Spannende Wettkämpfe mit vier Schulen aus den Kreisen Neuwied, Mayen-Koblenz, Westerwaldkreis und Rhein-Lahn-Kreis
Limes Trophy - „Geh an Deine Grenze“
Rheinbrohl. Für die 16 Schülerinnen und Schüler von vier teilnehmenden Schulen war es ein Erlebnis der besonderen Art - der Wettkampf um die Limes-Trophy. Auch unter dem Motto: „Geh an Deine Grenze“. Zum Hintergrund: Der Obergermanisch-Raetische Limes war zwischen Rhein und Donau in der Zeit von etwa 100 bis 260 n. Chr. die Reichsgrenze zwischen den römischen Provinzen Obergermanien (Germania superior) und Raetien (Raetia) und dem sogenannten freien Germanien (Germania magna). Die Überreste des Obergermanisch-Raetischen Limes sind bis heute an vielen Stellen erhalten. Durch Rheinland-Pfalz führen die ersten 75 Kilometer des Obergermanischen Limes. Die Reste dieser Grenzwehr mit Wall und Graben, Schutthügeln der Türme und Umwehrungen der Kastelle sind besonders hier in den ausgedehnten Wäldern von Westerwald und Taunus vielerorts noch sichtbar vorhanden.
Neben den vielen Originalüberresten stehen entlang des Limes in Rheinland-Pfalz acht rekonstruierte Wachttürme, die zwischen 1874 und 2011 nach dem jeweiligen Forschungsstand wieder erbaut wurden und deshalb unterschiedlich aussehen. Bei einigen Kastellen und Kastellbädern hat man die erhaltenen Grundrissmauern konserviert, an anderen Stellen die Holzpalisade mit Wall und Graben wieder hergerichtet.
Erste Limes-Trophy
Vor diesem geschichtsträchtigen Hintergrund nahmen vier Landkreise aus jeweils einer Schule mit jeweils vier Schülerinnen und Schülern an der zum ersten Mal durchgeführten Limes-Trophy teil. Dies waren für den Landkreis Neuwied die Römerwallschule Rheinbrohl; für den Landkreis Mayen-Koblenz die Schönstätter Marienschule Vallendar; für den Westerwaldkreis das Gymnasium im Kannenbäckerland Höhr-Grenzhausen und für den Rhein-Lahn-Kreis das Goethe-Gymnasium Bad Ems.
Die Schülerinnen der Römerwallschule waren Bardina Stüber, Sarah Rüth, Sarah Jakima und Adriana Kohnle. Am Sonntag nahmen die Teilnehmer der vier Landkreise zudem am Festzug des Rheinland-Pfalz-Tages in Neuwied teil. Nach den Wettkämpfen fand der Abschluss der Wettkämpfe mit den Pokalübergaben am Freitag in der Rheinbrohler „Römerwelt“ statt. Gewinner der „Limes Trophy“ wurde das Gymnasium im Kannenbäckerland aus Höhr-Grenzhausen aus dem Westerwaldkreis.
Der größte Teil der Strecken wurde mit dem Fahrrad zurückgelegt. Die Limes-Trophy-Stationen waren Holzhausen an der Heide, Becheln, Bad Ems, Arzbach, Hillscheid, Bendorf-Sayn, Andernach, Neuwied-Niederbieber und Rheinbrohl. Anwesend waren hier neben den insgesamt acht Wettkampfhelfern u.a. der Pädagoge Klaus-Werner Wenndorf sowie Björn Ritter (Sprecher der Limes-Cicerones) und die Urenkelin des deutschen Historikers des 19. Jahrhunderts Theodor Mommsen, der sich damals mit Nachdruck für die Erforschung des obergermanisch-rätischen Limes einsetzte, Marianne Kesselheim (geborene Mommsen). Hinzu kamen einige Familienangehörige, Mitschüler/innen der vier Schulen sowie die Rektorin der „Römerallschule“, Marita Palm. Zuvor wurde am Vormittag der Wettkampf Nr. 13 am Neuwieder-Niederbieber Kastell durchgeführt. Anwesend war hier u. a. auch Landrat Rainer Kaul.
Drei Wettkämpfe
Die drei Wettkämpfe in der „Römerwelt“ waren das Pilumwerfen (eine Art Speerwurf), ein simulierter Germanenangriff und Beantwortung von Fragen (Behauptungen), die vom Archäologiepädagogen der Direktion Landesarchäologie aus Koblenz, Volker Lemke, gestellt wurden. Er kommt aus Molsberg (bei Limburg) und ist dort u.a. auch ein anerkannter Heimatkundler. Volker Lemke war der Initiator und Verantwortliche für die „Aktion Limes Trophy“. Die Organisation erfolgte über die Archäologiepädagogik der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz, in Zusammenarbeit mit der Direktion Landesarchäologie, dem Limeskastell Pohl, dem Stadtmuseum Bad Ems, dem Grabungsteam Andernach, den Limes-Cicerones und der „Römerwelt Rheinbrohl“.
Eine ideale Kulisse
Die „Römerwelt“ war die ideale Kulisse für den Abschluss der Limes-Trophy dar, wie der Geschäftsführer der Römerwelt, Friedhelm Walbert, betonte. Es ging auch um Solidarität und Fairness. So gab es vor jedem Tageswettkampf auch eine Fairness-Erklärung der Limes-Trophy-Teilnehmer. Dabei hieß es u.a.: „Hiermit erklären wir stellvertretend für alle Mannschaften der Limes-Trophy, dass wir fair und freundschaftlich miteinander umgehen. Der Limes ist ein großes Symbol für „Grenze“ und „Trennung“ überhaupt. Wir haben den Traum, dass der Limes die Menschen nicht mehr voneinander trennt, sondern dass dieses Welterbedenkmal die Menschen verbindet - über die Orts-, Kreis- und Landesgrenzen hinaus, über Parteigrenzen und Weltanschauungen hinweg. Wir versprechen feierlich, uns für diesen Traum einzusetzen“, soweit Auszüge aus der Fairness-Erklärung.
