Das 26. Seniorenturnier des TC BW Bad Breisig bot Spitzensport zum Anfassen
Seniorentennis auf Weltniveau
Bad Breisig. Eine Woche lang stand Bad Breisig ganz im Zeichen des Spitzensports im Senioren-Tennis. Mehr als 2000 Zuschauer an den acht Turniertagen sahen Weltranglistenspieler sowie die nationalen Top-Cracks der verschiedenen Altersklassen: So resümierte dann auch zum Turnierende ein äußerst zufriedener Vereinsvorsitzender und Turnierdirektor Ulrich von Dalwigh: „Ich war jetzt zehn Jahre im Amt als Vorsitzender und denke im Frühjahr nächsten Jahres daran, alles etwas ruhiger angehen zu lassen. Aber mit diesem 26. Turnier kann ich das Fazit ziehen, dass wir das uns selbst gesteckte Ziel erreicht haben - nämlich ein vom internationalen Verband (ITF) sowie vom Deutschen Tennisbund in der Kategorie 1 geführtes Tennisturnier im Seniorenbereich auszurichten. Unseren Zielvorstellungen entsprechend ist hier auf der Anlage ist eine hohe Tennisqualität und toller Sport zu sehen. Es ist uns gelungen, dieses Turnier in der Welt zu positionieren und zu etablieren.“ Keine leichte Aufgabe, die der scheidende Vorstand also seinen Nachfolgern hinterlässt, denn von Dalwigh ist sich dessen bewusst, dass es nicht leicht sein wird, das Erreichte auf dem jetzigen Niveau zu verwalten und zu erhalten. Aber, der scheidende Vorsitzende weiß auch: „Noch bin ich ein halbes Jahr mit dabei und kann jetzt feststellen: Das Turnier ist in Bad Breisig angekommen. Die Stadt unterstützt diese Veranstaltung wo und wie es nur möglich ist. Und wir finden auch Unterstützung fast in der gesamten heimischen Wirtschaft. Das ist ein Ausdruck der Wertschätzung, die unser Turnier auch in unserer Heimat genießt.“ Eine Aussage, die auch Turnierleiter Horst Kelling unterstützt, der diese Veranstaltung seit Jahren betreut und der jetzt festhält: „Hier waren 60 Spielerinnen und Spieler aus der Top-10 der deutschen Rangliste am Start. Dazu haben über 50 Spieler der Top-30 der Weltrangliste aus aller Herren Länder hier gemeldet - so ein Spielerpotenzial auf derart hohem Niveau war hier noch nie anzutreffen. Hier sind Spieler aus Brasilien, Australien, Neuseeland, den USA, Russland und ganz Europa im Kampf um Ranglistenpunkte und Prämien angetreten.“ Aber an den Prämien liegt der Reiz eines solchen Turniers nun wirklich nicht. „Die decken vielfach noch nicht einmal die Übernachtungskosten“, weiß Oberschiedsrichter Carsten Krumm, der im Auftrag der ITF für den reibungslosen sportlichen Ablauf der Wettbewerbe sorgte. „Oft verbinden die Teilnehmer dieses oder ähnliche Turniere mit Pausen nach Mannschaftswettbewerben, die sie für deutsche Clubs bestritten haben. Oder aber, die Senioren verknüpfen solche Veranstaltungen mit Sightseeing-Touren. Touren, die sie noch einmal in aller Herren Länder führen, die sie früher als Profis oder Halbprofis im Tenniszirkus bereist haben. Außerdem, und das darf auch nicht unterschätzt werden: Die Senioren sind eine eingeschworene Gemeinschaft. Die kennen sich von vielen Turnieren und freuen sich stets aufs Wiedersehen. Hinzu kommt, dass es in Übersee nicht so viele Turniere gibt wie in Europa. Da bietet sich ein Besuch in Bad Breisig auch dank der vielen Weltranglistenpunkte an. Denn dank der Aufwertung ist das Turnier in der Badstadt neben den internationalen Deutschen Meisterschaften in Baden-Baden das ranghöchste Tennisturnier in der Republik.“ Und noch einen Grund nennt Kelling: „Da ist das Rahmenprogramm, das jeden Abend etwas anderes bietet. Dadurch ist mit dem letzten Ballwechsel noch lange nicht Schluss. Da werden dann alte Freundschaften aufgefrischt und neue Freundschaften geschlossen. Hier trifft sich eine Familie im großen, aber dennoch familiären Rahmen. Auch das ist es, was den besonderen Reitz dieses Turniers ausmacht.“ Gar nicht so familiär ging es dann jedoch bei den meisten der Finalspiele zu. Da stand dann der Kampf um die Punkte im Vordergrund. Besonders deutlich wurde das im Endspiel der Frauen 45, als sich die Belgierin Diane Guns und die amtierende Europameisterin Natalia Harina-Beckmann (Herford) ein begeisterndes Match auf dem Platz lieferten - und sich zusätzlich neben den Platz kräftig verbal beharkten. Was den 15-jährigen Schiedsrichter Tim Mahler nicht aus der Ruhe brachte. Er entschied stets richtig, und Guns siegte mit 7:6 und 6:5. Absolute Spitzenklasse zeigten auch die Männer 45 und 40. Bei den 45ern war es der Henersberger Stefan Samweber, der dem Spiel gegen Georg Fleischmann (Emmering) mit 6:3, 6:1 seinen Stempel aufdrückte. Und bei den 40ern gelang Gleiches dem Seeburger Christopher Blömeke, dem der Argentinier Gustavo Perziano zwar einen großen Kampf lieferte, Blömeke aber in den entscheidenden Momenten einfach die besseren Antworten auf Lager hatte. Und die hießen 6:3 und 6:3.
Die weiteren Ergebnisse
Damen: AK 40: Olga Shaposhinkowa (Elmshorn) - Ulrike Heuermann (Marienberg 6:2, 6:1. AK 50: Barbara Koutna (Tschechien) - Karina Heck-Elias (Belgien) 6:1, 6:2. AK 55: Carolyn Nichols (USA) - Lynn Mortimer (Australien) 6:3, 6:4. AK 60: Nora Blom (Holland) - Dagmar Panner (Frankfurt) 6:0, 6:0. AK 65: Elfriede Gysin (Vahingen) - Uda Gröner (Leverkusen) 6:3, 6:0. AK 70: Heide Orth (Ettlingen) - Hildegard Schelz (Fürth) 6:0, 7:5. Giesela Steuer (Troisdorf) - Bärbel Allendorf (Heppenheim) 7:6, 6:2. Männer: AK 50: Alessio Frontespozi (Italien) - Joaquim Gougonbour (Luxemburg) 6:2, 6:1. AK 55: Pierre Godfroid (Belgien) - Klaus Liebthal (Eschborn) 6:4, 5:7, 6:1. AK 60: Dan Nemes (Köln) - Alfred Böckl (Bayern) 4:6, 6:4, 6:2. AK 65: Paul Adrigan (Pforzheim - Adema van Scheltema (Holland) kampfl. Adrigan. AK 70: Elto Sasker (Holland) - Jacek Velze (Bad Ems) 6:2, 6:2. AK 75: Klaus Haas (Karlsbach - Herbert Altheuas (Soest) 6:0, 6:1. AK 80: Alan Hockeing (Australien) - Ewald Przewloka (Euskirchen) 3:6, 6:4, 12:10.
Vor den Sieg haben die Götter den Schweiß gesetzt. Der Seeburger Christopher Blömeke beherrschte die Konkurrenz der Herren 40.
Nach dem Kampf die Gratulation: Zuvor hatten sich bei den Damen 45 Natascha Harina-Beckmann und die Siegerin Diane Guns (Belgien) ganz schön gefetzt. Fotos: TER
