Motorsägenausbildung von Feuerwehr-Löschzügen aus der Region
„Respekt, aber keine Furcht“
Bad Hönningen, Leutesdorf, Hausen , Waldbreitbach und Solvay nahmen teil
Region. Für die Bewältigung des täglichen Einsatzspektrums der Feuerwehren sind Motorsägen unerlässlich, vor allem bei den klassischen Sturmlagen. Um ein sicheres Arbeiten mit den Geräten zu gewährleisten, sind nun zwölf weitere Feuerwehrkräfte, darunter eine Feuerwehrkameradin, an diesen ausgebildet worden.
Die Motorsäge gehört zur Standardausrüstung der Feuerwehr. Grundsätzlich gilt jedoch: Sie ist ein Rettungsgerät „Gefahr im Verzug“, und wird auch nur dann eingesetzt, nicht für allgemeines Beseitigen von Sturmschäden auf Straßen. Dafür sind die Straßenbaulastträger oder Grundstückseigentümer zuständig. Die Arbeit mit der Motorsäge ist nicht zu unterschätzen, auch deshalb wurde sich zwei Tage lang intensiv mit diesem Gerät beschäftigt.
An einem Abend ging es im Schulungsraum der Freiwilligen Feuerwehr Bad Hönningen um den theoretischen Teil. Beim Instruktor Wilfried Heumann ging es um die Themen „Körperliche Eignung für Arbeiten mit der Kettensäge“, „Fachliche Eignung für Arbeiten mit der Kettensäge“, „Rechtliche Rahmenbedingungen“ und „Persönliche Schutzausrüstung“.
„Voraussetzung für den Einsatz sind körperlich und fachlich geeignete Motorsägenführer, welche die für den Motorsägeneinsatz erforderlichen persönlichen Schutzausrüstungen benutzen“, unterstrich Heumann seine Hauptaussage. Die fachliche Eignung umfasst Kenntnisse über Funktion und Arbeitsweise der Motorsäge, praktische Übungen unter Anleitung Fachkundiger, Kenntnisse über Unfallgefahren und Sicherheitsbestimmungen. Für Motorsägearbeiten ist die persönliche Schutzausrüstung durch spezielle Schutzausrüstungen zu ergänzen: Gesichtsschutz, Gehörschutz, Hosen mit geprüften Schnittschutzeinlagen oder Beinlinge, Handschuhe.
Teilnehmer erlernten alles rund um das Arbeitsgerät
Des Weiteren erläuterte Heumann den Teilnehmern die geltenden einschlägigen Gesetze, Verordnungen, Unfallverhütungsvorschriften und Regeln. Schließlich mussten grundlegende Kenntnisse zum Umgang mit der Motorsäge vermittelt werden.
Für den praktischen Teil am darauf folgenden Tag der Ausbildung konnte Wilfried Heumann seine Feuerwehrkollegen H.-Josef Siebenmorgen und Elmar Kantelberg gewinnen. Begonnen wurde mit einer theoretischen Einweisung in die Schnitttechnik im Schulungsraum. Nun wurde der Ausbildungsraum in den Bad Hönninger Stadtwald verlegt. Anschließend ging es beim liegenden Holz um Handhabung und Umgang. Heumann verdeutlichte die in der Theorie kennengelernten Schnitttechniken, wie Fächerschnitt, Stechschnitt, Entlastungsschnitt und Reaktionen der Säge bei ein- und auslaufender Kette. Auch eventuelle Spannungen im Holz griff der erfahrene Motorsägenführer nochmals auf, dazu gehören sicherer Stand, Ordnung im Arbeitsbereich und weitere Grundregeln beim Motorsägeneinsatz.
Dann waren die Teilnehmer gefordert und durften sich mit der Motorsäge am Holz versuchen. Es galt, das Gelernte in der Praxis umzusetzen. Zudem mussten sie Zug- und Druckseite bei unter Spannung stehendem Holz bestimmen. Dazu diente ein Spannungssimulator des Landesfeuerwehrverbandes. Ebenso durfte das Fällen von Bäumen nicht fehlen, da hier die Fällrichtung und Fallrichtung eine große Rolle spielt.
Nachdem alle Teilnehmer ihre Übungen absolviert hatten, konnten die Ausbilder ihnen eine einwandfreie Führung der Motorsäge bescheinigen. Auch der Wehrleiter der VG Bad Hönningen Torsten Kerres überzeugte sich über die Qualität der theoretischen und praktischen Ausbildung. Er wohnte der gesamten Ausbildung bei. Besonders hob er das Engagement der weiblichen Feuerwehrkameradin hervor, die ihren männlichen Kameraden in nichts nachstand.
Auch der Instruktor des KFV Neuwied Wilfried Heumann beglückwünschte zum bestandenen Lehrgang und verteilte zusammen mit Armin Bierbrauer (Vertreter des KFV-Neuwied) die Urkunden. Abschließend betonte er: „Respekt, aber keine Furcht - diesen selbstwichtigen Grundsatz gebe ich euch mit auf den Weg. Schließlich lege ich großen Wert auf die Sicherheit im Umgang mit der Motorsäge.“
