Bienenweiden im Naturpark Rhein - Westerwald schaffen neue Lebensräume
Gemeinden beteiligen sich mit großem Engagement am Projekt „Bienenweide“
Kreis Neuwied. Der Sommer ist in vollem Gange und damit auch die Blühsaison für die Bienenweiden, die in sechs Naturpark-Gemeinden im Rahmen des Projektes „Bienenweide“ in diesem Frühjahr durch spezielles Saatgut angelegt wurden. Den bestäubenden Insekten, wie Wild- und Honigbienen, Schmetterlingen und Hummeln Nahrungs- und Nistmöglichkeiten zu geben, ist ein positiver Effekt, der durch Bienenweiden erreicht wird. „Mit unseren Bienenweiden in den Naturpark-Gemeinden konnten wir den bestäubenden Insekten neue Möglichkeiten bieten, sich mit wichtigen Pollen und Nektar zu versorgen - diese Blüten hätte es ohne diese Bienenweiden nicht gegeben“, resümiert Dr. Friedericke Weber, die Geschäftsführerin des Naturparks Rhein-Westerwald e. V., den Verlauf des Projektes „Bienenweide“. Die Geschäftsführerin hat sich im Laufe des Sommers die Bienenweiden der Gemeinden Roßbach/Wied (VG Waldbreitbach), Anhausen, Oberraden und Rüscheid (VG Rengsdorf), Kleinmaischeid (VG Dierdorf) und Dürrholz (VG Puderbach) angesehen, die sich am Naturpark-Projekt „Bienenweide“ beteiligen und mit den Gemeinden über ihre Erfahrungen mit diesen Blumenwiesen gesprochen. Die Naturpark-Gemeinden sind bei der Einsaat der Bienenweide sehr unterschiedliche Wege gegangen, so Dr. Weber. In einigen Gemeinden wurde das vorhandene Potenzial durch ehrenamtliches Engagement der Bürgerinnen und Bürger und örtlicher Vereine genutzt, um die Blumenwiesen anzulegen. In der Ortsgemeinde Dürrholz haben sich neben den freiwilligen Helfern der AG Naturschutz auch die Jagdpächter und ein ortsansässiger Landwirt bei der Anlage der Bienenweiden eingebracht: „Damit hatten wir neben der fachlichen Kompetenz auch die nötigen Helfer und die richtigen Geräte zur Einsaat zur Verfügung“, fasst Anette Wagner, die Ortsbürgermeisterin, zusammen. Auch andere Gemeinden haben bei der Einsaat auf die Fachexpertise von ortsansässigen Landwirten, wie in Roßbach/Wied, oder von Gemeindearbeitern, wie in Kleinmaischeid, gesetzt. „Ist die Bienenweide erstmal eingesät, muss man auch Geduld mitbringen, denn es braucht Zeit, bis die Bienenweide zur Blüte kommt“, so Jürgen Becker, Bürgermeister der Ortsgemeinde Roßbach/Wied.
Insgesamt zeigt sich, so Dr. Weber, dass sich die Bienenweiden, in Abhängigkeit von Faktoren wie dem Aussaatzeitpunkt, der Bodenbeschaffenheit, der Wasserverfügbarkeit oder dem Wetter völlig unterschiedlich entwickeln. Gerade der geringe Niederschlag in diesem Jahr ist für die frisch eingesäten Bienenweiden ein Problem. So wurde die Bienenweide in Kleinmaischeid durch den Ortsbürgermeister Philipp Rasbach und seinen Gemeindearbeiter regelmäßig gegossen, damit die kleinen Pflänzchen nicht der Trockenheit zum Opfer fielen. Auch müssen die Bienenweiden regelmäßig gepflegt werden: Dazu waren unter anderem Heinz-Otto Zantop (Ortsgemeinde Anhausen) oder Achim Braasch, Ortsbürgermeister von Oberraden, in der letzten Zeit immer wieder unterwegs und haben „Störkräuter“ aus den Bienenweiden entfernt. „Und das ist natürlich wie im eigenen Garten: Wenn man nicht ständig dran bleibt und die „Störkräuter“ entfernt, wachsen diese einfach weiter nach“, berichtet Christian Krauß, der Ortsbürgermeister von Rüscheid. Es zeigt sich: Viel Einsatz und persönliches Engagement sind nötig, um bestäubende Insekten mit Bienenweiden zu unterstützen. „Ohne dieses hervorragende Engagement der vielen freiwilligen, meist ehrenamtlichen, Helfer und natürlich der Beteiligung der Gemeinden auch in finanzieller Hinsicht hätte man das Projekt „Bienenweide“ im Naturpark nicht umsetzen können“, betonte Landrat Rainer Kaul, der stellvertretende Vorsitzende des Naturparks Rhein-Westerwald e. V., der sich bei einem Besuch an der Bienenweide in Anhausen über den Werdegang des Projektes informierte und sich für den Einsatz bei den beteiligten Gemeinden und deren Helfer bedankte. Er zeigte sich gemeinsam mit Hans-Werner Breithausen, dem Bürgermeister der Verbandsgemeinde Rengsdorf, beeindruckt, dass es die am Projekt beteiligten Gemeinden erreicht haben, mit ihren Ressourcen und vorhandenen Potenzialen Lebensräume für Bienen und Co. zu schaffen. Dies ist ein Weg, den der Naturpark Rhein-Westerwald auch in Zukunft gerne mit seinen Mitgliedsgemeinden weiter gehen möchte, so Landrat Kaul. Heidelore Momm, die Ortsbürgermeisterin von Anhausen, überlegt in der nächsten Saison weitere Flächen in der Gemeinde bienenfreundlich zu gestalten.
Das regional zertifizierte Saatgut für die Anlage von Bienenweiden wurde in dem Naturpark-Projekt über das Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Ernährung, Weinbau und Forsten und den Naturpark Rhein-Westerwald e. V. gefördert. Die Anlage, Einsaat und Pflege der Bienenweiden erfolgte und erfolgt durch die am Projekt beteiligten Gemeinden. Bienenweiden, die im Rahmen des Naturpark-Projektes angelegt wurden, sind in den Gemeinden Roßbach/Wied (VG Waldbreitbach), Anhausen, Oberraden und Rüscheid (VG Rengsdorf), Kleinmaischeid (VG Dierdorf) und Dürrholz (VG Puderbach) zu finden.
Bienenweide bei Oberraden.
Auch die Jagdpächter haben sich dem Thema Bienenweiden angenommen: Gerhard Schneider (Jagdpächter im Revier I in Dürrholz) und Dr. Friedericke Weber (Naturpark Rhein-Westerwald e. V.) besichtigen gemeinsam eine Bienenweide am Ortsrand von Muscheid, die mit Unterstützung des Kreisjagdverbandes unter Federführung von Kurt Milad angelegt wurden.
Landrat Rainer Kaul (stellvertretender Vorsitzender des Naturparks Rhein-Westerwald e. V.), Heidelore Momm (Bürgermeisterin Ortsgemeinde Anhausen), Hans-Werner Breihausen (Bürgermeister Verbandsgemeinde Rengsdorf), Dr. Friedericke Weber (Geschäftsführerin Naturpark Rhein-Westerwald) und Heinz-Otto Zantop (Erster Beigeordneter der Ortsgemeinde Anhausen) besichtigen eine der Bienenweiden in Anhausen (von links nach rechts).
