Jährliches Konzert im Neuwieder Roentgen-Museum
„August Bungert ist es wert, dass wir ihn feiern und er gehört wird”
Neuwied. Das jährliche Konzert im Neuwieder Roentgen-Museum mit jeweils anderen Themen ist das einzige Neuwieder Konzert auf diesem Niveau, das nichtkommerziell von Neuwiedern Musikern abgehalten wird. Es war diesmal dem Komponisten und Pianisten August Bungert gewidmet, der vor 100 Jahren in Leutesdorf bei Neuwied starb.
„Mit diesem Konzert soll Bungerts Musik, der zu Lebzeiten berühmt und gefeiert war, aus dem Vergessenen herausgeholt werden”, nannte Organisatorin Maud Schreiber-May das Ziel des Konzerts, das im November jeden Jahres im Neuwieder Roentgen-Museum stattfindet.
Den 1845 Geborenen verschlug es nach einem rastlosen Künstlerleben als Komponist und Pianist am Ende nach Neuwied, wo er vor 100 Jahren in Feldkirchen begraben wurde. Carmen Silva aus dem Wiedischen Fürstenhaus hatte ihm in Leutesdorf ein Haus geschenkt, um ihn an die Region zu binden.
„So wurde er der Lehrer von Prinzessin zu Wied in Klavier und Komposition und vertonte die Gedichte von Carmen Silva”, erläuterte die Organisatorin des Konzerts. Einige dieser und andere Gedichte sowie einige weitere Kompositionen waren bei dem Konzert zu hören. Die Sopranistin Christine Staebel, schon ein ständiges Markenzeichen dieser Konzerte, trug - begleitet am Klavier von Elvira Volk - einige der vertonten Gedichte vor. Das tat auch der junge Konstatin Paganetti, dessen Baritonstimme das Publikum nachhaltig beeindruckte.
Schreiber-May spielte selbst einige Stücke am Klavier, wobei sie stimmungsvoll wie immer abwechselnd oder gemeinsam von den Streichinstrumenten von Hans-Lothar Friedrich, Martin Hoffmann und Wolfgang Gabler begleitet wurde. Gemeinsam mit Alexander Rühle, dem anderen der beiden beeindruckenden Nachwuchstalente dieses Konzerts, erfreute sie das Publikum mit einem Reigen für Klavier zu vier Händen. Den bewegenden Abschluss bildete Konstatin Paganetti mit seinem Vortrag des „Vater unser”. Schreiber-Maud: „Bungert ist es wert, dass wir ihn feiern und er wieder gehört wird.”
