Allgemeine Berichte | 16.12.2013

Ernstes und Besinnliches beim VdK-Ortsverband Bad Breisig

Wenig Licht und viel Schatten

Vorsitzender Sieler übt Kritik am Koalitionsvertrag Im Januar Infos zur Vorsorge im Ernstfall

Vor zehn Jahren wurde Magdalena Engel Mitglied des VdK-Ortsverbands Bad Breisig. Mit Urkunde, Ehrennadel und Blumen bedankte sich Vorsitzender Jürgen Sieler für die Treue zu dem Sozialverband. privat

Bad Breisig. Um gut 20 Prozent gestiegen ist die Mitgliederzahl des quellenstädtischen VdK-Ortsverbands im nun zu Ende gehenden Jahr 2013. Für den Vorsitzenden Jürgen Sieler eine zunächst erfreuliche Entwicklung. Zum anderen sei sie aber auch ein ernst zu nehmender Beleg dafür, dass immer breiter werdende Schichten der Bevölkerung aus der sozialen Balance gestoßen würden und deswegen Hilfe suchen - beim VdK.

Mit nunmehr 254 Mitgliedern startet der Ortsverband ins kommende Jahr. Auftakt wird sein die Info-Veranstaltung mit der rheinland-pfälzischen Justiz-Staatssekretärin Beate Reich (Remagen) am 20. Januar, 17 Uhr, im Seniorenheim St. Josef in Bad Breisig. Das hochaktuelle Thema dreht sich um die „Vorsorge für den Ernstfall“, also um die zeitgemäße Patientenverfügung, um Vorsorgevollmacht und Betreuungsverfügung.

Die im Vorfeld der Koalitionsbildung bekannt gewordenen Vereinbarungen zwischen CDU/CSU und der SPD waren für den Ortsvorsitzenden des Sozialverbands Anlass, sie auf die sozialpolitische Waagschale zu legen. Das Ergebnis wurde in vielerlei Hinsicht für zu leicht befunden. Die Nachbesserung der Mütterrente sei natürlich zu begrüßen, weil längst überfällig. Dass der dafür erforderliche Milliarden-Betrag aus der Rentenkasse genommen werde und nicht über Steuern abgewickelt werden soll, ist nach Sielers Auffassung falsch. Er äußerte Zweifel an der Rechtmäßigkeit dieser Finanzierungsvariante. Es bestehe nämlich die Verpflichtung, Rentenüberschüsse ab einer gewissen Höhe, die derzeit längst überschritten sei, den Beitragszahlern zurückzugeben. Ähnlich bewertete er das Vorhaben der künftigen Koalitionäre im Hinblick auf die Rente ab 63, wenn 45 Berufsjahre geleistet auf der Habenseite stehen. Beide Vorhaben und mehr seien im Übrigen Projekte, die ganz überwiegend von den Jüngeren finanziert werden müssten. Vor dem Hintergrund, dass nach ernst zu nehmenden Prognosen bereits ab 2020 zehn Prozent aller Rentner unter Altersarmut leiden müssten, sei eine derart unsoziale Lastenverteilung unverantwortlich. Dass die im Wahlkampf angekündigte Milderung der kalten Steuerprogression stillschweigend zu Grabe getragen wurde, dass die meisten Kliniken rettungslos unterfinanziert seien, dass bei der Pflege die Situation geradezu dramatisch sei, trotz leichter Anhebung des Versicherungsbeitrags, das waren weitere Kritikpunkte an dem zum Zeitpunkt der Weihnachtsfeier im Hotel „Zur Mühle“ noch nicht in Kraft getretenen Koalitionsvertrag.

Zur Tradition gehört beim VdK Bad Breisig, dass zum Jahresende den Jubilaren, diesmal waren es acht, für jahrelange Treue gedankt wird. Umrahmt wurde das weihnachtliche Essen von den Klängen des Koblenzer Pianisten Ernst-Mathias Schmitz, der die VdK-ler in die seligen Zeiten von anno dazumal entführte.

Vor zehn Jahren wurde Magdalena Engel Mitglied des VdK-Ortsverbands Bad Breisig. Mit Urkunde, Ehrennadel und Blumen bedankte sich Vorsitzender Jürgen Sieler für die Treue zu dem Sozialverband. Foto: privat

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