Allgemeine Berichte | 05.05.2013

Diakonisches Werk muss Angebot einschränken

Diakonie beendet 2014 Suchtberatung

Die Mitarbeiter der Diakonie werden ab 2014 keine Suchtberatung mehr anbieten. Privat

Kreis Neuwied. Im Beratungsangebot des Diakonischen Werkes im Evangelischen Kirchenkreis Wied wird es künftig keine Suchtberatung mehr geben. Der Grund: Die Einrichtung mit Sitz in der Neuwieder Rheinstraße muss sparen. Die Tatsache, dass Kirchensteuermittel zurückgehen, hat damit erstmals spürbare Auswirkungen auf die Hilfsbedürftigen in der Region.

Renate Schäning ist nicht glücklich über ihre Entscheidung. Aber, sagt die Leiterin des Diakonischen Werkes in der Neuwieder Rheinstraße, eine weniger schmerzliche Alternative gibt es nicht. Denn eins ist klar: Ihre Einrichtung - wie auch die Kirchengemeinden - müssen sparen. Das ist spätestens seit der letzten Synode klar, wo es einmal mehr um die Entwicklung der Finanzen ging. Und feststeht: Die Personalkosten steigen stetig. Fünfzig Prozent der Personalkosten der Suchtberatung werden mit öffentlichen Mitteln gefördert. Sachkosten werden gar nicht erstattet. Für das Diakonische Werk bedeutet dies: Jedes Jahr müssen mehr Eigenmittel aufgebracht werden, um den Bestand zu halten. Zum ersten Mal muss sich das Diakonische Werk deshalb nun von einer wichtigen Beratungsstelle trennen. Das sei nicht nur deshalb bedauerlich, weil über Jahrzehnte gewachsene Strukturen aufgegeben werden müssen, meint die Pfarrerin. Es entspreche auch keineswegs der Realität vieler Menschen in der Region. „Der Bedarf an Beratung ist enorm. Wenn wir uns daran orientieren würden, wie viele Leute unsere und die Unterstützung anderer Beratungseinrichtungen brauchen, würden wir alle unsere Angebote ausbauen statt sie einzuschränken. Aber leider ist es uns nicht mehr möglich, uns allein am Bedarf zu orientieren.“

Dass man sich im Diakonischen Werk entschlossen hat, die Suchtberatung einzustellen, hat mehrere Gründe. Zum einen handelte es sich um eine kleine Beratungsstelle, die nur ein geringes Entwicklungspotenzial hatte, erklärt Renate Schäning. „Außerdem geht der hier beschäftigte Mitarbeiter im nächsten Jahr in Ruhestand, so dass wir dieses Betätigungsfeld dann aufgeben können, ohne jemanden entlassen zu müssen.“ Erleichtert werde der Schritt aber auch dadurch, dass die Neuwieder Beratungsstelle des katholischen Caritasverbandes in der Suchtberatung besonders stark aufgestellt ist. „Wir haben uns darüber verständigt, dass wir gemeinsam dafür sorgen wollen, dass in der Region nach Möglichkeit für alle Problemfelder Beratungsangebote erhalten bleiben. Dafür wollen wir unsere Kräfte bündeln und uns gezielt ergänzen. Das heißt aber auch, dass unter Umständen nicht mehr jeder alles im bisherigen Umfang anbieten kann.“

Dass der Ausstieg aus der Suchtberatung der letzte schmerzliche Einschnitt dieser Art ist, kann Renate Schäning nicht versprechen. „Derzeit hoffen wir bis 2016 ohne weitere große Einschnitte unser kostenfreies, vertrauliches und freiwilliges Beratungsangebot aufrecht- erhalten zu können.“

Die Suchtberatung wird das Diakonische Werk nach derzeitiger Planung im März 2014 endgültig aufgeben. Allerdings werde man schon ab Mitte 2013 auf die Annahme neuer Beratungsbedürftiger verzichten, erklärt Renate Schäning. „Schließlich ist eine solche Unterstützung nicht nach ein paar Wochen abgeschlossen, sondern dauert oft Monate oder sogar Jahre. Und natürlich darf man nicht unterschätzen, wie wichtig das Vertrauensverhältnis zwischen Berater und Klienten ist. Deshalb wollen wir so viele Fälle wie möglich noch bei uns abschließen, bevor wir das Angebot einstellen.“ Pressemitteilung

Diakonisches Werk

im Kreis Neuwied

Die Mitarbeiter der Diakonie werden ab 2014 keine Suchtberatung mehr anbieten. Foto: Privat

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