Rollstuhltennisspieler aus Windhagen versuchen sich im Bogenschießen
Junge Sportler stellen Treffsicherheit unter Beweis
Windhagen. Nein, die Sportart haben die Rollstuhltennisspieler des Rollitennis e.V. nicht gewechselt, aber um für etwas Abwechslung für die Sportler zu sorgen, haben Jürgen (1. Vorsitzender) und Elke Kugler (Pressearbeit) nach einem Probeschießen einen Termin mit den Bogenschützen vom SV Vettelschoß-Kalenborn vereinbart. Da das Tennistraining immer sonnabends stattfindet, sollte anschließend gleich das „Schnupper-Bogenschießen“ stattfinden, und so ging es nach zwei Stunden Tennis-Training zur Bogensportanlage nach Vettelschoß.
Nach der Begrüßung folgte die theoretische Einweisung durch Heinz Jostock, der über die verschiedenen Bögen und Pfeile. Arm- und Fingerschutz waren bereits vorher ausgesucht und angelegt worden, und jeder hatte seinen persönlichen „Coach“.
Mit Geduld wurden die Pfeile wieder und wieder aufgelegt und der Bogen gespannt, bis sie zum ersten Mal in Richtung Ziel flogen. Da war es ganz unerheblich, in welchem Farbfeld der Pfeil landete, Hauptsache die große Scheibe in zehn Metern Entfernung wurde getroffen. Der Schwierigkeitsgrad wurde gesteigert, als kleine Luftballons auf die Scheiben geheftet wurden, die es nun zu treffen galt, und auch dabei waren die kleinen und großen Schützen erfolgreich. Zum Schluss hatten die Schaumstofftiere ihren großen Auftritt. Ziel war es, den Pfeil in das „Kill“ des stilisierten Tiers zu platzieren.
Auch Tennistrainer Christoph Minkus griff zu Pfeil und Bogen und zeigte, dass ihm auch dieses Sportgerät liegt, genauso wie Frank Schmickler, 2. Vorsitzender des Vereins, der sich diesen Termin ebenfalls nicht entgehen ließ. Und so wird es mit dem einen oder anderen sicherlich ein Wiedersehen auf der Bogensportanlage am Willscheider Berg geben. Die Bogenschützen vom Archery-Team -Vettelschoss laden Interessierte zu ihrem regelmäßigen Treffen immer sonntags von 11 bis 13 Uhr ein.
Hemmschwellen abbauen
Ziel und Zweck des Rollitennis e.V. ist die Unterstützung, Förderung und Verbreitung des Rollstuhl-Tennis. Der Rollitennis e.V. aus Windhagen setzt sich für die Akzeptanz von Rollstuhl-Tennis ein und möchte entsprechende Aktionen für körperbehinderte Kinder, Jugendliche und Erwachsene anbieten, um sie zu begeistern und zu fördern. Er möchte ihnen die Möglichkeit des gemeinsamen Sports geben, ohne das sie sich ausgegrenzt fühlen müssen. Ziel ist es, diesen Sport allen Sportbegeisterten näher zu bringen und Hemmschwellen abzubauen.
Oftmals gibt der Sport die Möglichkeit neuen Lebensmut zu finden, wenn man durch Krankheit oder Unfall an den Rollstuhl gefesselt ist. Mit entsprechenden Aktionen für körperbehinderte Kinder, Jugendliche und Erwachsene soll die Akzeptanz zur Inklusion gefördert werden, denn durch Integration in den “normalen” Spielbetrieb eines Tennisvereins werden Berührungsängste abgebaut.
Ein Beispiel dafür ist das Training sonnabends. Weite Anfahrtswege nehmen die Familien auf sich (bis zum 170 Kilometer), denn es wird wenig Rollstuhltennis, gerade für Kinder, Jugendliche und Erwachsene angeboten. Doch wenn die Spieler in der Tennishalle den Schläger schwingen und mittlerweile richtig um Punkte spielen können, ist der Ehrgeiz nicht geringer als bei einem „Fußgängerkind“.
Schon Bundespräsident a. D. Horst Köhler wusste zu sagen: „Das Wichtigste ist, dass behinderte Sportler so viel wie möglich gemeinsam mit nicht behinderten Sportlern machen können“, und so finden sich auch in Windhagen, wenn es die Trainingszeit zulässt, immer wieder „gemischte Paarungen“, die gemeinsam Tennis spielen.
Den Rollstuhltennissport zu fördern, zu unterstützen und zu verbreiten, hat sich der Verein als oberstes Gebot auf die Fahne geschrieben. Auf sportlicher und spielerischer Ebene gilt es, Herausforderungen anzunehmen und schon kleinste Erfolge sind die größte Motivation.
