CDU-Landesvorsitzende Julia Klöckner zu Besuch bei der Firma Rhodius
„Wir brauchen frischen Wind in der Wirtschaft in Rheinland-Pfalz“
Unter dem Motto „Lust auf Deutschland“ werden südeuropäischen Jugendlichen Praktika ermöglicht
Burgbrohl. Hoher Besuch bei der Firma Gebrüder Rhodius GmbH im Brohltal: Julia Klöckner, Landesvorsitzende der CDU Rheinland-Pfalz, machte auf Einladung der Geschäftsleitung Station in dem regional so wichtigen Industriewerk. Die geschäftsführenden Gesellschafter Dr. Karl Tack (Rhodius Mineralquellen) und Gerald Lichter (Rhodius Schleifwerkzeuge) waren Gastgeber für die CDU-Spitzenpolitikerin, die von MdL Guido Ernst begleitet wurde, zudem von dem im Brohltal um das Bürgermeisteramt kämpfenden CDU-Bewerber Detlef Odenkirchen.
Anlass für das Treffen war eine von Dr. Karl Tack ausgehende Initiative, einigen in ihrer südeuropäischen Heimat chancenlosen Jugendlichen in einer bemerkenswerten Aktion die Möglichkeit zu geben, in einem Praktikum Einblick in die deutsche Arbeitswelt zu erhalten. Für das Zustandekommen dieser Initiative konnten unter der Überschrift „Lust auf Deutschland“ bisher acht regionale Firmen geworben werden. Die Initiative und Idee zu der Aktion war im Regionalverband Mittelrhein des Verbandes „Familienunternehmen“ (ASU) und der „Jungen Unternehmen“ (BJU) auf fruchtbaren Boden gefallen. Wie Dr. Tack betonte, wurde die Idee „einfach, pragmatisch, hemdsärmelig, ohne bürokratische Hürden, stattdessen mit viel Engagement und Herzblut umgesetzt“. Man wolle ein Signal setzen und beweisen, dass Jugendarbeitslosigkeit in Europa keinen Platz hat - vorausgesetzt, man sei mobil. Dr. Karl Tack hatte die CDU-Landesvorsitzende voll auf seiner Seite, als er argumentierte: „Es ist ein Skandal, dass viele Jugendliche in Südeuropa keine Arbeit und keine Ausbildungsplätze finden, und in unserer boomenden Wirtschaft sucht man händeringend um Nachwuchs. Deshalb haben wir das Pilotprojekt gestartet, einigen Jugendlichen aus Spanien zunächst eine Schnupper-Anstellung zu bieten.“
Die seit Anfang April in den regionalen Unternehmen angekommenen neun spanischen Berufsschülerinnen und Berufsschüler erleben in zehnwöchigen Praktiken die deutsche Arbeitswelt. Mit diesen lebendigen und auf die Praxis bezogenen Einblicken soll bei den jungen Leuten Appetit auf eine berufliche Tätigkeit in Deutschland geweckt werden. Der Rhodius-Geschäftsführer bekräftigte: „Es geht uns darum, das Bewusstsein zu stärken, dass jeder junge Europäer, der mobil ist, in unserer Region eine gute Zukunftsperspektive und ein lebenswertes Umfeld bei attraktiven Arbeitgebern finden kann. Wir bieten also eine echte Alternative zu einer möglicherweise drohenden Arbeitslosigkeit im jeweiligen Heimatland“. Julia Klöckner zeigte sich beeindruckt und suchte schnell den Kontakt zu den jungen Gästen aus Südeuropa; sie lernte drei der spanischen Praktikanten kennen, konnte sich nach ihrem Befinden und ihren Wünschen erkundigen und mit ihnen Einiges an Gedanken austauschen.
Rhodius möchte auf Dauer eine berufliche Perspektive geben
Ihre Gesprächspartner waren die 22-jährige Maria Montero Mansilla (Berufswunsch Lebensmitteltechnikerin), der bereits fortgeschritten ausgebildete 27-jährige Juan Pablo Ramirez (Industrie-Elektriker) und der 19-jährige Carlos Conde González (Berufswunsch: Industrie-Elektriker). Alle Praktikanten äußerten im Gespräch positive Eindrücke, die sie in den ersten drei Wochen gesammelt hatten. „Und - wie steht es mit dem Heimweh?“, wollte die Politikerin wissen. Antwort: Das sei nicht ganz zu unterdrücken, aber die Gasteltern (alle wohnen privat) und eine liebevolle Betreuung würden darüber hinweghelfen.
„Es ist ja auch eine schöne Gewissheit, dass Rhodius uns auf Dauer eine berufliche Perspektive geben will“, übersetzte die Dolmetscherin der IHK, die den Firmen bei den Anfängen der Aktion zur Hilfe kommt, den Hinweis von Maria Montero. Übrigens hatten die jungen Spanier sich bereits daheim in einem Deutschkurs auf ihre Gastrolle vorbereitet; sie lernen nun weiterhin eifrig Deutsch - einen Tag pro Woche bei der IHK in Koblenz. Außerdem erleichtern organisierte Freizeitprogramme das Zurechtfinden im (noch) fremden Deutschland. So wurden bereits der Andernacher Geysir besucht, dazu eine Brauerei, der Neuwieder Zoo, und es wurde durch einen Weinberg gewandert.
Ein Taschengeld macht zusätzlich den Aufenthalt im Rheinland über die zehn Wochen erträglich.
Julia Klöckner interessierte sich auch für den praktischen Einsatz der jungen Leute und folgte dem Ingenieur Gerald Lichter in die Produktionshallen, in denen die Schleifmittel entstehen, die diesen Zweig der Rhodius-Werke bekannt gemacht haben. Dort zeigte sich die technische Neugier der Politikerin, die sich die Arbeitsabläufe - unter anderem von Praktikant Juan Pablo - genau erklären ließ. Julia Klöckner war beeindruckt von der gut organisierten Struktur des Rhodius-Werkes.
Die Visite im Brohltal wurde bilanziert in einem Round-Table-Gespräch im Sitzungssaal, wo sich zwischen der Politikerin, den jungen Gästen aus Spanien und der Rhodius-Geschäftsleitung ein interessanter Gedankenaustausch entwickelte. Viele gute Fragen, erkenntnisreiche Antworten und sachkundige Kommentare hielten sich die Waage.
Im Mittelpunkt standen Fragen der Bildung und der Ausbildung. Eine ungute Entwicklung sehen sowohl Julia Klöckner als auch Guido Ernst, der bildungspolitische Sprecher der Mainzer CDU-Fraktion, in dem Umstand, dass es aktuell „mehr Hochschul-Absolventen als Schulabschlüsse aus allgemeinbildenden Schulen gibt“. Die Rhodius-Fachleute bestätigen die Wahrnehmung, dass sich unter den seltenen Bewerbern um eine Ausbildungsstelle zu oft Leute mit Schreib- und Lese-Defiziten befänden. Die Möglichkeit, das Interesse junger Leute aus dem Ausland zu wecken, sei ein Geschenk, das man gerne entgegennähme.
Julia Klöckners Fazit lautete: „Wir brauchen frischen Wind in den Belangen von Bildung und Wirtschaft in Rheinland-Pfalz, und in dieser Hinsicht sind die Initiativen der Familienbetriebe wie Rhodius unverzichtbar“. So ermutigt, bedankten sich die Geschäftsführer des Vorzeige-Unternehmens aus dem Brohltal, aber auch deren glückstrahlende spanische Praktikanten für den Besuch der Politikerin.
Der junge Spanier Juan Pablo erläutert Julia Klöckner die Arbeitsabläufe.
