Lokalsport | 12.08.2014

SpVgg Burgbrohl bei den U16 Jugendmeisterschaften

Zoë Krischer holt Gold über 3.000 Meter Gehen

Goldmedaillengewinnerin Zoë Krischer auf der Zielgeraden. W. Birkenstock

Bochum. Zum ersten Mal richtet der Deutsche Leichtathletikverband (DLV) in diesem Jahr Jugendmeisterschaften U16 aus. Wer teilnehmen will, muss nicht nur in seiner Spezialdisziplin zu den Besten in Deutschland gehören und dieses durch eine Qualifikationsleistung nachweisen, sondern auch zeigen, dass er/sie mindestens in einem völlig anderen Disziplinblock auch sehr gute Resultate erzielen kann.

Zoë Krischer von der Sportvereinigung Burgbrohl konnte beide geforderten Leistungen erbringen und erhielt somit ein Startrecht über 3.000 Meter Gehen. Während fast alle Athleten U16 am 16. und 17. August in Köln starten, durften die Geher aus organisatorischen Gründen bereits am vergangenen Freitag in Bochum-Wattenscheid an den Start gehen. Dort kämpften etwa 1.800 Jugendliche aus ganz Deutschland um die Medaillen der Leichtathletik.

Der Rennverlauf war vom Trainer nach den Trainingsergebnissen und bei Testläufen ermittelten Blutwerten exakt geplant worden. Daran hielt sich die Oberzissener Sportlerin ganz genau. Das hieß aber auch, dass sie nach einem Kilometer noch weit hinter der führenden Geherin lag, die in einem unglaublichen Tempo das Rennen begonnen hatte. Für die Zuschauer sah es so aus, als ob sie keine Chance mehr hätte, diese Lücke zu schließen. Aber Zoë Krischer ließ sich nicht beirren. Schon nach 2.000 Metern konnte sie die Führung übernehmen und baute diese Stück für Stück aus. Auf den letzten 600 Metern erhöhte sie ihr Tempo noch einmal. Auch das war vorher geplant und so besprochen worden.

Schon eine Stadionrunde vor dem Ziel war alles klar. Am Ende siegte sie mit einem gigantischen Vorsprung von circa 60 Metern vor Meghann Lehmann vom brandenburgischen LC Jüterbog. Damit war sie die erste U16 Athletin, die in Deutschland zu Gold rannte, andere werden am kommenden Wochenende folgen.

Auch für das Brohltal war es ein Novum. Zwar gab es schon Silber- und Bronzemedaillen für leichtathletische Leistungen, aber eine Goldmedaille in dieser Sportart ging noch nie in die Verbandsgemeinde. Das letzte Mal, dass die leichtathletische Jugend im Kreis Ahrweiler Gold erringen konnte, liegt auch schon sechs Jahre zurück, und die beiden Silbermedaillen in dem Zeitraum gingen an die SpVgg Burgbrohl. Nicht nur von der Bundestrainerin kam viel Lob für die Leistung von Zoë Krischer, sondern auch von den Gehrichtern, die während des Rennens immer genau schauen, ob die Sportler bei dem Rennen auch immer einen Fuß auf dem Boden und ihr Knie gestreckt halten, denn das fordert die Wettkampfregel.

Schon Minuten nach dem Rennen, das als Livestream übertragen wurde, kamen die Glückwünsche über die sozialen Medien an, allen voran vom Abteilungsvorsitzenden Peter Rübenach, später auch von Ortsbürgermeister Eugen Schmitt und Verbandgemeindebürgermeister Johannes Bell, dieser sogar aus seinem Urlaub. Zu Hause saßen wohl viele Fans an den Bildschirmen und Handys. Die Siegerzeit von 16:58,87 Minuten bedeutet auch, dass sie die Norm für den Landeskader Lauf/Gehen unterboten hat und ab Herbst mit den Besten aus dem Rheinland eine Trainingsgruppe bildet. Somit erhält sie ab Oktober auch eine Unterstützung vom Landestrainer und vom rheinland-pfälzischen Olympiastützpunkt.

Der Leichtathletikverband Rheinland kehrte aus Bochum erfolgreich mit fünf Silbermedaillen und zwei Bronzemedaillen zurück. Das einzige Gold im Verband ging dabei ins Brohltal an Zoë Krischer.

Goldmedaillengewinnerin Zoë Krischer auf der Zielgeraden. Foto: W. Birkenstock

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