Allgemeine Berichte | 06.10.2013, 12:00 Uhr

Telefonseelsorge für AW-Kreis erhält jährlich 14.000 Anrufe

Probleme heißen Mobbing in Schule und Beruf, Krankheit, Einsamkeit

Anita Bröcher ist neue Vorsitzende - Landrat Dr. Jürgen Pföler bittet um Spenden

Willkommen: Anita Bröcher, neue Vorsitzende der Telefonseelsorge, mit Dr. Jürgen Pföhler (l.) und Karl-Heinz Porz.  Krisverwaltung Ahrweiler

Kreis Ahrweiler. „Höchste Wertschätzung“ bringt Landrat Dr. Jürgen Pföhler der Telefonseelsorge (TS) Bad Neuenahr-Ahrweiler e.V. und ihren Mitarbeitern entgegen. In einem Gespräch mit der neuen Vorsitzenden des Vereins, Anita Bröcher, bekräftigte der Landrat zudem, dass der Kreis Ahrweiler die Einrichtung auch künftig unterstützen werde. Der jährliche Kreiszuschuss von 11.000 Euro sei fest im Haushalt eingeplant. Beim Auftaktgespräch nannte Bröcher, die vor ihrem Ruhestand hauptberuflich als Krankenschwester in einem Bonner Krankenhaus gearbeitet hat, eine Zahl, die auch Karl-Heinz Porz, dem Sozialamtsleiter der Kreisverwaltung, imponierte: Mehr als 14.000 Anrufe im Jahr gingen bei der TS für den Kreis Ahrweiler ein - Tag und Nacht. Seit Jahren sei eine steigende Tendenz zu verzeichnen. Die Anlässe der Anrufer seien vielschichtig: Probleme mit dem Partner, Arbeitsplatzverlust, Mobbing in Schule und Beruf, Sucht, Krankheit und Einsamkeit. „Solche Ereignisse und Verletzungen bringen Menschen oft an ihre Grenzen“, weiß Anita Bröcher. „Da hilft es, sich jemandem anzuvertrauen.“ Die 80 Mitarbeiter der TS sind zwischen 25 und 85 Jahren alt. Bemerkenswert: Die Telefonseelsorge Bad Neuenahr-Ahrweiler ist nach den Worten Bröchers eine von nur zwei Einrichtungen in Deutschland, die ausschließlich ehrenamtlich betrieben werden. Alle weiteren Hilfsorganisationen beschäftigen und bezahlen auch hauptamtliches Personal. Für Landrat Pföhler ist dies ein weiterer Grund, um zu Spenden für die Telefonseelsorge aufzurufen. Das Geld wird verwendet für die professionelle Ausbildung der ehrenamtlichen Mitarbeiter durch Psychologen, Fortbildungen und regelmäßige Supervision. Vermittelt werden Themen wie Selbsterfahrung, Sucht, Suizid, psychische Erkrankungen und Gesprächsführung. Die nächste Ausbildung für den Dienst am Telefon beginnt am 1. November. „Die Telefonseelsorge ist auf Spenden angewiesen“, so Pföhlers Appell an die breite Öffentlichkeit. Die neue Vorsitzende räumte ein: „Unsere Mitarbeiter sind keine Fachleute und können keine therapeutischen Gespräche führen. Aber sie nehmen sich Zeit für Anrufer, hören vorurteilsfrei zu und nehmen jeden ernst, der das Angebot der TS nutzt.“ Wichtig: Anonymität und Verschwiegenheit seien gewährleistet, sowohl für die Anrufer als auch für die Mitarbeiter. Die Kontaktdaten: Telefonseelsorge Bad Neuenahr-Ahrweiler, Tel. 0800 111 0 111 (kostenlos), Postfach 1507, 53460 Bad Neuenahr-Ahrweiler, E-Mail TS.AW@t-online.de. Spenden, auf Wunsch gegen Quittung, gehen an: Kreissparkasse Ahrweiler, BLZ 57751310, Kontonummer 815928, oder Volksbank RheinAhrEifel, BLZ 57761591, Kontonummer 14800800. Pressemitteilung der

Kreisverwaltung Ahrweiler

Willkommen: Anita Bröcher, neue Vorsitzende der Telefonseelsorge, mit Dr. Jürgen Pföhler (l.) und Karl-Heinz Porz. Foto: Krisverwaltung Ahrweiler

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