Allgemeine Berichte | 12.10.2015

Roentgen - Museum Neuwied - „14. Westerwälder Literaturtage“

Haile Selassie, der letzte Kaiser von Afrika

Lesung mit Prinz Asfa-Wossen Asserate im Roentgen-Museum Neuwied

Im Gespräch: Landrat Rainer Kaul, Maria Bastian-Erll (Programmleiterin der Westerwälder Literaturtage), Prinz Asfa-Wossen Asserate und Museumsdirektor Bernd Willscheid (v.l.n.r.). ©Jörg Niebergall

Neuwied. Im Rahmen der „14. Westerwälder Literaturtage“ fand im Roentgen-Museum Neuwied eine Lesung mit Prinz Asfa-Wossen Asserate statt. Der Großneffe des letzten äthiopischen Kaisers las im ausverkauften Festsaal des Museums aus seinem neuen Buch „Der letzte Kaiser von Afrika - Triumph und Tragödie des Haile Selassie“.

Nach der Begrüßung und Vorstellung des Referenten durch Museumsdirektor Bernd Willscheid begann Prinz Asserate mit seiner Lesung. Haile Selassie, Kaiser von Äthiopien, war eine der bedeutendsten politischen Gestalten des 20. Jahrhunderts. Prinz Asfa-Wossen Asserate, der in Tübingen, Cambridge und Frankfurt/Main mit anschließender Promotion studierte, lebt seit den 1970er Jahren in Deutschland. Seinen Großonkel Kaiser Haile Selassie hat er noch persönlich gekannt, auch verfügte er über exklusiven Zugang zum kaiserlichen Familienarchiv.

Erste fundierte Biografie von Haile Selassies

Prinz Asserate legt mit seinem 2014 erschienenen Buch nun die erste fundierte, umfassende Biographie Haile Selassies vor, zugleich ein großartiges Porträt der faszinierenden Geschichte seines Heimatlandes.

Der Kaiser war Nachkomme eines Geschlechts, das sich auf König Salomon zurückführt, Vorreiter der afrikanischen Einheit und Unabhängigkeit, Verbündeter der Alliierten gegen die faschistischen Achsenmächte und Messias der jamaikanischen Rastafari-Bewegung. Er war Reformer und Autokrat, der am Ende von kommunistischen Putschisten gestürzt und ermordet wurde. Haile Selassie, König der Könige, war eine ebenso beeindruckende wie schillernde Persönlichkeit, die Prinz Asserate glänzend zu porträtieren wusste.

So war auch der Deutschlandbesuch des äthiopischen Kaisers 1954, einer der ersten großen Staatsbesuche in der damaligen, noch jungen Bundesrepublik, bei der Lesung ein Thema. In der anschließenden Gesprächsrunde kamen politische Themen zu Äthiopien, zur Regierung des Kaisers Haile Selassie, aber auch zu seiner Abstammung aus dem Hause David zur Sprache. Mit seinen ausführlichen und kenntnisreichen Antworten auf die gestellten Fragen beeindruckte Prinz Asfa-Wossen Asserate die vielen Teilnehmer der Veranstaltung.

Nach der Veranstaltung hatten die zahlreichen Besucher die Möglichkeit, sich das Buch über Haile Selassie von Prinz Asfa-Wossen Asserate signieren zu lassen.

Im Gespräch: Landrat Rainer Kaul, Maria Bastian-Erll (Programmleiterin der Westerwälder Literaturtage), Prinz Asfa-Wossen Asserate und Museumsdirektor Bernd Willscheid (v.l.n.r.). Foto: ©Jörg Niebergall

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