Viele wünschen sich einen Fahrradweg an der L83 - aber ist das auch realisierbar?
HeimatCheck: Kempenich/Hausten: Fahrradweg bleibt vorerst Wunschdenken
Kempenich/Weibern/Morswiesen. Immer wieder erreichen die Redaktion Hinweise von Leserinnen und Lesern zum Zustand der Mayener Straße (L83) zwischen Kempenich, Weibern und Hausten. Die Kritik: deutliche Fahrbahnschäden und der Wunsch nach einem sicheren Radweg entlang der Strecke. Im Rahmen der Reihe „HeimatCheck“ hat BLICK aktuell beim Landesbetrieb Mobilität (LBM) nachgefragt.
Nach Angaben des LBM ist der Zustand des gesamten Streckenabschnitts bekannt. Die Straße werde regelmäßig im Rahmen der sogenannten Zustandserfassung und -bewertung überprüft. Dabei würden Schäden wie Risse, Verdrückungen, Ausbrüche und Unebenheiten systematisch dokumentiert. Unabhängig davon sichern die zuständigen Straßenmeistereien die Verkehrssicherheit durch kontinuierliche Kontrollen.
Eine grundlegende Sanierung der L83 zwischen Kempenich, Weibern und Morswiesen, einem Ortsteil von Hausen, hat es in den vergangenen Jahrzehnten nicht gegeben. Allerdings wurden immer wieder punktuelle Reparaturen durchgeführt. Zuletzt wurde im Jahr 2020 die Fahrbahndecke in der Ortsdurchfahrt Weibern erneuert. Feste Sanierungsintervalle gibt es bei Landesstraßen nicht. Maßgeblich ist stets der tatsächliche Zustand der Fahrbahn.
Für die Zukunft sind jedoch umfassendere Maßnahmen vorgesehen. Der Abschnitt zwischen Rieden und Kempenich ist in drei Planungsbereiche unterteilt. Im ersten Abschnitt – von der Ortsdurchfahrt Hausten bis zur K 18 an der Riedener Mühle – hat die technische Planung für einen Ausbau bereits begonnen. Im zweiten Abschnitt, von Weibern bis einschließlich Hausten, befindet sich das Projekt aktuell in der Entwurfsplanung. Daran schließen sich Genehmigungsverfahren und Baurechtsfragen an. Dieser Bereich soll unmittelbar nach dem ersten Bauabschnitt umgesetzt werden. Der dritte Abschnitt von Kempenich bis einschließlich der Ortsdurchfahrt Weibern ist derzeit noch in der Grundlagenermittlung und Vorplanung. Hier sind unter anderem weitere Vermessungsarbeiten erforderlich.
Vielfältige Herausforderungen
Der vielfach geäußerte Wunsch nach einem Radweg entlang der Strecke wird derzeit nicht weiterverfolgt. Laut LBM stellt die Topografie eine große Herausforderung dar. Ein separater Radweg würde entweder in Hanglagen oder in Bereichen entlang von Gewässern verlaufen müssen. Dies wäre mit erheblichen Eingriffen in sensible Naturräume verbunden, darunter Schutzgebiete wie Vogelschutz- und Fauna-Flora-Habitat-Gebiete sowie weitere Naturschutzflächen. Auch ein straßenbegleitender Radweg wäre unter diesen Voraussetzungen nur mit großem baulichen und finanziellen Aufwand realisierbar.
Fazit des HeimatChecks: Der schlechte Zustand der L83 ist bekannt, konkrete Ausbauplanungen laufen bereits. Allerdings wird es bis zur Umsetzung noch Zeit brauchen. Fahrradfahrer werden aber das Nachsehen haben: Ein Radweg entlang der Strecke bleibt vorerst Wunschdenken.
Mitmachen beim HeimatCheck
Mit der Serie HeimatCheck bietet BLICK aktuell Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit, auf Missstände oder Probleme vor Ort aufmerksam zu machen. Die Redaktion greift diese Hinweise auf, recherchiert die Hintergründe und holt Stellungnahmen der zuständigen Behörden ein. Hinweise und Themenvorschläge können per E-Mail an heimatcheck@kruppverlag.de eingereicht werden.
ROB
