Politik | 03.07.2015

Hallerbach: „Ziel ist angepasstes ÖPNV-Konzept“

Neuer Nahverkehrsplan geht in die Umsetzung

Neuwied. „Mit unserem neuen Nahverkehrsplan“, so der verantwortliche erste Kreisbeigeordnete Achim Hallerbach, „wollen wir uns für die Zukunft aufstellen und ein auf die Bedürfnisse der Bevölkerung angepasstes ÖPNV-Konzept anbieten. Allerdings ist es dorthin noch ein schwieriger, weiter Weg, den wir gemeinsam mit unseren Kommunen, den Bürgern, den Verkehrsunternehmen und allen übrigen Akteuren beschreiten wollen. Es werden viele gemeinsame Kraftanstrengungen - auch in finanzieller Hinsicht - notwendig werden, um die im Nahverkehrsplan zusammengefassten Maßnahmen und Projekte umzusetzen.“ Mit Beginn dieses Jahres ist der neue Nahverkehrsplan für den Landkreis Neuwied in Kraft getreten. Er bildet die künftige Grundlage für die Weiterentwicklung des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) im Landkreis Neuwied. „Ich freue mich“, so Achim Hallerbach, „dass die Planungen einvernehmliche mit allen Beteiligten zum Abschluss gebracht werden konnten und wir nun mit der Umsetzung der einzelnen Maßnahmen beginnen können.“ Wie es konkret weitergeht, wurde im Ausschuss für Wirtschaft und Verkehr beraten. Hier wurde ein vierteiliges Konzept beschlossen, das die Verwaltung nun in Zusammenarbeit mit den Kommunen, den Verkehrsunternehmen und allen übrigen Akteuren schrittweise umsetzen wird. Es geht dabei um die „Umsetzung grundsätzlicher Festlegungen“, die „Umsetzung konkreter Maßnahmen aus dem beschlossenen Maßnahmenkonzept“, um „linienbezogene Sofortmaßnahmen“ sowie um die „Projektvorschläge der Kommunen“. Das vierteilige Konzept umfasst folgende Bausteine:

Umsetzung grundsätzlicher Festlegungen

Hierbei wurde die Rolle des Landkreises Neuwied als ÖPNV-Aufgabenträger näher definiert, ebenso seine Rolle im Verkehrsverbund Rhein-Mosel und im Schienenpersonenzweckverband. Es wurden Aussagen zur Netzstruktur und Netzhierarchie getroffen, ebenso zu Verknüpfungs- und Umsteigepunkten. Schwerpunktthema bei den grundsätzlichen Festlegungen ist auch die „Entwicklung der vollständigen Barrierefreiheit im ÖPNV“.

Umsetzung konkreter Maßnahmen

Hierbei geht es beispielsweise um das beschlossene Linienbündelungskonzept, also um die Zusammenfassung mehrerer ÖPNV-Linien in räumlicher Nähe zu einem „Paket“. Die Linienbündelung dient dem Schutz vor sogenannter „Rosinenpickerei“ durch die Unternehmen im Genehmigungswettbewerb. Bei der Linienbündelung werden „profitable“ Linien mit „weniger guten“ Linien zusammengefasst, was in jedem Fall einen eventuell notwendigen Zuschuss minimiert. Als weitere konkrete Maßnahmen sind beispielsweise auch noch die S-13-Verlängerung bis nach Linz, das ÖPNV-Konzept Rheinland-Pfalz Nord oder auch der Qualitätssicherungsvertrag mit den Verkehrsunternehmen zu nennen. Außerdem geht es hier um eine mögliche Neukonzeption für den Stadtverkehr Neuwied oder die Einrichtung alternativen Bedienungsformen innerhalb der Verbandsgemeinden und der Stadt Neuwied.

Linienbezogene Sofortmaßnahmen

Hier wurden zu einzelnen ÖPNV-Linien konkrete Anforderungen definiert. Bei der Linie 131 geht es beispielsweise um den Erhalt des Wochenendverkehrs, bei den Linien 133 und 134 in der Verbandsgemeinde Unkel um ihre grundsätzliche Sicherung. Bei der Linie 137 wird auf dem Abschnitt Bad Hönningen-Hausen-Waldbreitbach eine Stärkung angestrebt. Auch zum Ländergrenzen überschreitenden Verkehr Richtung Nordrhein-Westfalen wurden konkrete Ausgestaltungsmaßnahmen festgelegt, insbesondere im Hinblick auf den Schüler- und Berufsverkehr.

Projektvorschläge der Kommunen

Während des Aufstellungsprozesses wurden in jeder Verbandsgemeinde sowie bei der Stadt Neuwied „Vor-Ort-Gespräche“ geführt, bei denen die individuellen Vorstellungen zur Weiterentwicklung des ÖPNV im jeweiligen Gemeindegebiet zusammengetragen wurden. Es geht dabei um Themen wie die Verbesserung der Mobilitätsberatung, die Einführung eines Halbstundentaktes für alle SPNV-Haltepunkte, um zusätzliche Wochenendbedienungen oder auch um eine verbesserte Anbindung der vermarkteten Wanderwege. Der neue Nahverkehrsplan mit dem dazugehörigen Maßnahmenkatalog kann auf der Homepage des Landkreises Neuwied unter der Rubrik „Der Landkreis/Wirtschaft und Verkehr“ eingesehen werden.

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