Lebensberatung des Diakonischen Werkes verabschiedet Joachim Adler nach 34 Jahren
Der Krise die Katastrophe nehmen
Kreis NR. Nach 34 Jahren Dienst in der Erziehungs-, Ehe- und Lebensberatung des Diakonischen Werkes im Ev. Kirchenkreis Wied wurde Dipl. Psychologe Joachim Adler im Rahmen einer Fachtagung verabschiedet. In den 34 Jahren hat er circa 3500 Menschen aus Stadt und Kreis Neuwied in Erziehungsfragen und in Ehekonflikten beraten. Die Arbeit hat sich von 1979 bis heute inhaltlich sehr verändert. Das machte auch der Fachvortrag von Dipl. Psychologe Matthias Weber deutlich. Bei Gründung der Erziehungsberatungsstellen stand die Begutachtung von Kindern im Vordergrund, heute bilden Trennung und Scheidung und die Bewältigung der Konsequenzen für die Kinder einen deutlichen Schwerpunkt in der Arbeit. Der gesellschaftliche Wandel, der Wandel von Vorstellungen und Werten, die Emanzipation der Frau, veränderte gesetzliche Regelungen haben neue Anforderungen an die inhaltliche Arbeit mit sich gebracht. Umso wichtiger, dass die evangelische Kirche sich neu positioniert hat zur Themenstellung der Familie. Familie als verlässliche Gemeinschaft stärken ist der Titel der neuen Orientierungshilfe der evangelischen Kirche, die sehr umstritten ist. Sie ist umstritten, weil sie akzeptiert, dass es viele verschiedene Formen von Familie gibt und das Thema Qualität der Beziehung höher gewertet wird als das Festhalten an einem klassischen Familienbild. In der Beratungsarbeit hat Herr Adler viele dieser neuen Familienformen kennengelernt und Menschen in Krisen begleitet. Die Beratung hat geholfen, dass aus Krisen keine Katastrophen geworden sind und werden. Die Beratung ist kostenfrei und vertraulich und steht jeder Person offen. Da die Kirche diese Beratung finanziell in erheblichem Maße aus Kirchensteuern finanziert, leistet sie einen gesellschaftlichen Beitrag, um Familien und Kinder zu unterstützen.
