiche Talmulde mit artenreichen Großseggenriedern, Mädesüßhochstaudenfluren, mageren Glatthaferwiesen, Streuobstwiesen und kleineren Waldbeständen aus.
Das Pöntertal gilt mit etwa 350 kartierten Pflanzenarten als sehr artenreich. Darüber hinaus wurden 83 Vogelarten (Neuntöter, Schwarzkehlchen, Rot- und Schwarzmilan, Mittelspecht, Schwarzspecht, Hohltaube) nachgewiesen. Auch für über 30 Schmetterlingsarten (Spanische Flagge, Großer Schillerfalter, Mädesüßperlmutterfalter) und 15 Heuschreckenarten bietet das Tal geeignete Lebensräume. Dem Pöntertal kommt zudem entsprechend der „Planung vernetzter Biotopsysteme“ des Landes eine wichtige Vernetzungsfunktion zwischen dem Laacher-See-Gebiet und dem Rheintal zu, darüber hinaus ist das Tal Bestandteil des Konzeptes „Wildtierkorridore“ des Landesamtes für Wasserwirtschaft, Umwelt und Gewerbeaufsicht (LUWG). Diesem Konzept kommt überregionale Bedeutung als Wanderkorridor, zum Beispiel für Luchs oder Wildkatze, zu.
Pressemitteilung
Struktur- und Genehmigungs-
direktion Nord
