Politik | 12.12.2015

Wacholderwacht der Osteifel wurde jetzt in Belgien eine begehrte Auszeichnung verliehen

Wacholderschützer mit dem „Eifel-Award“ geehrt

Vertreter der Wacholderwacht mit Laudator Gerd Heilmann (dritter. v.l.) und dem Präsidenten der Zukunftsinitiative, Landrat Heinz-Peter Thiel (zweiter v.r.).Manfred Lang

Langenfeld/St. Vith. Die Wacholderwacht, die sich dem Schutz und Erhalt der Wacholderheiden der Osteifel verschrieben hat, zählt jetzt zum erlauchten Kreis der Preisträger des Eifel-Awards. Während eines Festaktes im Kulturzentrum Triangel in St. Vith wurde der Naturschutzgruppe die Auszeichnung vom Präsidenten der Zukunftsinitiative Eifel, Landrat Heinz-Peter Thiel, überreicht. Mit dem Preis werden Einzelpersonen, Gruppen und Projekte, aber auch Unternehmen geehrt, die sich durch ein beispielhaftes Engagement sowie vorbildliche Initiativen innerhalb der Eifel-Ardennen-Region verdient gemacht haben. Natur und Landschaft standen in diesem Jahr im Mittelpunkt des begehrten Eifel-Awards, der gelegentlich auch als „Eifel-Oscar“ bezeichnet wird. Neben der Wacholderwacht wurden Professor Dr. Wolfgang Schumacher und die Naturschutzgruppe Aves Ostkantone Belgien mit dem Preis bedacht. Professor Schumacher zählt zu den Botaniker-Koryphäen in Deutschland. Ihm ist es unter anderem zu verdanken, dass die beeindruckenden Narzissenwiesen der Nordeifel vor dem Untergang bewahrt wurden. Die Aves der Ostkantone, 1969 ursprünglich als Vogelschutzgruppe gegründet, ist heute im gesamten Naturschutzspektrum tätig. In diesen Kreis der Preisträger fügt sich harmonisch ein: die Wacholder-wacht. Sie hat sich den Schutz und Erhalt der Wacholderheiden der Osteifel zur Aufgabe gemacht. Laudator Gerd Heilmann, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Vordereifel, ging in seiner Ansprache unter anderem auf die Entstehungsgeschichte der Gruppe ein. Gegründet wurde sie schon bald nach Beginn der Arbeiten auf der Heide, die mit dem Zweck einhergingen, das Bild der Heidelandschaft, wie es aufgrund menschlichen Einwirkens einmal ausgesehen hat, wieder aufleben zu lassen. Das von der EU geförderte Projekt unter der Bezeichnung „Schutz, Pflege und Regeneration der Wacholder-Zwergstrauchheiden der Osteifel“ begann 2005 und dauerte rund fünf Jahre. 152 Hektar einstiger Wacholderflächen, die zwischenzeitlich verbuschten, wurden dabei regeneriert. „Es war zunächst gar nicht einfach, das Projekt in die Tat umzusetzen. In verschiedenen Gemeinden stießen die Macher auf nicht geringen Widerstand. Letztendlich aber entwickelte sich das Projekt zu einer Erfolgsgeschichte“, so Heilmann. Die Heidelerche ist zurückgekehrt, Borstgrasrasen und Arnika erobern neue Terrains und auch der Warzenbeißer, eine seltene Heuschreckenart, ist auf der Heide wieder auf dem Vormarsch. „Der zwischenzeitlich verstorbene Hans-Friedrich Hollederer, seinerzeit Koordinator für die anstehenden Arbeiten und mit den genannten Schwierigkeiten konfrontiert, suchte damals Partner. In Gerhard Krämer aus Langenfeld fand er einen kompetenten und engagierten Mitstreiter“, berichtet Heilmann. Gemeinsam wurde die Wacholderwacht aus der Taufe gehoben. Krämer, heute Sprecher der Initiative, dankte dem Gremium und gab Beispiele über das Wirken der Gruppe. „Das reicht vom Entkusseln, also vom Ausreißen von Baumkeimlingen, bis zum Beseitigen von Ginster und das Markieren von Wacholderschösslingen, damit diese nicht bei der maschinellen Bearbeitung beschädigt werden“, erzählt Krämer. Viele Ideen bringt der Gründungsvater der Wacholder-Schutzgruppe in die Sache ein. Er war es auch, der die Wettbewerbsunterlagen bei der Zukunftsinitiative Eifel einreichte. Oliver Paasch, der Ministerpräsident der deutschsprachigen Gemeinde Belgiens, bezeichnete in seinem Grußwort die Preisträger als Botschafter für die Eifel. Die Natur und Landschaft sei als Lebensgrundlage für den Menschen unverzichtbar. „Die Eifel mit ihren vielfältigen Strukturen und ihrer riesigen Artenfülle an Tieren und Pflanzen zu schützen ist eine zentrale Herausforderung“, so Paasch. Präsident Heinz-Peter Thiel, der auch Landrat des Vulkaneifelkreises ist, pries die Eifel als ideale Wohnlandschaft, in der Menschen eine Zukunft haben. „Die Infrastruktur in der Eifel ist auf den Weg gebracht, die Eifel blüht auf“, so seine Feststellung. Neben den musikalischen Darbietungen eines Saxophon-Quartetts der Musikschule der Ostkantone Belgiens begeisterten im Rahmenprogramm der Veranstaltung auch die beiden Vertikaltuch-Artisten Daniel Offermann und Aurelie Brüls mit ihrer turnerischen Meisterleistung und halsbrecherischen Übungen.

Vielfältige Aufgaben

„Ich musste erst mal tief durchatmen, als ich davon erfuhr, dass wir unter den Preisträgern sind“, erzählt Gerhard Krämer, Ideengeber und Motor der Wacholderwacht. Nicht nur für geführte Wanderungen durch die Heide ist er neben anderen Wacholderwarten „buchbar“. Darüber hinaus unternimmt der pensionierte Sonderschullehrer regelmäßig pädagogische Unternehmungen mit Schulkindern. Eigens dafür wurde ein mobiles Klassenzimmer in einem umgestalteten Bauwagen (Wacholderwagen) eingerichtet und in der Heide platziert. Alljährlich besuchen auch Studenten der Uni Bonn Heiden im Kreis Ahrweiler, die ebenfalls in das Projekt integriert sind. Dort ist Wacholderwart und Vulkanparkführer des Brohltals, Peter Krebs, sehr aktiv.

Pressemitteilung Verbands-

gemeindeverwaltung Brohltal

Vertreter der Wacholderwacht mit Laudator Gerd Heilmann (dritter. v.l.) und dem Präsidenten der Zukunftsinitiative, Landrat Heinz-Peter Thiel (zweiter v.r.).Foto: Manfred Lang

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