Sozialsprechstunde im DOMINO zieht Bilanz
Verbesserungsbedarf bei Sozialämtern
Bad Breisig, 24. September 2026. Seit Januar 2025 bietet Michael Lüdtke von „Die Linke hilft“ im DOMINO Bad Breisig eine offene Sozialsprechstunde an.
Im Mittelpunkt der Sprechstunde stehen z. B. Fragen zur Grundsicherung, zu Wohn- und Heizkosten oder zu weiteren Leistungen in der Sozialversicherung. Die bisherigen Erfahrungen zeigen, dass lange Bearbeitungszeiten, komplizierte Verfahren und eine nicht immer nachvollziehbare Kommunikation Betroffene belasten können.
Grundsicherung im Alter: Erheblicher Verbesserungsbedarf bei der Bearbeitung
In den vergangenen Monaten hat Michael Lüdtke im Rahmen der Sprechstunde im DOMINO zwei Fälle begleitet, die aus seiner Sicht beispielhaft für bestehende Schwierigkeiten im Bereich der sozialen Sicherung stehen.
In einem Fall musste ein Rentner nach der Trennung von seiner langjährigen Partnerin im Dezember 2025 im Januar 2026 einen Antrag auf Grundsicherung im Alter stellen. Von Januar bis einschließlich Juni 2026 erhielt er keine Leistungen.
„Dieser Fall zeigt aus Sicht der Partei erhebliche Defizite bei der zeitnahen Bearbeitung“, erklärt Michael Lüdtke. „Neben der langen Verzögerung war auch der Umgang mit der betroffenen Person nicht angemessen und wenig wertschätzend.“
Der Rentner hatte in einem beruflichen Bereich gearbeitet, der es ihm nicht ermöglicht hatte, größere Rücklagen für das Alter aufzubauen. Durch die Trennung und die damit verbundenen Veränderungen bei den finanziellen Verhältnissen geriet er zusätzlich unter erheblichen Druck.
„Eine bessere personelle Ausstattung, regelmäßige Schulungen und eine bürgernahe Kommunikation könnten dazu beitragen, vergleichbare Situationen künftig zu vermeiden“, so Lüdtke.
Ein zweiter Fall betrifft die Berücksichtigung unterschiedlicher Heizformen. Viele Menschen heizen nicht ausschließlich mit Gas, Strom oder Holz, sondern mit einer Kombination verschiedener Energieträger. Die Berücksichtigung dieser unterschiedlichen Heizformen ist für viele Betroffene jedoch schwer darzulegen und führt immer wieder zu Beratungsbedarf.
„Wenn die tatsächlichen Heizkosten nicht ausreichend berücksichtigt werden, bleibt den Betroffenen weniger zum Leben“, erklärt Lüdtke. „Viele Menschen machen ihre Ansprüche zudem gar nicht erst geltend. Oft aus der Sorge vor dem bürokratischen Aufwand oder weil keine ausreichende Aufklärung erfolgt.“
Die Erfahrungen aus den Gesprächen zeigen, dass die Ursachen von Problemen häufig in komplizierten Verfahren, langen Bearbeitungszeiten und unklarer Kommunikation liegen. Dabei soll ausdrücklich nicht pauschal über die Beschäftigten in den Behörden geurteilt werden. Auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter benötigen ausreichende personelle und fachliche Unterstützung, um ihre Aufgaben zuverlässig und angemessen erfüllen zu können.
„Es ist jedoch inakzeptabel, wenn Bürgerinnen und Bürger monatelang auf Leistungen warten, für die sie einen Antrag gestellt haben und auf die grundsätzlich ein Anspruch besteht“, so Lüdtke. „In vielen Fällen hätte zumindest geprüft werden können, ob eine vorläufige Entscheidung möglich ist.“
Neben möglichen Nachzahlungen können durch Verzögerungen auch zusätzliche Kosten entstehen, etwa für anwaltliche Beratung oder gerichtliche Verfahren. Ebenso wichtig ist eine verständliche und respektvolle Kommunikation mit den Betroffenen.
„Wir wollen die zuständigen Behörden nicht pauschal kritisieren, sondern zu einem sachlichen und wertschätzenden Austausch beitragen“, betont Lüdtke. „Gleichzeitig müssen problematische Abläufe offen angesprochen und durch die Behörde Verbesserungen entwickelt und nachgehalten werden. Das stärkt am Ende wieder auch das Vertrauen in unsere Verwaltung.“
Die Linke hilft fordert daher von den zuständigen Fachbereichsleitungen, die Erfahrungen aus der Praxis zu prüfen und konkrete Maßnahmen zu ergreifen:
• eine ausreichende personelle Ausstattung der zuständigen Stellen,
• regelmäßige fachliche Schulungen und Fortbildungen
• zeitnahe Zwischenbescheide, wenn die abschließende Bearbeitung länger dauert,
• transparente Informationen zur Berücksichtigung von Heiz- und Unterkunftskosten,
• sowie eine Kultur der Wertschätzung, in der Bürgerinnen und Bürger als Menschen wahrgenommen werden.
Ihre Erfahrungen sind uns wichtig
Haben Sie selbst Schwierigkeiten mit dem Sozialamt? Wurden Leistungen, die Sie beantragt haben, nicht bewilligt oder erhielten Sie keine ausreichende Begründung, warum bestimmte Kosten nicht übernommen werden?
Dann kommen Sie in die Sprechstunde im DOMINO. Gemeinsam können wir Ihre Situation besprechen und nach möglichen Lösungen suchen. Jeder bekanntwerdende Fall kann dazu beitragen, bestehende Probleme sichtbar zu machen und Verbesserungen für alle anzustoßen.
Dabei ist uns ein respektvoller und sachlicher Austausch wichtig, sowohl mit den Ratsuchenden als auch mit den zuständigen Behörden.
Sprechstunde alle zwei Wochen donnerstags im DOMINO
Die Sozialsprechstunde mit Michael Lüdtke von „Die Linke hilft“ findet weiterhin alle zwei Wochen donnerstags im DOMINO Bad Breisig statt.
Neben Fragen zur Grundsicherung im Alter werden auch weitere Themen besprochen, wie z. B. Fragen zur Kriegsdienstverweigerung oder zu anderen persönlichen und sozialen Problemlagen.
Weitere Informationen zu den genauen Uhrzeiten und den Kontaktmöglichkeiten gibt es vor Ort, sowie über die bekannten Kanäle von „Die Linke hilft“.
Pressemitteilung der Partei die Linke im Kreisverband Ahrweiler
Symbolbild Beratung Foto: Michael Lüdtke
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Die Linke vor dem DOMINO Foto: Michael Lüdtke