Allgemeine Berichte | 21.07.2013

Herkulesstauden entlang der Wied werden von der Unteren Wasserbehörde bekämpft

Hans Wittlich entwickelte Spezialwerkzeug

Hans Wittlich (rechts) aus Waldbreitbach hat der Kreisverwaltung ein selbst entwickeltes Gerät vorgestellt, mit dem die Wurzelrüben des Riesenbärenklaus einfach und schnell ausgestochen werden können. Weiter auf dem Foto (v.l.n.r.): Ina Heidelbach und Rainer Rodes (Umweltabteilung der Kreisverwaltung Neuwied), 1. Kreisbeigeordneter und Umweltdezernent Achim Hallerbach.Privat

Neuwied/Walbreitbach. Einzelne gebietsfremde invasive Pflanzen verdrängen heimische Tier- und Pflanzenarten. Besonders entlang der Fließgewässer mit den angrenzenden Talauen finden die gebietsfremden Pflanzenarten gute bis sehr gute Standortbedingungen, so dass sie sich ausbreiten und die noch vorhandenen standorttypischen Bestände verdrängen. Über die Fluss- und Bachtäler erfolgt auch die weitere Ausbreitung bis in die Wälder hinein. Rainer Jodes von der Unteren Wasserbehörde erläutert: „Die Herkulesstaude ist eine von mehreren eingeschleppten Pflanzenarten, sie verdrängen die heimische Flora und können Bachtäler und ungenutzte Brachen vollends für sich einnehmen. Dabei stellt die Pflanze aus dem Kaukasus zusätzlich gesundheitlich eine Gefahr dar. Die Pflanzensäfte setzen bei Berührung die natürliche Sonnenschutzfunktion der Haut herab, so dass es zu Verbrennungen kommen kann. Die Kreisverwaltung warnt daher vor unachtsamen Umgang mit dieser Pflanze. Die Art ist nicht zu verkennen. Sie wird bis zu vier Meter hoch, hat bis zu 10 cm dicke Stängel, riesige, eingeschnittene Blätter und mehrere Dolden mit einem Durchmesser bis zu 50 cm.“ Da die Pflanze an bestimmten Standorten eine Gefahr für Personen darstellt, sieht sich die Kreisverwaltung in der Pflicht, entlang der Gewässer, für die die Untere Wasserbehörde gewässerunterhaltspflichtig ist, Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Die Bekämpfung von Einzelpflanzen und meist noch kleineren Beständen erfolgt mittels mechanischer Methoden oder dem Einsatz von Herbiziden. Insbesondere durch den gezielten Einsatz von synthetischen Spritzmitteln in Kombination mit dem Abschlagen der Blüten konnte die Herkulesstaude bereits dezimiert werden. Allerdings hat das große Hochwasser im Januar 2011 Samen der Herkulesstaude auf den Auenflächen an der Wied weitflächig verteilt, wo jetzt zahlreiche Jungpflanzen keimen. Da passt es, dass vor einigen Wochen Hans Wittlich aus Waldbreitbach der Kreisverwaltung ein selbst entwickeltes Gerät vorgestellt hat, mit dem die Wurzelrüben gerade dieser Jungpflanzen einfach und schnell ausgestochen werden können. Bei dem Gerät handelt es sich um die Weiterentwicklung und speziell auf die Entfernung von Neophytenjungpflanzen konzipierten Gartenkralle.

In einem von der Kreisverwaltung finanzierten Versuchsprojekt konnte Wittlich die Jungpflanzen auf der gesamten Wiedstrecke in der Verbandsgemeinde Waldbreitbach beseitigen. Parallel werden zurzeit die bekannten „Altbestände“ an der Wied bekämpft, um den Nachschub der Samen zu reduzieren, zum Beispiel an der Kläranlage in Oberhoppen oder bei Nodhausen. Nach dem erfolgreichen Pilotversuch sollen ab dem kommenden Jahr die Arbeiten auf den Holzbach ausgeweitet werden; außerdem will die Kreisverwaltung Gespräche mit den oberliegenden Kreisen und den Verbandsgemeinden über eine Beteiligung an der systematischen Bekämpfung der Staude führen. Dann soll auch beim Land ein Antrag auf Förderung aus Mitteln der „Aktion Blau“ gestellt werden.

„Wir haben aber auch nach Wegen gesucht, wie möglichst effektiv gegen diese für die Bevölkerung gefährliche Neophytenart vorgegangen werden kann“, so Achim Hallerbach, 1. Kreisbeigeordneter und Umweltdezernent: „Ich konnte mich vor Ort überzeugen, dass Herr Wittlich eine Lösung mit seinem Gerät aufgezeigt hat, damit den Pflanzen Einhalt geboten werden kann. In einigen Bereichen entlang der Wied hat Herr Wittlich mit Hilfe seines Gerätes schon ganze Arbeit geleistet, wir werden auch nächstes Jahr in diesem Bereich die Bekämpfung der Herkulesstaude nachhalten.“ Für die Neophytenbekämpfung ist grundsätzlich das Land zuständig. Spezialgesetzlich gibt es daneben verschiedene andere Behörden auf verschiedenen Zuständigkeitsebenen, die gesetzlich gefordert sind, Maßnahmen zur Eindämmung der Ausbreitung gebietsfremder invasiver Pflanzen durchzuführen, wie Forstverwaltung, die Kommunen und die Straßenbauverwaltung. „Im Rahmen der gesetzlichen Gewässerunterhaltungpflicht wird die Untere Wasserbehörde tätig, aber wir dürfen nicht vergessen, dass die Naturschutzverbände wie der ANUAL e.V. im Asbacher Land oder die NABU-Ortsgruppen wertvolle Hilfe bei der Neophytenbekämpfung leisten. Nur durch dieses ehrenamtliche Engagement kann es gelingen, dass die Bekämpfung der Herkulesstaude Erfolg versprechend ist und eine weitere Ausbreitung über die Flussgebietsauen verhindert wird“, erläutert Ina Heidelbach, Leiterin des Umweltreferates.

„Wir werden drei Geräte zur Herkulesstaudenbekämpfung von Herrn Wittlich erwerben und diese den Umweltverbänden für Ihre Bekämpfungsaktionen leihweise zur Verfügung stellen, so möchten wir seitens des Kreises die Anstrengungen im Kampf gegen die Neophyten unterstützen als kleiner Dank für dieses anerkennenswerte Engagement,“ dankt Achim Hallerbach den einzelnen Akteuren im Landkreis.

Ansprechpartner für das Ausleihen der Geräte: Untere Wasserbehörde der Kreisverwaltung Neuwied ist Rainer Jodes,

Telefon 0 26 31 / 80 33 81,

Mail-Adresse:

Rainer.Jodes@kreis-neuwied.de

Hans Wittlich (rechts) aus Waldbreitbach hat der Kreisverwaltung ein selbst entwickeltes Gerät vorgestellt, mit dem die Wurzelrüben des Riesenbärenklaus einfach und schnell ausgestochen werden können. Weiter auf dem Foto (v.l.n.r.): Ina Heidelbach und Rainer Rodes (Umweltabteilung der Kreisverwaltung Neuwied), 1. Kreisbeigeordneter und Umweltdezernent Achim Hallerbach.Foto: Privat

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