Landfrauenkreisverband Ahrweiler tagte an der Mosel
Sehr aktiv im Kreis
Leiwen. Der Landfrauenkreisverband Ahrweiler hatte die Ortsvertreterinnen zur Delegiertenversammlung nach Leiwen eingeladen. Das Restaurant Zummethof mit herrlichem Moselblick diente den 65 Delegierten zum Austausch über die Aktivitäten der Landfrauen des vergangenen Jahres. Die Bilanz: 119 Veranstaltungen wurden im Kreis Ahrweiler in unterschiedlichen Orten durchgeführt. Thematische Schwerpunkte waren dabei Hauswirtschaft, Ernährung, Landwirtschaft - ländlicher Raum, aber auch Kunst, Kultur, Familie und Soziales werden nachgefragt. In Honerath trafen sich Landfrauen mit dem Schwerpunkt „Tanzen macht Freude und Freunde“ allein 16 Mal; mit 17 Veranstaltungen in unterschiedlichen Orten wurde auch das floristische Gestalten für drinnen und draußen sehr gut angenommen und wer sich für autogenes Training interessierte oder Meridian Klopftechnik, der war sicher bei einer der elf Veranstaltungen mit dabei. Die Geschäftsführerin stellte den Kassenbericht dazu vor, der Vorstand wurde nach dem Bericht der Kassenprüferin entlastet. Die Versammlung diente auch dazu, zwei Ortsvertreterinnen den Dank für ihren jahrelangen Einsatz auszusprechen. Trudis Leenen aus Kalenborn war viele Jahrzehnte als stellvertretende Vorsitzende in Führungsposition. Sie hat ihr Amt in andere Hände geleg, ebenso Ilse Kiel aus Rech. Am Nachmittag wurde die Landfrauengruppe von Frau Mutmann-Klassen im Schammatdorf empfangen. Das Projekt entstand in den siebziger Jahren auf dem Anwesen der Abtei St. Matthias. Man hatte sich gemeinsam mit der Stadt Trier vorgenommen, Wohnraum zu schaffen für Alleinerziehende, Behinderte, junge und ältere Singles, - also mit deutlich sozialer Zielrichtung. Die Treuhand AG errichtete schließlich nach den Vorgaben der Abtei zehn Wohneinheiten, sogenannte Höfe nach den Grundsätzen des sozialen Wohnungsbaus. 124 Wohnungen beherbergen heute 320 Bewohner unterschiedlichster beruflicher Herkunft. Der Gedanke, gemeinsamen Wohnraum für selbstständig Lebende und Menschen mit spezifischen Beeinträchtigungen zu schaffen, wird heute hier noch immer gelebt. Die Architektur des Dorfes ist auf Integration und Kommunikation ausgerichtet, die Wohnungen sind barrierefrei, die Höfe rollstuhlgerecht und das Angebot an Aktivitäten mit gemeinsamen Mittagessen, Kindertreffs, Bastelgruppen Seniorentreffs und Veranstaltungen entsprechend. Der Mietpreis ist günstig, bei Neubelegungen haben die Wohngemeinschaften ein Mitbestimmungsrecht, sodass auch dabei die gute Mischung und ein ausgewogenes Verhältnis sichergestellt bleibt. Wenn überhaupt ein Wermutstropfen zu verzeichnen ist, dann wäre es heutzutage die Größe der Wohnungen. Sie wurden seinerzeit nach den Bedürfnissen und Trends ausgerichtet und sind deshalb heute nicht familiengerecht. Es fehlen Räume, die im Einzelfall durch Zusammenlegen kleinerer Wohneinheiten geschaffen werden können. Allerdings dürfen Umbaumaßnahmen nur vorgenommen werden, wenn sie das äußere Erscheinungsbild nicht verändern. Und wie funktioniert das Dorf? Über allem steht der Schammatdorf e.V. - ein Verein, den die Bewohner 1984 gegründet haben. Sein Ziel ist es, das soziale Miteinander zu fördern. Es gibt ein Schammatdorfzentrum, wo Veranstaltungen stattfinden und das auch Gelegenheit zu geselligen Aktivitäten bietet. Eine sogenannte "Kleine Bürgermeisterin" ist von der Abtei angestellt, die nach dem Rechten schaut und als Kontaktperson mit den Verantwortlichen der Abtei im Gespräch bleibt. Bei allem sozialen Engagement: Das Dorf ist keine WG, Hilfsbereitschaft und Fürsorge werden groß geschrieben, aber es werden keine Pflegedienste verrichtet.
