Chorfestival Bad Breisig
Vielfältige Chormusik und Gemeinschaft beim Festival in Bad Breisig
aus Bad Breisig
Bad Breisig. Acht Chöre, unzählige Stimmen und ein gemeinsames Schlusslied, das noch ein bisschen länger nachklingt: Beim Festival „Klänge der Freu(n)de“ wurde die Jahnhalle Bad Breisig am 18. Oktober zum Treffpunkt für alle, die wissen, dass Singen gemeinsam einfach mehr Spaß macht. Mark Forster hätte seine Freude daran gehabt. Denn wenn es irgendwo heißt „Und die Chöre sing’n für dich“, dann passt das ziemlich gut zu einem Sonntag, an dem die Musik im Mittelpunkt steht und der Alltag ausnahmsweise einmal Pause hat.
Manchmal braucht es keine große Show, keine Pyrotechnik und auch keine Menschen, die sich auf einer Stadionbühne an Traversen durch die Luft schwingen. Manchmal reichen Stimmen, ein bisschen Lampenfieber und die gemeinsame Leidenschaft für Musik. Genau darum ging es bei „Klänge der Freu(n)de“ in der Jahnhalle Bad Breisig. Acht Chöre und Ensembles brachten ihre unterschiedlichen musikalischen Welten zusammen und zeigten, wie vielfältig Chorgesang sein kann.
Von Willi Ostermann bis Journey: Hauptsache, die Stimme stimmt
Von Willi Ostermann bis Journey: Hauptsache, die Stimme stimmt
Den Auftakt machte der Lützinger Lichterchor, ein inklusiver Chor, der Menschen zusammenbringt und zeigt, wie selbstverständlich Musik Barrieren überwinden kann. Mit Kindern und Jugendlichen unterschiedlichen Alters und Liedern aus aller Welt steht das Ensemble für die Freude am gemeinsamen Musizieren. Hier geht es nicht darum, perfekt zu sein, sondern darum, gemeinsam etwas entstehen zu lassen.
Anschließend stand der Kirchenchor St. Marien Bad Breisig auf der Bühne. Mit seiner gewachsenen Chorkultur vertritt er eine Tradition, die seit Generationen Menschen verbindet und dem Chorgesang einen festen Platz im örtlichen Leben gibt. Geleitet wurde er, wie auch drei weitere Chöre, von Andrea Ernst.
Die Musical Kids Breisiger Land bewiesen danach, dass musikalische Begeisterung keine Altersgrenze kennt. Mit jungen Stimmen und viel Energie zeigten sie, wie viel Freude in der Verbindung von Gesang und Musical steckt. Wer heute auf der Bühne steht, muss schließlich nicht erst warten, bis das Leben genügend Erfahrung für den großen Auftritt gesammelt hat.
Der MGV Eintracht Westum komplettierte den ersten Programmblock vor der Pause. Als Männergesangverein steht das Ensemble für die lange Tradition des gemeinsamen Singens und dafür, dass Chöre auch heute noch Menschen zusammenbringen und die mit dem Willi Ostermann Krätzje „Heimweh nach Kölle“ für Standing Ovations sorgte.
Nach diesen ersten vier Beiträgen konnten sich die Besucherinnen und Besucher in einer 20-minütigen Pause austauschen, bevor das Festival in seine zweite Runde ging.
Gospel, Gemeinschaft und frische Stimmen
Gospel, Gemeinschaft und frische Stimmen
Mit dem Gospelchor Burgbrohl kehrte nach der Pause die Musik auf die Bühne zurück. Gospel lebt von seiner emotionalen Kraft, von mitreißenden Rhythmen und dem besonderen Gefühl, das entsteht, wenn Stimmen gemeinsam eine Botschaft tragen. Ein Kontrast, der das musikalische Spektrum des Festivals um eine weitere Farbe bereicherte.
Danach waren die Singfreu(n)de Bad Breisig an der Reihe. Rund 40 Sängerinnen und Sänger unter der Leitung von Chordirektor Jürgen Rieser verbinden geistliche und weltliche Musik mit Film- und Musicalmelodien. Da muss niemand erst ein Gesangsstudium absolviert haben, um einen Zugang zu finden. Manchmal genügt es, sich auf die Musik einzulassen.
Frischen Schwung brachten anschließend die Lützinger Soundchicks mit. Der Frauenchor aus Brohl-Lützing steht für die Freude am gemeinsamen Singen und zeigt, dass Chormusik alles andere als verstaubt sein muss. Alltag aus, Stimme an – eine Empfehlung, die sich nicht nur auf Sonntage beschränken muss.
Den Abschluss der Einzelauftritte gestaltete der Chor conTakt Sinzig unter der Leitung von Andreas Dietl. Das Ensemble steht für musikalische Abwechslung: Dass Klassik und Pop keine natürlichen Feinde sind, sondern sich durchaus auf derselben Bühne vertragen, gehört zu den schönen Botschaften dieses Festivals.
Acht Chöre bedeuten eben nicht achtmal dasselbe, sondern acht verschiedene Perspektiven auf eine gemeinsame Leidenschaft.
Wenn alle gemeinsam singen, wird’s besonders schön
Wenn alle gemeinsam singen, wird’s besonders schön
Initiiert und mehr als charmant moderiert von BREISIG.live-Vorstandsmitglied Alexandra Heer, die ihre Erfahrung aus verschiedenen musikalischen Projekten einbrachte, wurde „Klänge der Freu(n)de“ auch hinter den Kulissen zu einer runden Sache. Gemeinsam mit den fleißigen Helferinnen und Helfern sorgte sie dafür, dass sich Chormitglieder und Besucher gleichermaßen willkommen und gut aufgehoben fühlen konnten. Denn ein gelungenes Chorfestival braucht nicht nur die richtigen Töne auf der Bühne, sondern auch viele helfende Hände, die dafür sorgen, dass drumherum alles stimmt und der fünfte Geburtstag war da ein schöner Anlass.
Und dann kam der Moment, der dieses Festival auf wunderbare Weise zusammenfasste: Beim gemeinsamen Schlusslied „Kein schöner Land“ vereinten sich alle beteiligten Chöre und die Zuschauer zu einem großen Chor. Auf der Bühne und im Saal wurde gemeinsam gesungen. Plötzlich war es ganz egal, zu welchem Ensemble man gehörte oder ob man seine Stimme sonst eher unter der Dusche trainiert. Hier zählte nur das Miteinander.
„Kein schöner Land“ ist ein Lied, das von Heimat, Gemeinschaft und Zusammengehörigkeit erzählt. Als gemeinsamer Abschluss von „Klänge der Freu(n)de“ bekam es in der Jahnhalle eine besondere Bedeutung. Zuvor hatten die acht Chöre gezeigt, wie unterschiedlich Musik klingen kann. Zum Schluss waren es die vielen Stimmen, die alles miteinander verbanden.
Mark Forster hätte es kaum treffender formulieren können: „Und die Chöre sing’n für dich.“ Nur dass an diesem Sonntag nicht allein für das Publikum gesungen wurde. Das Publikum sang einfach mit. Und genau darin lag die vielleicht schönste Botschaft dieses musikalischen Tages: Musik verbindet besonders dann, wenn aus Zuhörern Beteiligte werden.
Musik verbindet – ganz ohne Gebrauchsanweisung
Musik verbindet – ganz ohne Gebrauchsanweisung
Was bleibt von einem solchen Festival? Die Musik, die unterschiedlichen Klangfarben und die Begegnungen. Vor allem aber die Erkenntnis, dass gemeinsames Singen Menschen zusammenbringen kann, ohne dass dafür komplizierte Gebrauchsanweisungen nötig wären. Man muss nicht jeden Ton treffen und auch nicht jedes Lied kennen. Es reicht, offen für Musik und die Menschen dahinter zu sein.
„Klänge der Freu(n)de“ hat die Vielfalt der Chormusik in der Region auf die Bühne gebracht und gezeigt, wie viel musikalisches Leben in Bad Breisig und Umgebung steckt. Das gemeinsame Finale mit „Kein schöner Land“ war dafür der passende Schlusspunkt: Aus acht Chören und einem Publikum wurde für einen Moment eine einzige große Gemeinschaft.
Und wenn nach so vielen Stimmen am Ende ein Ohrwurm bleibt, ist das keineswegs die schlechteste Bilanz. Denn manchmal singt das Leben eben doch am schönsten im Chor.
Text: Dennis Kresse (BREISIG.live)
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Pressefoto: Gemeinsames Abschlusssingen mit allen Chören und Besucher des Chorfestivals 2026 Foto: Michael Lüdtke BREISIG.live