Kappensitzung und Proklamation in Waldbreitbach
Das Narrenschiff liegt vor Anker
Unter dem Motto „Ahoi, Ahoi, Segel gesetzt, Backbord voraus, vor Aschermittwoch geh´n wir nicht nach Haus!“ feiern die Waldbreitbacher Narren in diesem Jahr
Waldbreitbach. Startschuss für die diesjährige Session stellte die Kappensitzung im prall gefüllten Kolpinghaus dar. Hier wurde das neue Prinzenpaar, Prinzessin „Hanne I. von Hattert Hütte und den Möhnen bekannt“ und Prinz „Tom I. Käpt´n zu Wasser und macht aus Plastik allerhand“, stürmisch im tobenden Saal empfangen.
Das Prinzenpaar ist dabei kein unbeschriebenes Blatt im Karnevalsverein Waldbreitbach. Zwar wohnen die Majestäten in Roßbach und kommen ursprünglich aus dem Westerwald, doch fühlen sie sich dem Waldbreitbacher Karneval verbunden. Das Wiedtal lernten sie durch eine Panne des Navigationsgerätes kennen und blieben im schönen Tal. Prinz Tom hat jahrelang den Möhnenwagen für den Straßenkarneval mitgestaltet und seine Gemahlin Hanne ist Mitglied bei den Waldbreitbacher Möhnen, dies erweckte in ihr schon früh die Lust auch einmal Karnevalsprinzessin zu sein. Dieser Wunsch erfüllt sich in dieser Session.
Hochkarätige Gäste
Da die Roßbacher erst zur Kappensause ihr aktuelles Prinzenpaar vorstellen, besuchte das Prinzenpaar Anita und Willi aus der Session 2012 samt Gefolge die Waldbreitbacher Jecken. Es waren noch weitere bekannte Größen im Saal. Verbandsbürgermeister Werner Grüber und Ortsbürgermeister Karl Willi Engels, dessen Enkelin Anabel dieses Jahr die Waldbreitbacher Kinderprinzessin ist, ließen es sich nicht nehmen live im Kolpingsaal dabei zu sein. Die zwei kirchlichen Vertreter des Orts, der katholische Pastor Josef Mettel und der evangelische Pfarrer Ulrich Oberdörster, fanden ebenfalls gefallen an dem bunten Treiben auf der Bühne und im Saal.
Ein buntes Programm mit viel Lokalkolorit
Auch in diesem Jahr haben die Vereine aus Waldbreitbach und der Umgebung wieder alles gegeben, um das Waldbreitbacher Publikum zu begeistern. Neben akrobatischen und beeindruckenden Tänzen, unterhielten Vorträge aus der Bütt mit regionalen, aber auch überregionalen Themen den gesamten Saal. So versteckte sich unter einem langen, weißen Bart, der 2. Vorsitzende des Karnevalvereins Michael Rams. Als Nikolaus beschenkte er die Waldbreitbacher mit Anekdoten aus dem Dorf sowie aus Nachbarorten. Da blieb es auch nicht unerwähnt, dass Roßbach womöglich bis zu diesem Zeitpunkt kein Prinzenpaar gefunden habe. Natürlich wurde das Weihnachtsdorf auch auf´s Korn genommen und die Krippe, die dieses Jahr auf Grund der Kirchenrenovierung außerhalb der Kirche aufgebaut werden musste, wurde als „Not-Krippe“ tituliert. Auch neuere Entwicklungen im Dorf wurden kommentiert und ein Vorschlag wurde dem Berliner Bürgermeister Klaus Wowereit unterbreitet: Zwei Bauunternehmer aus dem Ort sollten sich doch besser um die Arbeiten am Berliner Flughafen kümmern, denn dann wäre dieser schon längst fertig. Dieser Vortrag brach sofort das Eis im Saal.
Leichtmatrosen und Seemänner
Neben dem Nikolaus kamen noch weitere Redner zu Wort. „Leichtmatrose Otto“ (Renate Schick) und „Seemann Schlendrian“ (Sebastian Lerbs) machten sich das Motto zu Eigen und berichteten von ihren Erlebnissen auf hoher See. „Leichtmatrose Otto“ gab hilfreiche Tipps für den Hafen der Ehe und „Seemann Schlendrian“ schilderte seine Abenteuer auf der beschwerlichen Reise nach Waldbreitbach.
Der Hofstaat von Hanne I. und Tom I. ließ es sich auch nicht nehmen einen Vortrag für ihre Majestäten zu präsentieren. Doch sie boten nicht nur einen Tanz, sondern auch mit Gesang bezirzten sie das Publikum und das Prinzenpaar in gleichem Maße, so dass die Prinzessin zu Tränen gerührt war.
Neben lauter Matrosen fanden auch gackernde Hennen ihren Weg auf das Narrenschiff. Die „2 verrückten Hühner“ (Helga Heigel und Monika Seibert) erzählten von ihrem Leben als Federvieh.
Und obwohl der 1. Vorsitzende Guido Strauf zugab, dass das Auffinden von mutigen Redner von Jahr zu Jahr schwerer würde, stellte der Verein ein buntes und stimmiges Programm zusammen, bei dem es an nichts fehlte. So überraschte das Tanzpaar aus Niederbreitbach (Anne Prangenberg und Lorenz Glaub) mit einer flotten Sohle und einem kessen Tanz. Auch die „Großen Funken“ und die „Brave Mädche“ überzeugten wie gewohnt das Publikum mit ihren Gardetänzen. Ganz alleine stand Laura Zimmermann als Solomariechen auf der Bühne. Für sie stellen Flic-Flacs und Spagate kein Problem dar. Die Choreographie für ihren diesjährigen Tanz hat sich Laura sogar alleine beigebracht.
Alle Darbietungen waren mit viel Liebe und Herzblut gestaltet und so ist es zu hoffen, dass auch in der nächsten Session der Karnevalsverein wieder ein so umfangreiches Programm aufstellen kann.
Ein Schiff namens Kolpinghaus
Nicht nur der Saal war überaus kreativ und mit Liebe zum Detail geschmückt, überall waren Schiffe, Anker und Möwen zu sehen, sondern auch das Publikum scheute keine Kosten und Mühen. Die Gäste im Kolpinghaus waren phantasievoll verkleidet, so waren Cowgirls, Clowns und Engel anwesend. Da war es kein Wunder, dass die frisch gebackenen Hoheiten den Anblick von der Bühne in den Festsaal ausgiebig genossen. Vielleicht wurde ihnen in diesem Moment erst bewusst, was es bedeutet, Waldbreitbach bis zum Aschermittwoch ganz im Zeichen des Karnevals zu regieren.
Als Nikolaus verkleidet, verschenkte Michael Rams Anekdoten aus Waldbreitbach.
Die Obermöhn Renate plauderte aus dem Nähkästchen.
