Kirmes in Ariendorf
195 Jahre und kein bisschen leise
Junggesellenverein von 1820 feierte fünf Tage lang mit den Einwohnern und vielen befreundeten Gastvereinen
Ariendorf. Bei herrlichem Wetter, beschwingter Musik und kühlen Getränken feierten die Ariendorfer am vergangenen Wochenende ihre St.-Johannes-Kirmes. Eingeladen hatte dazu der Junggesellenverein 1820 Ariendorf, der mit seinem Stiftungsfest an den 195. Gründungstag seines Vereins erinnerte. Pünktlich zum fünftätigen Fest präsentierte sich das Dorf im festlichen Gewand: Junge Birkenzweige und Fahnen in den grün-weißen Vereinsfarben schmückten die Straßen.
Party bis in den frühen Morgen
Zum Auftakt des Stiftungsfestes trafen sich die Junggesellen mit den ehemaligen Junggesellen am Freitagabend am Mühlenplatz im Oberdorf. Mit Fackeln zogen sie durch das Dorf und wurden vom Tambourkorps „Rheingold“ Ariendorf musikalisch unterstützt. Der eigentlich für den Abend geplante Zapfenstreich fiel aus, doch das gebotene Festprogramm im Heimathaus sorgte für den gebührenden Ausgleich an Unterhaltung und gemütlichem Beisammensein. Schirmherr Gisbert Rings sprach Festausrichtern und Ehemaligen Dank und Anerkennung für die Pflege des Brauchtums aus. Bis in die frühen Morgenstunden war DJ Jörg im Einsatz, um Gastgeber und Gäste mit den Hits aus den 70ern, 80ern und 90ern zu unterhalten.
Befreundete Vereine zu Gast
Der Samstag stand ganz im Zeichen der befreundeten Junggesellenvereine. Aus Bad Hönningen, Rheinbrohl, Leubsdorf und Dattenberg kamen Abordnungen zum Fest. Auch Junggesellen aus Hargarten, Lorscheid, Vettelschoß, Niederbreitbach, Westum und Koisdorf ließen sich nicht lumpen und wurden wie die Abordnungen aus Bruchhausen, Unkel und Kalenborn im Heimathaus herzlich empfangen. Sie alle hatten ihre Fähnriche mitgebracht, die beim Wettbewerb am Nachmittag ihr Geschick unter Beweis stellten. Bei der Voreifelmeisterschaft setzte sich Jan-Philipp Wallek aus Unkel durch. Lukas Becker aus Bad Hönningen ergatterte den Wander- und den Heinz-Schwarz-Pokal. Jahresmeister in der Teamwertung wurden die Junggesellen aus Bad Hönningen. Jahresmeister in der Einzelwertung wurde Hendrik Sartor, ebenfalls aus der Bäderstadt. Nach dem gemeinsamen Festumzug machte die Express-Party-Band aus Sachsen mächtig Stimmung im Bürgerhaus. Während der Party wurden denn auch die Preise für weitere Wettbewerbe verliehen. Die Rheinbrohler Junggesellen erhielten den Meterbier-Gesamtpreis, die Vettelschosser holten sich den Meterbier-pro-Kopf-Preis. Den Stimmungspreis bekamen die Dattenberger, während die Bad Hönninger für die größte Abordnung ausgezeichnet wurden. Die weiteste Anreise hatten die Westumer, den Sonderpreis für die kleinste Abordnung erhielten die Bruchhausener. Bei der Festzugbewertung landeten die Bad Hönninger auf dem ersten Platz vor Rheinbrohl (2.) und Niederbreitbach (3.). Den Ehrendamenpreis erhielt das weibliche Gefolge aus Bad Hönningen. Auf Platz zwei folgten die Rheinbrohlerinnen und auf Platz drei die Ehrendamen aus Lorscheid.
Alte Traditionen gepflegt
Am Sonntagmorgen früh um sechs Uhr zogen die Vorstandsmitglieder mit Leutnant André Probst los in den Markenweg, um Dennis Seger (Hauptmann während des Festes) zu wecken. Gestärkt durch ein gemeinschaftliches Frühstück ging es dann zum Festhochamt mit Prozession. Zu Ehren von Pater Magnus und den Kirchgängern schwenkte 1. Fähnrich Lukas Muders die Vereinsfahne. Am Denkmal für die Gefallenen und Vermissten beider Weltkriege legten die jungen Erwachsenen einen Kranz nieder. Nach dem Umzug durch den Ort mit dem Tambourcorps luden die Gastgeber zum Frühschoppen beziehungsweise zum Kurkonzert mit dem Musikverein Bad Hönningen ein. Vanessa Boden, Natalie Elberskirch, Carolin Birnbach, Melissa Schlich und Elena Neumeister waren als Ehrendamen auch beim Königszug am Abend vertreten. Dazu trafen sich auch die Fähnriche Lukas Muders, Fabian Karalus (2. Fähnrich), Tobias Göttes (Träger 1. Kirchenfahne) und Jonas Kröll (Träger 2. Kirchenfahne) mit den übrigen Junggesellen, Ehemaligen und den Musikern am Mühlenplatz, um von dort aus zum Denkmal zu marschieren. Nach einem kurzen Stopp bei Kassierer Marcel Göttes zog die Festgesellschaft weiter durch das Dorf und feierte anschließend den Königsball - auch ohne einen diesjährigen Junggesellenkönig.
Am Kirmesmontag machten sich die Junggesellen mit dem Tambourcorps auf zu einem Umtrunk mit Fahnenschwenken bei André Probst, Marcel und Tobias Göttes sowie Dennis Seger. Am letzten Festtag kleideten die Junggesellen ihren Kirmesmann aus Stroh ein, um ihn nach dem Umzug mit den heimischen Blasmusikern am Rheinufer zu verbrennen. Nach der Kirmesbeerdigung ging es schließlich zum „Fassleeren“ in das Bürgerhaus.
Musikalisch begleitet vom Tambourcorps zog am Sonntag der Festzug durch den Ort.
