Interessante Streifzüge von Königswinter bis nach Hammerstein
„Sagenhaftes Siebengebirge“
Rheinbreitbach. Rechtzeitig vor Weihnachten lädt der Quartett-Verlag des Rheinbreitbachers Erwin Bidder alle Heimatfreude mit seinem ersten Buch „Sagenhaftes Siebengebirge“ zu interessanten Streifzügen durch die Region ein. Dabei nimmt der Herausgeber es nicht ganz so genau mit dem Begriff Siebengebirge, wie schon sein erster Beitrag über den Rhein(kiesel) „Von der Quelle bis zur Mündung“ ebenso verrät, wie der spätere Beitrag über den „Holzweg der anderen Art“, die Flöße, die als Giganten des Stroms“ ab dem 13. Jahrhundert Unmengen Holz nordwärts transportierten. So sind in dem Herzstück des Buches zehn Rundgänge durch malerische Orte, neben Dollendorf, Königswinter und Bad Honnef auch das „Tor zum Siebengebirge“ Rheinbreitbach, Unkel, Bruchhausen, Erpel und Linz bedacht. Hinzu kommen auf 144 reich bebilderten Seiten 20 weitere Streifzüge durch die Region mit Abstechern bis nach Hammerstein und ans Deutsche Eck.
„Ich lebe zwar jetzt schon seit 40 Jahren in Rheinbreitbach, aber als Zugereister habe ich die idyllische Landschaft, in der schon immer gerne zum Leidwesen meiner Kinder gewandert bin, in ihrer ganzen Schönheit genossen und sie wahrscheinlich mit erheblich offeneren Augen gesehen, als die meisten Einheimischen“, erklärte der gebürtige Danziger bei der Buchpräsentation, bei der ihn eine seiner Tochter, Claudia Joswig, unterstützte.
Auch die Leierkastenmänner und Moritatensänger, die sich jährlich Anfang Mai in Linz zum Drehorgelfest treffen, lernt man näher kennen, während Romantik und Weinseligkeit bei Erwin Bidders Schilderung des Erpeler Blütenkorsos ausgiebig zu Wort kommen. Von Lichtern, Hexen und sogar einem Sensenmann als Kommunionhelfer handelt der Beitrag aus dem Wallfahrtsort Bruchhausen, während der Unkeler Gefängnisturm angeblich an die Jugendsünden eines Genius erinnert. Immerhin soll der junge Ludwig van Beethoven dort doch angetrunken eine Nacht verbracht haben. Nicht nur, dass Unkel mit der über 110 Jahre alten Altstadt rund um das markante „Bügeleisenhaus, den „Schwarzenberger Hof“ als ältesten Adelshof oder das Viergiebelhaus als eins der 300 Kulturgüter erwähnt wird, die nach der Haager Konvention im Kriegsfall nicht zerstört werden dürfen, in dem Buch singt zudem Öko-Winzer Jörg Belz das Hohelied auf den Unkeler Wein. Bis zur Burg Hammerstein führt der Weg am Rhein entlang, in der Graf Otto mit seiner Gattin Irmingard in „wilder Ehe“ gelebt hatte. Wie es dem Ehepaar unter Kaiser Heinrich II. und später unter Kaiser Konrad II. erging, aber auch das weitere Schicksal der Burg kann in dem Buch nachgelesen werden, das in allen Buchhandlungen der Region erhältlich ist.
