Politik | 07.02.2014

Bündnis 90/Die Grünen nominieren ihre und Kandidaten

50 Prozent Frauen für den Kreistag Neuwied

Bei der Mitgliederversammlung in Waldbreitbach nominierten die Grünen ihre Kandidaten für den Neuwieder Kreistag. privat

Kreis Neuwied. Die Mitgliederversammlung der Grünen nominierte in Waldbreitbach ihr Personal für die Kreistagswahl im Mai. „Unser Kreisverband konnte diesmal das grüne Frauenstatut voll erfüllen und schickt somit eine Liste ins Rennen, die auf jedem zweiten Platz mit einer Frau besetzt ist“, freute sich Kreistagsmitglied Helmut Hellwig.

„Wir können mit unseren Kandidatinnen und Kandidaten aus allen Verbandsgemeinden und der Stadt alle Themenfelder im Kreis Neuwied abdecken und die Bedürfnisse der unterschiedlichen Gesellschaftsgruppen ausgewogen vertreten“, ergänzte Kreissprecherin Melanie Petri. Auf Listenplatz 1 gewählt, sieht sie selbst ihre Arbeitsschwerpunkte in den Bereichen demografischer Wandel, Sozialpolitik, Natur-, Umwelt- und Tierschutz. Auch die anderen Spitzenkandidaten überzeugten bei ihren Bewerbungen.

Helmut Hellwig (Platz 2) nannte eine „ausreichende finanzielle Ausstattung des Kreises für Schulen, Jugendhilfe und soziale Integration als Aufgabe“, des Weiteren „den Kinder- und Jugendschutz sowie die Arbeit an einer Kommune für alle, in der niemand mehr, aufgrund welchen Handicaps auch immer, ausgegrenzt wird.“

„Mehr Bürgerbeteiligung und Transparenz“

MdL Elisabeth Bröskamps (Platz 3) Arbeitsschwerpunkte sind Bildung, Sport, Demographie, Integration, Lärmschutz, Ökologie und Klimaschutz sowie Kinder und Familienpolitik. „Besonders wichtig ist mir die Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger und auch der Kinder und Jugendlichen. Ich möchte mich für eine transparente Politik einsetzen, zum Beispiel dass alle Gremien öffentlich tagen und nur im Ausnahmefall, zum Beispiel bei Persönlichkeitsrechten, nicht öffentlich.“

Bei seiner Vorstellung betonte Kreistagsmitglied Ludwig Stolz (Platz 4), dass die Grünen im Kreistag maßgeblich zu den Grundpfeilern einer ökologisch sinnvollen und bezahlbaren Abfallpolitik beigetragen haben und er auch weiterhin dafür sorgen möchte.

„Energiewende dezentral umsetzen“

Susanne Haller (Platz 5) beabsichtigt, sich für einen naturverträglichen Ausbau der erneuerbaren Energien dezentral vor Ort einzusetzen. „Die Energiewende soll auch im Kleinen im Kreis Neuwied umgesetzt werde, hin zu vollständiger Energiegewinnung aus nachwachsenden Rohstoffen, Solar- und Windenergie sowie Geothermie und ist schon allein aus Klimaschutzgründen notwendig und wichtig. Dabei wünsche ich mir eine Beteiligung der Bürger vor Ort, um eine breite Basis der Zustimmung für diesen Weg zu erhalten und den Eingriff in Natur und damit Lebensqualität so gering wie möglich zu halten“.

Für eine Überraschung auf der Liste sorgte Markus Erdmann aus Linkenbach, der erst 2013 aus dem Westerwaldkreis in den Kreisverband Neuwied gewechselt war und sich im zweiten Wahlgang Platz sechs sicherte. „Unsere Gesellschaft sollte Teilhabe für alle Menschen ermöglichen, auch im ländlichen Raum“ sagte er. „Schnelles Internet, ein funktionierender ÖPNV und ein vielfältiges Kulturleben sind dabei wichtige Bausteine.“

„Attraktives Kulturangebot schaffen“

Ebenfalls überraschend gewann Dr. Sabine Knorr-Henn, Tierärztin aus Steimel, die Wahl zum Platz 7. In ihrer Vorstellung betonte sie, dass „ein attraktives Kulturangebot, gerade auch im ländlichen Kreis Neuwied“, in ihren Augen ein „mitentscheidender Standortfaktor ist, der Menschen bewegt, hier gerne zu leben.“

Franz Breitenbach aus Bad Hönningen (Platz 8) sieht sein wichtigstes Ziel darin, sich für eine lebenswerte Heimat einzusetzen. Dazu zählt er insbesondere den Kampf gegen den unerträglichen Bahnlärm im Rheintal und die Erweiterung von Veranstaltungen, die vor allem auch den Tourismus fördern. „Jeder Mensch hat das Recht auf ein Leben in Würde und gesellschaftliche Teilhabe. Um der wachsenden Armut im Kreis Neuwied entgegen wirken zu können, brauchen einkommensschwache Mitbürger Hilfe. Ich möchte mich besonders für die Sicherung angemessenen und bezahlbaren Wohnraums unter Einbeziehung der Förderung alternativer Wohnformen einsetzen“ erläuterte Inge Rockenfeller aus der Stadt Neuwied (Platz 9). Bernd Rosbach (Platz 10) arbeitet beruflich als Ingenieur bei der Deutschen Telekom und beschäftigt sich dort mit interkommunalem Energiemanagement, -effizienz und Elektromobilität. „Die Lösungen für intelligente Netze und den Aufbau einer dezentralen Infrastruktur sind fertig entwickelt. Jedoch fehlt es an politischem Willen, diese umzusetzen und die notwendigen Rahmenbedingungen zu schaffen“, führte er aus. Darüber hinaus sind ihm die Förderung der energetischen Gebäudesanierung, die regionale Wertschöpfung sowie die konsequente Umsetzung des Klimaschutzkonzeptes im Kreis Neuwied wichtige Ziele, in dem auch die Natur- und Umweltschutzbelange berücksichtig werden. Insgesamt umfasst die Liste der Grünen für die Kreistagswahl 45 Kandidatinnen und Kandidaten. Die Listenplätze 1 bis 20: Melanie Petri (Neustadt/Wied), Helmut Hellwig (Puderbach), Elisabeth Broeskamp (Straßenhaus), Ludwig Stolz (Leubsdorf), Susanne Haller (Unkel), Markus Erdmann (Linkenbach), Dr. Sabine Knorr-Henn (Steimel), Franz Breitenbach (Bad Hönningen), Inge Rockenfeller (Neuwied), Bernd Rosbach (Kurtscheid), Beatrix Liesenfeld (Leubsdorf), Ansgar Federhen (Rheinbreitbach), Regine Wilke (Neuwied), Dr. Roland Kohler (Windhagen), Anja Birrenbach (Linz), Cataldo Spitale (Neuwied), Delia Buchstäber (Straßenhaus), Berthold Scharrenbach (Bad Hönningen), Therese Boeck (Neuwied), Thomas Neumann (Oberraden). Pressemitteilung

Bündnis 90/Die Grünen

Kreisverband Neuwied

Bei der Mitgliederversammlung in Waldbreitbach nominierten die Grünen ihre Kandidaten für den Neuwieder Kreistag. Foto: privat

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