Kirchenchor Oberbreisig
„Weltkurstadt mit Flair“
Sehenswürdigkeiten in der Region Wiesbaden-Rheingau war Ziel des Chorausflugs
Bad Breisig. In Hessens Landeshauptstadt Wiesbaden prägen architektonisch beeindruckende Kirchen und Schlösser verschiedener Baustilepochen sowie repräsentative Prachtbauten das Gesicht der einstigen Weltkurstadt mit Flair. Davon überzeugte sich der Chor bei der informativen Rundfahrt durch die elegante und vielseitige Thermenstadt im historischen Ambiente. Dabei beeindruckten vor allem das Kurhaus/Casino mit Kurpark, das Hessische Staatstheater, der neobarocke Hauptbahnhof, die Prachtvillen in der Wilhelmstraße und Biebricher Allee sowie das Schloss Biebrich (nebst Park) am Rheinufer. Ein lustiges Erlebnis war die Fahrt mit der blau-gelben Nerobergbahn, die seit 1888 mit Wasserballast betriebene Drahtseil-Zahnstangenbahn (technisches Kulturdenkmal). Vom Neroberg bietet sich ein herrlicher Panoramablick auf Wiesbaden, wobei besonders die backsteinfarbene neugotische Marktkirche (Nassauischer Landesdom) mit ihrem 98 Meter hohen Westturm ins Auge fällt. Fußläufig geht es am Opelbad vorbei zur weithin sichtbaren russisch-orthodoxen Grabeskirche mit ihren fünf vergoldeten Zwiebelkuppeln. Nach der erholsamen Mittagspause unweit des Wiesbadener Schlossplatzes führte die Busreise über Eltville und Kiedrich zum ehemaligen Zisterzienserkloster Eberbach in einem landschaftlich reizvollen Seitental des Rheingaus. Das großartige Ensemble mittelalterlicher Baukunst ist geprägt durch Bauepochen der Romanik, der Gotik und partiell auch des Barockzeitalters. Bei der Führung durch das 1136, auf Initiative des hl. Bernhard von Clairvaux, gegründete Kloster, beeindruckte architektonisch besonders das Mönchsdormitorium. Der 72 m lange zweischiffige kreuzrippengewölbte Schlafsaal gehört zu den eindrucksvollsten mittelalterlichen Raumschöpfungen in Europa. Die romanische dreischiffige Pfeilerbasilika mit prächtigen Maßwerkfenstern in den südlich angebauten gotischen Kapellen wird heute primär für die Ausrichtung klassischer Konzerte genutzt. Bei einem Gesangsvortrag unter dem Dirigat von Juliane Jakob überzeugte sich der Oberbreisiger Kirchenchor von deren beeindruckender Akustik. Im Laienrefektorium sind als Zeugen der wirtschaftlich ertragreichen Weinkultur in Eberbach 12 historische Keltern aufgestellt, die älteste stammt aus dem Jahr 1668. Das historische Erbe der Klosteranlage wird seit 1998 von der Stiftung Kloster Eberbach sorgsam gehütet und für vielfältige kulturelle Veranstaltungen genutzt. Nächstes Ziel im Rheingau war Rüdesheim-Eibingen. Auf der Fahrt dorthin war der historische Weinverladekran in Oestrich, die dreischiffige Basilika St. Ägidius in Mittelheim, das Brentanohaus in Winkel und das weithin sichtbare Schloss Johannisberg zu sehen. Rund 1200 Jahre Weinbaugeschichte sind mit dem Johannisberg verbunden; die bewegte Historie einer einzigartigen Weinkultur. Das um 1100 errichtete Benediktinerkloster ließ der Fuldaer Fürstbischof 1716 abbrechen und an deren Stelle ein dreiflügeliges barockes Schloss als seine Sommerresidenz bauen. 1775 wurde hier durch einen Zufall die Spätlese entdeckt. An den „Spätlesereiter“ erinnert ein kunstvolles Denkmal im Hof des Johannisberger Schlosses. In Rüdesheim-Eibingen wurde die Pfarr- und Wallfahrtskirche aufgesucht; hier werden in einem vergoldeten Schrein die Gebeine der hl. Hildegard von Bingen aufbewahrt. Im nahegelegenen Weingut „Magdalenenhof“ mit Blick in die Rheinauen, auf die hoch gelegene Abtei St. Hildegard und das Niederwalddenkmal war gemütlicher Ausklang eines kulturell abwechslungsreichen Chorausflugs.
