Vortrag über Opernstar in Neuwied
Die Sängerin Rosalie Levasseur
Karriere in Paris und begraben in Neuwied
Neuwied. Am Vorabend der Französischen Revolution war sie einer der größten Stars der französischen Oper: Rosalie Levasseur, 1749 geboren in Valenciennes, gestorben 1826 in Neuwied - der Stadt, in der sie sich nach 1789, nach ihrer Flucht aus Frankreich, bereits mehrfach aufgehalten hatte. Und wie es einem Star geziemt, hegte die Levasseur eine Vorliebe für Geld, Gold und Luxus. Gefallen hätten ihr deshalb sicher auch die Schmuckstücke aus dem Atelier Munsteiner, die gegenwärtig das Roentgen-Museum in einer Ausstellung zeigt. Passend zur Ausstellung referiert deshalb die Kulturjournalistin Dr. Lieselotte Sauer-Kaulbach über das bewegte Leben der Sängerin. Der „Mercure de France“, die einflussreichste, stilbildende Zeitschrift im Frankreich des 17. und 18. Jahrhunderts, lobte die Levasseur immer wieder in den höchsten Tönen ob der Flexibilität ihrer Stimme, ihrer Anmut, ihrer schauspielerischen Fähigkeiten und der Intelligenz ihrer Darbietungen. Entscheidend befördert wurde die Karriere Rosalies aber nicht nur durch ihr Talent und ihr Aussehen, sondern durch ihren Freund und Geliebten, Florimont Comte de Mercy Argenteau, einflussreicher österreichischer Botschafter in Paris, der auch die Hochzeit Marie Antoinettes mit Ludwig XVI. mit eingefädelt hatte. Opern liebte er leidenschaftlich und nicht minder alle schönen und kostbaren Dinge wie die Möbel aus der Neuwieder Werkstatt der Roentgens, mit denen er sich nicht nur selbst umgab, sondern denen er den Weg an den französischen Hof ebnete. Dank seines Einflusses wurde Rosalie Levasseur, für die er gar ein Schloss kaufte, zum gefeierten Star der Opern Christoph Willibald Glucks in Paris. Vortrag von Dr. Lieselotte Sauer-Kaulbach im Roentgen-Museum Neuwied am Samstag, 22. November um 16 Uhr. Vortragsort: Roentgen-Museum Neuwied, Raiffeisenplatz 1a, 56564 Neuwied. Eintritt 3 Euro, www.roentgen-museum-neuwied.de, Tel. (02631) 80 33 79.
