Betreuer informieren sich über Alternativen zu freiheitsentziehenden Maßnahmen
„Es geht auch anders“
Waldbreitbach. Rund 100 Besucher fanden sich zur diesjährigen Fortbildungsveranstaltung des Betreuuungsnetzwerks im Kreis Neuwied im Forum Antoniuskirche, Waldbreitbach, ein. Der Umgang mit pflegebedürftigen Menschen ist für Angehörige und ehrenamtliche Betreuer mit einer großen Verantwortung und schwierigen Fragen verbunden. Was tun, wenn der Pflegebedürftige unsicher auf den Beinen ist, ständig aus dem Bett aufstehen möchte oder er wegläuft und die Gefahr besteht, dass er sich verirrt? Meist aus der Sorge um die Gesundheit des pflegebedürftigen Menschen werden Bettgitter angebracht oder Türen verschlossen. Diese Maßnahmen stellen schwere Eingriffe in die Menschenrechte des Betroffenen dar. Ein guter Grund also, um unter dem Motto „Es geht auch anders“, der Frage der Vermeidung freiheitsentziehender Maßnahmen nachzugehen. Besonders im Bereich der Sturzvermeidung gibt es eine Vielzahl von Alternativen, wie Niedrigbetten, Sturzmatten und -protektoren. Aber auch die räumliche Gestaltung des Wohnumfeldes, die Wahl der Medikation oder der Erhalt der Mobilität müssen bei der Reduzierung von freiheitsentziehenden Maßnahmen berücksichtigt werden. Nach der Begrüßung durch die Leiterin der Sozialabteilung beim Kreis Neuwied, Agnes Ulrich, stellten die Amtsrichter, Frau Wolters und Herr Süß, Rechtsanwalt Eder, Dr. Fröder, St. Antoniuskrankenhaus Waldbreitbach sowie Herr Hennig, Inverso Mainz, die aktuelle Diskussion zum Thema vor. In Kleingruppen wurden im Anschluss lebhaft mit den Teilnehmern die eigenen Erfahrungen und Einstellungen zum Thema vertieft und ausgetauscht.
