Einblicke in die Hospizarbeit im Kreis Neuwied
Die Kunst, mit der Endlichkeit umzugehen
Neuwied. Weder die Krankheit heilen, noch den Tod abwenden kann die ehrenamtliche Hospizhelferin Christel Groneberg, wenn sie regelmäßig Schwerstkranke oder Menschen in der letzten Phase ihres Lebens besucht. „Wohl aber kann ich Zeit und Nähe schenken. Ein Gesprächspartner sein und auch Angehörigen Entlastung und Unterstützung bieten“, sagt die engagierte Frau. Und genau das ist es, was sie motiviert, ihren Dienst im ambulanten Hospiz Neuwied zu versehen. Menschen, wie Christel Groneberg gaben anlässlich des Welthospiztages Einblicke in ihre Arbeit. Beim Tag der offenen Tür des Neuwieder Hospizvereins und des ambulanten Hospizes hörten ihnen viele interessierte Menschen zu und informierten sich darüber, welche Aufgaben die rund 80 aktiven ehren- und fünf hauptamtlichen Mitarbeiter in der Neuwieder Hospizarbeit wahrnehmen und was sie antreibt, das Thema Sterben aus der dunklen Ecke herauszuholen und zu enttabuisieren. Die Vorsitzende des Hospizvereins, Susan Sprague-Wessel, verglich dieses Engagement mit einem Chor. „Bei uns singt das Ehrenamt und mit jeder Stimme wird die Arbeit reicher“, sagte sie. Seit der Gründung des Vereins im Jahr 1997 habe man viel erreicht und die Hospizidee weitergetragen. Und die soll noch weiter wachsen. „Wir haben noch immer keine ambulante Palliativversorgung und noch kein stationäres Hospiz“, brachte Susan Sprague-Wessel die Herausforderungen der Zukunft auf den Punkt. Dem schloss sich Christoph Drolshagen als Sprecher der vier Träger des ambulanten Hospizes Neuwied an. „Hospizarbeit ist eine Lebenseinstellung, eine Haltung zur Sorge um den Menschen. Es ist unsere Aufgabe, die Finger auf Versorgungslücken zu legen“, sagte er. Und: „Die Mitarbeiter im Neuwieder Hospiz sind Botschafter dafür, nicht vor den Themen Sterben und Tod zu fliehen und sie zu verdrängen, sondern sie ins Leben zu integrieren. Dies ist die Kunst, mit der Endlichkeit umzugehen. Hospiz ist eine bestimmte Art, seine letzte Lebenszeit zu leben.“
Und so gehen die haupt- und ehrenamtlichen Hospizhelfer in die Häuser und Wohnungen, in Altenheime und Arztpraxen, um die Hospizidee, nämlich dem Leben bis zuletzt Würde zu geben, unermüdlich weiterzutragen. Genau dafür gab es Dank und Anerkennung von Landrat Rainer Kaul. „Die Männer und Frauen des Neuwieder Hospizvereins und des ambulanten Hospizes nehmen sich eines Themas an, womit man sich nicht gerne beschäftigt. Jeder weiß, wie schwer es ist, mit Krankheit und Tod umzugehen. Sie leisten eine segensreiche und hervorragende Arbeit“.
