Platz vor dem Musikpavillon in den Rheinanlagen wurde nun nach Alfons Kesselheim benannt
„Ein echtes Hünnijer Original“
Bad Hönningen. Da waren sich alle Anwesenden einig, dieser Platz vor dem Bad Hönninger Musikpavillon ist die optimale Stelle, um ein Andenken an Alfons Kesselheim zu bewahren. Kesselheim, der am 2. Dezember dieses Jahres 100 Jahre alt geworden wäre, zählt als unermüdlicher Streiter und Kämpfer für die Belange seiner Heimatstadt. Dabei engagierte er sich in vielfältiger Weise, so zählte er zu den Mitbegründern der CDU auf Orts-, Amts- und Kreisebene und war von 1964 bis 1968 zweiter Amtsbeigeordneter. 1983/84 gründete er die „Freie Wählergruppe Bad Hönningen“. Er war seit den 50er Jahren Vorsitzender des Verkehrs- und Verschönerungsvereins und ab 1960 hauptamtlicher Leiter der Kur- und Badeverwaltung. Dabei gingen viele Impulse von ihm aus, so gestaltete er das Kurprogramm und Farbprospekte, erstellte eine Wanderkarte und sorgte für die Einrichtung einer Eilzugstation. Ebenso gehen einige Vereinsgründungen auf ihn zurück, so war er Mitinitiator des Tennis-Clubs Grün-Weiss, des Tisch-Tennis-Clubs und des Kegelclubs „Er waggelt noch“. Viele Bad Hönninger haben den an Karnevalssamstag 1998 im Alter von 84 Jahren verstorbenen „Mann mit der Mütze“ noch in bester Erinnerung, „die er am Tag freundlich grüßend 30 bis 40 Mal zog“, so Stadtbürgermeister Guido Job bei der Einweihung des Platzes. Der Stadtchef wirkte dabei sichtlich erleichtert, dass es so eindeutig war, welchen Platz man nach Kesselheim benennen würde. „Wir mussten nicht erst eine Straße umbenennen oder auf ein neues Baugebiet warten, hier vor dem Musikpavillon, der ihm stets eine Herzensangelegenheit war und dessen Einweihung er leider nicht mehr erleben konnte, ist die ideale Lösung“. Insbesondere begrüßte der Stadtchef dabei neben den Vertretern der Räte Sohn Klaus Kesselheim und den Initiator für die Platzbenennung Peter Roos. Er rief Alfons Kesselheim in Erinnerung und verwies auch auf legendäre Aussagen, die bis heute unvergessen sind, so „ich habe in Bad Hönningen über viele Jahre alle Betten vollgemacht“. In der Regel konnte man Alfons Kesselheim auf dem Fahrrad sitzend begegnen, stets war er unterwegs und fuhr auch im Alter von 80 Jahren noch am Rhein entlang bis nach Bonn. Peter Roos, der mit Kesselheim zusammen die Freie Wählergruppe kündigte, und zuvor in der SPD Mitglied war, plagte ein „schlechtes Gewissen“, dass er vor rund 20 Jahren nach Linz verzog und seinen langjährigen Weggefährten scheinbar im Stich gelassen habe. „Alfons Kesselheim war für mich stets ein liebenswerter, engagierter und humorvoller Mensch“, so Roos und ruft zum Beispiel den Einsatz für das Weinhaus Mehren in der Neustraße in Erinnerung, welches Kesselheim vor dem Abriss retten konnte und in 30-jähriger Vermietung nun etwa 400.000 bis 500.000 Euro eingebracht haben dürfte. Weitere Aktionen, insbesondere in leitender Funktion im Verkehrs- und Verschönerungsverein e.V., gingen auf Kesselheims Engagement zurück, die Anstrahlung des Schlosses, die Baumpflanzung rechts neben der Personenfähre und die Anlegung des Spielplatzes (teils durch Spenden und durch Eigenleistungen der Stadt). Kesselheims Anliegen sei es stets gewesen Bad Hönningen als Kur- und Badestadt zu entwickeln, was aber einigen „Lobbyisten“ nicht gepasst habe. So sei stattdessen der Clubtourismus durch Fremdinteressen gelenkt worden, was für Kesselheim nur geringfügig vereinbar gewesen sei. Guido Job ergänzte noch, dass Alfons Kesselheim auch mutig Neuland betreten konnte und sicherlich ein gutes Beispiel für heutige Kommunalpolitiker sein könnte. Er rief dazu auf, dass sich alle am neuen Projekt zur Entwicklung der Innenstadt beteiligen sollten, und versprach dabei die Rheinanlagen, die Kesselheim stets ein großes Anliegen war, nicht aus den Augen zu verlieren. Klaus Kesselheim brachte zum Abschluss den Dank der Familie zum Ausdruck, dass seinem verstorbenen Vater diese Ehrung zuteil würde. „Er war für uns stets ein lieber Vater und Großvater immer im Bestreben für seine Stadt“. Nach diesen Gruß- und Dankworten enthüllte Stadtbürgermeister Guido Job feierlich das neue Hinweisschild auf den Alfons-Kesselheim-Platz und lud die Anwesenden zu einem Umtrunk ein.
Auf Initiative von Peter Roos erhielt der Platz vor dem Musikpavillon nun den Namen von Alfons Kesselheim.
Der Musikpavillon war eine Herzangelegenheit von Alfons Kesselheim, die Einweihung hat er jedoch nicht mehr erlebt.
Ein Schild weist auf die Widmung des Platzes hin.
Sohn Klaus Kesselheim dankte dem Initiator und der Stadt Bad Hönningen für die Widmung des Platzes.