Allgemeine Berichte | 19.09.2015, 11:55 Uhr

Kreisjägerschaft und Forstämter appellieren an Freizeitnutzer mit motorisierten Fahrzeugen

Wild lebende Tiere brauchen Ruhe

Jetzt ist die Zeit, in der sich die wild lebenden Tiere eine Fettschicht für den Winter anfressen müssen. privat
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Region. Der Wald zeigt sich gerade jetzt im Herbst von seiner farbenfrohesten Seite. Wenn die letzten warmen Sonnenstrahlen die Waldwege fast schon mystisch wirken lassen, hält es kaum jemanden mehr Zuhause. Die Ruhe genießend erkundet man jetzt besonders gerne die heimische Natur auf einem der zahlreichen Wanderrouten. Dann, wie aus dem Nichts, wird man durch ohrenbetäubenden Lärm aus seinen Gedanken gerissen. Ein Quadfahrer hatte anscheinend denselben Gedanken, nur bewegt er sich mit seinem motorisierten Gefährt abseits der Wege. Abgesehen davon, dass wir uns darüber ärgern, dass uns jemand aus unseren Gedanken gerissen hat, ist auf Wald- und Forstwegen nur Befugten das motorisierte Fahren erlaubt. Viel schlimmer ist aber, dass durch das verbotene Fahren quer-Wald-ein und abseits der Wege nicht nur Pflanzen zerstört sowie Kleinstlebewesen und Bodenbrüter getötet werden können, dieses Befahren des Waldes ist ferner ein Verstoß gegen das Jagdgesetz. Denn es ist verboten, Wild unbefugt an seinen Zuflucht-, Nist-, Brut- oder Wohnstätten zu stören. Gerade jetzt, wo sich die wild lebenden Tiere eine Fettschicht für den Winter anfressen müssen und darüber hinaus das Rotwild aktuell sehr viel Energie bei der Fortpflanzung verbraucht, ist es unabdingbar, dass das Wild in seinen Einständen (Dickung) und auf seinen Äsungsplätzen nicht beunruhigt wird.

Rücksicht nehmen

Sollte dieses, wie oben beschrieben, der Fall sein, ist die logische Konsequenz, dass es sich nicht raus traut. Aufgrund des Äsungs-Rhythmus und der Beschaffenheit der Mägen muss es aber in regelmäßigen Abständen Nahrung zu sich nehmen. Es bleibt in seinem Einstand und macht sich, um den Hunger zu stillen, an die Triebe der jungen Bäume ran. Das wiederum schadet unseren Wäldern massiv! Darüber hinaus kann eine fehlende Fettschicht in strengen Wintern schnell den Hungertod bedeuten. Wer es also mit der Natur und ihren tierischen Bewohnern ernst meint und sich in seiner Freizeit gerne in ihr bewegt, sollte bitte auch Rücksicht auf diese nehmen und seine motorisierte Freizeitbeschäftigung auf ausgewiesene Wege beschränken. Gerade im Bereich des Forstamtes Adenau sind besonders rücksichtslose Zeitgenossen auch mit Enduro-Maschinen selbst noch in der Dämmerung auf gesperrten Wegen unterwegs, z.T. mit unkenntlich gemachten Kennzeichen, um der Verfolgung zu entgehen. Die Forstbehörde und die Jagdpächter bitten eindringlich darum, solches Verhalten zu unterlassen.

Joachim Polch, Kreisjagdmeister

Ariane Beigi, Presseobfrau Kreisjägerschaft Ahrweiler

Jetzt ist die Zeit, in der sich die wild lebenden Tiere eine Fettschicht für den Winter anfressen müssen. Foto: privat

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