Fortbildungsveranstaltung des Landkreises bot umfassende Information und regen Austausch
Ehrenamtliche Flüchtlingshelfer geschult
Kreis Neuwied. Mit großer Freude konnte Landrat Kaul einen vollbesetzten Saal mit über 80 Ehrenamtlichen in der Flüchtlingsarbeit im Dorfgemeinschaftshaus in Hardert begrüßen. Der Landkreis hatte zu einer weiteren Fortbildungsveranstaltung mit Expertinnen und Experten der Flüchtlingsarbeit eingeladen. „Jeder, der sich um Flüchtlinge kümmert, weiß, dass die erste Hilfe für neu angekommene Flüchtlinge, ihnen Schule, Kita und nächste Einkaufsmöglichkeiten zu zeigen, häufig den Einstieg für einen längerfristigen Beistand darstellt. Diese Menschen kommen in ein neues gesellschaftliches System, das sie nicht kennen und anfangs nicht durchschauen können, sie können sich nicht verständigen, aber sie sind in komplexe rechtliche Zusammenhänge mit verschiedensten Zuständigkeiten eingebunden, da tauchen Fragen über Fragen auf“, erläuterte Landrat Kaul bei seiner Begrüßung und bedankte sich bei der nicht selbstverständlichen Unterstützungsbereitschaft der Willkommenspaten, sich auf die Menschen einzulassen und sie bei der Integration zu begleiten. „Die Flüchtlingshelfer und Paten organisieren vor Ort Spenden für Kleidung und Hausrat, sie organisieren Sprachkurse und sie unterstützen bei Behördengängen und vielem mehr,“ lobte Landrat Kaul das Engagement der Helfer und Helferinnen vor Ort, die mit Unterstützung der Kirchengemeinden und Verwaltungen hervorragende Hilfe leisten. Die Krisenherde mit langjährigen Bürgerkriegen im Nahen Osten und in Teilen Afrikas haben die Menschen zermürbt und sie sehen keine Zukunft mehr im eigenen Land. Mittlerweile seien Millionen Menschen auf der Flucht. Die hohe Zahl von Flüchtlingen führe allerdings auch die Aufnahmeländer an ihre Grenzen, so Rainer Kaul, der auch als DRK-Landespräsident alle Erstaufnahmeeinrichtungen für Flüchtlinge im Land kennt. „Mittlerweile kommen zweimal wöchentlich Busse mit jeweils 40 bis 50 Flüchtlingen zur Kreisverwaltung Neuwied“, berichtete Flüchtlingssachbearbeiter Friedhelm Lorscheid, der für die Verteilung der Flüchtlinge im Kreis zuständig ist und auch die Rückkehrberatung für Flüchtlinge ohne Bleiberecht anbietet. „Gerade die Städte wie Neuwied, die aufgrund ihrer Einwohnerzahl die meisten Flüchtlinge aufnehmen müssen, müssen nach vorübergehenden Lösungen suchen, um den Menschen wenigstens Obdach geben zu können“, betont Landrat Rainer Kaul. „Die Fortbildungsveranstaltung hat das Ziel, den Ehrenamtlichen das Rüstzeug zu vermitteln, individuelle Bedarfe bei den Flüchtlingen einschätzen zu können, die Verfahrenswege transparent zu machen und sie mit Ansprechpartnern an den jeweiligen Stellen bekannt zu machen“, erläuterte Integrationsbeauftragte Andrea Oosterdyk, welche die Veranstaltung gemeinsam mit den Podiumsteilnehmern aus Verwaltung und den Fachberaterinnen der Wohlfahrtsverbänden vorbereitet hatte und die den Nachmittag moderierte.
Die Organisatoren der Veranstaltung hatten eine breite Palette an Themen und Fragestellungen vorbereitet, die von den Expertinnen und Experten, erläutert und rege diskutiert wurden. Dazu hatten die Teilnehmer/innen auch die Gelegenheit, eigene Erfahrungen einzubringen. Ergänzt wurde das Angebot durch einen Büchertisch mit Broschüren und Fundstellen im Internet, durch die die besprochenen Fragestellungen in Ruhe noch einmal nachgelesen werden können.
Viele haben zum Erfolg der Veranstaltung beigetragen: Von links: Corinna Blüm und Andrea Oosterdyk, Kreisverwaltung, Herbert Woidtke, Mitglied im Beirat für Migration und Integration von Stadt und Kreis Neuwied, Herrn Klaus Müller, Leiter der Ausländerbehörde, Violetta Kunz, Flüchtlingsberaterin beim Diakonischen Werk, Rainer Philippi, Hausherr und Bürgermeister der Gemeinde Hardert, Martina von Berg, Beraterin beim Caritasverband Neuwied, Landrat Rainer Kaul und Flüchtlingssachbearbeiter Friedhelm Lorscheid.Foto: Kreisverwaltung
