Jahreshauptversammlung des Kreiswaldbauvereins Neuwied
Förderung der Umwelt durch generationenübergreifende Bewirtschaftung
Roßbach. Kürzlich fand die Jahreshauptversammlung des Kreiswaldbauvereins Neuwied im Hotel „Wiedfrieden“ in Roßbach statt. Zu Beginn der Veranstaltung ehrte die Vorsitzende Dr. Gisela Born-Siebicke Baron Rennenberg, Gründungsmitglied des Kreiswaldbauvereins, und Ursula Hammerstein, die dem Vorstand viele Jahre angehört hatte. Beide verstarben im letzten Jahr und wurden im Beisein zahlreicher Vereinsmitglieder zur letzten Ruhe gebettet. In ihrem Jahresbericht erläuterte die Vorsitzende die vielfältigen Aktivitäten des Vereins. Die forstliche Weiterbildung und die nachhaltige Waldnutzung standen im Mittelpunkt, aber auch das Vereinsleben kam nicht zu kurz. Sie dankte allen Vorstandskollegen für ihren Einsatz. Wichtig war ihr auch die stete Unterstützung des Forstamtes Dierdorf mit Forstamtsleiter Uwe Hoffmann und dem Privatwaldbetreuer Dieter Steinebach. Im Rahmen einer Nachwahl wurde Alexander Kriwet zum Beisitzer gewählt. Er hat gleichzeitig Teile der Geschäftsführung übernommen. Graf Hoensbroech, verantwortlich für die Finanzen, erläuterte die gefestigte Kassenlage des Vereins und stellte den Haushaltsplan 2014 als solide Grundlage für die künftigen Aktivitäten vor.
Die gewachsene Bedeutung des Waldes und seiner Interessenvertretung wurde durch eine Reihe von Ehrengästen unterstrichen. Der Waldbesitzerverband Rheinland-Pfalz war durch seinen Vorsitzenden, den Linzer Bürgermeister Hans Günter Fischer, und den Geschäftsführer Dr. Wolfgang Schuh vertreten. Hans Günter Fischer hob die Bedeutung des nachwachsenden Rohstoffes Holz aus den heimischen Wäldern hervor. Er verwies auf die eigentumspolitische Bedeutung des Waldbesitzes für die privaten wie für die kommunalen Eigentümer. Er stellte zudem die Bedeutung des Waldes als Wasserspeicher und seine staubfilternde Funktion heraus. Fischer forderte, dass die Landesregierung Rheinland-Pfalz beim verstärkten Ausbau der erneuerbaren Energien alle Waldbesitzer einbinden und ermutigen müsse. Mit ihrer Novelle des Landesnaturschutzgesetzes wirke sie aber eher waldverhindernd. Die Waldbesitzer seien schon aus Eigeninteresse bereit, der Natur zu ihrem Recht zu verhelfen. „Man muss uns nur tun lassen“, so sein Credo. Dr. Schuh ging auf die aktuellen Schwerpunkte der forstpolitischen Rahmenbedingungen in Rheinland-Pfalz ein: Die forstliche Förderung durch das Land sei weitgehend eingeschränkt und die Folgen des Kartellverfahrens ließen Änderungen in der Holzvermarktung erwarten.
Gestiegene Waldfläche sorgt für nachhaltige Holzversorgung
Ausführlich ging der Energieberater bei Landesforsten, Carsten Frenzel, auf die energetische Verwertung des heimischen Holzes ein, die auch im Kreis Neuwied erheblich gestiegen ist. Dank einer in den letzten 25 Jahren gestiegenen Waldfläche im Landkreis, die mit 45,6 Prozent sogar noch über dem Landesdurchschnitt von 42 liege, sei eine nachhaltige Holzversorgung der Privathaushalte, Kommunen und auch des Gewerbes kein Problem. Rein rechnerisch wachse je Einwohner des Kreises rund ein Festmeter je Jahr nach. Da daraus alle Holzprodukte gefertigt werden müssten, sei jedoch weiterhin ein effizienterer Umgang mit dem Brennstoff Holz nötig. So könnten künftig auch noch einige Nutzer mehr bedient werden. Aktuell würden je Jahr etwa 60.000 bis 70.000 Raummeter Energieholz bereitgestellt werden, die circa sechs Millionen Liter Heizöl bzw. Kubikmeter Erdgas einsparten.
Auf den regionalen Bezug ging auch der erste Kreisbeigeordnete Achim Hallerbach in seinem Grußwort ein. Holz sei ein traditioneller Wertstoff mit großer Bedeutung für den Klima-, Arten- und Wasserschutz. Dank des überdurchschnittlich hohen Waldanteils im Kreis würden sich sowohl für die privaten als auch die kommunalen Waldbesitzer besondere neue Chancen eröffnen, durch den Einsatz von Holz als nachwachsenden Energieträger die regionale Wertschöpfung zu erhöhen. Im Landkreis Neuwied seien außerdem zahlreiche mittelständische Unternehmen auf die kontinuierliche Versorgung mit Stamm- und Industrieholz aus heimischen Wäldern angewiesen. Dies sichere Arbeitsplätze und fördere innovative Lösungen auch im Nahwärmebereich und der regionalen Stromversorgung.
Touristische Ziele in die des Waldschutzes integrieren
Auch für den Tourismus sei der Wald eine notwendige und hilfreiche Rahmenbedingung. Das Naturparkkonzept Rhein-Westerwald sei eine gute Grundlage, touristische Ziele in die des Waldschutzes zu integrieren, so die Vorsitzende Dr. Gisela Born-Siebicke. Dies wurde durch den Besuch von Frau Dr. Friedericke Weber, Geschäftsführerin des Naturparks Rheinwesterwald, unterstrichen, die derzeit an einem neuen Wanderprojekt mit dem Markennamen „Wäller-Touren“ arbeitet. Die Vorsitzende dankte allen Rednern und unterstrich die feste Absicht der Waldbesitzer, ihr Eigentum generationenübergreifend zu bewirtschaften und damit Wirtschaft und Umwelt gleichermaßen zu fördern.
