Allgemeine Berichte | 12.08.2014

Richtfest der Jugendherberge „Kloster Leutesdorf“

Ein imposantes Bauwerk am Rhein

Gesamt-Baukosten von 8,75 Millionen Euro - Kooperation über Grenzen von Parteien und Institutionen hinweg

Ambitioniertes Projekt am Leutesdorfer Rheinufer: Aus dem ehemaligen Johannes-Haw-Heim wird eine zukunftweisende Jugendherberge.

Leutesdorf. Im Weinort Leutesdorf wird es ab Sommer 2015 eine modern konzipierte Jugendherberge geben. Die neue Jugendherberge „Kloster Leutesdorf“ am Rheinufer wird ein Haus besonderer Klasse werden. Die Eröffnung werde beim derzeitigen Baufortschritt im Juni 2015 sein, so der im Bau von Jugendherbergen erfahrene Architekt Matthias Dimmer. Er und viele weitere Ehrengäste, Kommunalpolitiker und hochrangige Vertreter der Jugendherbergen in Rheinland-Pfalz und im Saarland, waren beim Richtfest im Rohbau des Saals der Jugendherberge „Kloster Leutesdorf“ anwesend, um diesen Tag gemeinsam würdig zu feiern. Unter den Gästen auch Staatsminister a.D. Karl-Peter Bruch, der sich noch während seiner Amtszeit für den Neubau der Jugendherberge Leutesdorf eingesetzt hatte.

Beeindruckende Zahlen

Die Daten sind beeindruckend: 160 Betten, 37 Zimmer mit drei bis fünf Betten, jedes Zimmer mit eigenem Duschbad, davon acht barrierefreie Gästezimmer, zehn Seminarräume von 20 bis 195 Quadratmeter, rund 4000 Quadratmeter Nutzflächen und Verkehrsflächen, ohne Kaufpreis betragen die Baukosten 8.750.000 Euro. Etwa 30 Gewerke sind am Projekt beteiligt.

Auf dem Weg zur Realisierung lagen wichtige Meilensteine: Dazu gehörte die Prüfung der Nutzungsmöglichkeiten des leer stehenden Johannes-Haw-Heims im Jahr 2008. Unter Einbeziehung des Jugendherbergswerks wurde die Federführung durch das Mainzer Innenministerium übernommen, mit der Nutzungsmöglichkeit als Jugendherberge im Jahr 2009. Die Zusage des Landes Rheinland-Pfalz über eine finanzielle Förderung der Infrastrukturmaßnahme erfolgte im Januar 2013 mit der Übergabe des Bewilligungsbescheides in Mainz. Der Spatenstich erfolgte am 12. Juni 2013.

Bereits jetzt - August 2014 - liegen zahlreiche Anmeldungen vor. Für die gesamte Region kann man von einer gesteigerten Wirtschaftskraft ausgehen. Das betrifft insbesondere die Orte der Verbandsgemeinde Bad Hönningen mit ihren vielen Attraktionen und Sehenswürdigkeiten und reicht von der Bonner Region über die Bad Hönninger Kristall-Therme bis hin zur Römerwelt.

Die Kosten der Maßnahme inklusive Grunderwerb werden 9.625.000,00 Euro betragen. Davon kommen 7.150.000,00 Euro aus Landesmitteln; der Anteil des Jugendherbergswerks beträgt 1.125.000,00 Euro. Der Kreis Neuwied steuert 450.000,00 Euro bei, die Verbandsgemeinde Bad Hönningen und die Ortsgemeinde Leutesdorf beträgt ebenfalls jeweils 450.000,00 Euro.

Jetzt stand das groß gefeierte Richtfest an mit dem obligatorischen Richtspruch von Zimmermannmeister Florian Stoll, in dem es hieß: „Seht dieses Herbergshaus, neu ist es, traumhaft schön sieht’s aus. Nun bitten wir mit Herz und Hand: Gott schütz das Haus vor Not und Brand, von jeglichem Übel und bösen Leuten, heut, morgen und künftig, in allen Zeiten. Und möge dies Heim, so möchte ich bitten, die Jugend leiten zu guten Sitten, zu Takt und Anstand, Ehrfurcht und Liebe im Sinne der menschlich edelsten Triebe. Und möge es ihr auf die Wanderschaft viel Auftrieb mitgeben und Mut und Kraft“.

Die neue Jugendherberge wird Maßstäbe setzen. Darin waren sich die Festredner einig. Dazu gehörten DJH-Vorstandsvorsitzender Jacob Geditz, DJH-Präsident Peter Schuler, der 1. Kreisbeigeordnete Achim Hallerbach, der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Bad Hönningen Michael Mahlert sowie Ortsbürgermeister Volker Berg.

Bau setzt Maßstäbe

Die DJH-Vertreter Geditz und Schuler betonten, dass der Zeitplan, die Kosten und die Konzeption des neuen Hauses in jeder Weise stimmen.

Ortsbürgermeister Volker Berg hob hervor: „Heute feiern wir gemeinsam auch die Zukunft eines großen Bauprojekts auf dem Gelände des ehemaligen Johannes-Haw-Heims. Es hat sichtlich Gestalt angenommen. Die Förderzusage des Landes Rheinland-Pfalz im vergangenen Jahr war sozusagen ein besonderer Glücksmoment, den es für Kommunen nicht alle Tage gibt, schon gar nicht in dieser Größenordnung.“

Ein Gewinn für die Region

In der Jugendherberge werden jährlich bis zu 30.000 Übernachtungen erwartet, die auch zu einer deutlichen touristischen Belebung in der Region führen werden. Bereits jetzt liegen 5.645 Buchungen vor. Bürgermeister Michael Mahlert erklärte: „Die Jugendherberge ist eine starke Lokomotive, wir müssen möglichst viele Waggons anhängen. Das heißt, dass heimische Gewerbe, die Rheinpark-Therme und viele andere Einrichtungen können und werden davon profitieren, das zeigen auch die Erfahrungen an anderen DJH-Standorten.“ Der 1. Kreisbeigeordnete Achim Hallerbach erklärte: „Ich danke allen, die hier mitgearbeitet haben. Mein Dank geht an das Land Rheinland-Pfalz für die finanzielle Unterstützung, an die Ortsgemeinde Leutesdorf und der VG Bad Hönningen und vor allem das DJH für die finanzielle Beteiligung und natürlich für die Betriebsführung. Der Erfolg hat viele Väter. Hier in Leutesdorf aber zu Recht. Hier wurde der Beweis angetreten, dass man solche Projekte nur über Parteigrenzen hinweg zusammen, gemeinschaftlich, sach- und zielorientiert zum Erfolg bewegen kann. Ortsbürgermeister Volker Berg, sein Vorgänger Erich Schneider und Bürgermeister Michael Mahlert haben hier sehr gut zusammengearbeitet. Michael, Du hast über zwei Jahre hart verhandelt, mit dem Land, dem DJH, den Kommunen, und zahlreichen mitentscheidenden Akteuren. Bürgermeister Michael Mahlert war der kommunale Motor dieses DJH-Projekts. Er hat immer an das Projekt geglaubt und seine Netzwerke geschickt genutzt. Er ist ein Bürgermeister der gestaltet und nicht nur verwaltet“, so Hallerbach.

Ambitioniertes Projekt am Leutesdorfer Rheinufer: Aus dem ehemaligen Johannes-Haw-Heim wird eine zukunftweisende Jugendherberge.
Ein imposantes Bauwerk am Rhein

Zimmermann Florian Stoll (r.) sprach den Richtspruch, in dem er auf die Bestimmung des Baus als Jugendherberge einging.

Ambitioniertes Projekt am Leutesdorfer Rheinufer: Aus dem ehemaligen Johannes-Haw-Heim wird eine zukunftweisende Jugendherberge.

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