Allgemeine Berichte | 29.06.2014

Breitbandversorgung im Landkreis Neuwied schreitet unterschiedlich zügig voran

Schnelles Internet für Viele Pflicht

Kreis NR. Ein ganz wichtiger Faktor bei der Verbesserung der Infrastruktur im ländlichen Bereich ist der Ausbau mit schnellem Internet. Auch im privaten Bereich ist die Dringlichkeit dieses Anschlusses heutzutage vergleichbar mit Telefon oder Fernsehen. Immer mehr Arbeitnehmer arbeiten heute ganz oder teilweise von zu Hause aus. Das Home-Office findet immer mehr Verbreitung. Hier ist das schnelle Internet eine wichtige Voraussetzung. Der scheidende Isenburger Bürgermeister Schüler, der für den Ort im Sayntal noch die Verträge für den schnellen Internetausbau unter Dach und Fach gebracht hat, meint: „Breitband ist außerdem ein wichtiger Faktor, damit junge Leute in Isenburg wohnen bleiben oder auch nach Isenburg ziehen. Darüber hinaus garantiert Breitband einen Mehrwert für ihre Immobilien.“ „Heutzutage kann ein leistungsfähiges Internetnetz ausschlaggebend dafür sein, ob eine Familie in unsere Ortsgemeinde zieht oder sich ein Unternehmen hier niederlässt“, pflichtet Ortsbürgermeisterin Anette Wagner aus Dürrholz bei. Ihr Ort ist seit Anfang dieses Jahres mit der schnellen Datenautobahn verbunden. Die starke Nachfrage nach schnellen Netzen bei der Standortwahl belegt, dass diese zum harten Faktor der Wettbewerbsfähigkeit geworden sind. Viele Unternehmen benötigen Hochgeschwindigkeitsnetze, um große Datenströme möglichst schnell übertragen zu können. Die Entwicklung der Breitbandinfrastruktur im Landkreis Neuwied ist positiv, dies zeigen die aktuellen Zahlen des TÜV Rheinland. Demnach konnte über alle Gebiete eine über 96-prozentige Grundversorgung erreicht werden. Viele Gebiete verfügen zudem bereits über Bandbreiten zwischen 6 Mbit/s und 16 Mbit/s sowie darüber hinaus. Dennoch gibt es eine ganz Anzahl Bereiche, insbesondere im Norden des Kreises und in den kleinen Orten, in denen die Verbindungen noch zu wünschen übrig lassen. Zugleich zeigt sich, dass für eine flächendeckende Versorgung weitere Anstrengungen notwendig sind, da ein rein marktgesteuerter Ausbau von schnellem Internet nicht überall zum gewünschten Ziel führt. Gebiete mit topografisch anspruchsvoller Struktur und/oder dünner Besiedlung werden häufig nicht vorrangig ausgebaut. „Die verbleibenden weißen Flecke in der Versorgung können von der jeweiligen Ortsgemeinde als Empfänger der Ausbauförderung angepackt werden“, erklärt Landrat Rainer Kaul. „Hierbei ist zu bedenken, dass immer ein Eigenanteil der Kosten bei der Ortsgemeinde verbleibt. Darüber hinaus setzen wir den komplementären Ansatz aus der ergänzenden Nutzung von schnellen Festnetzlösungen und funkbasierten Lösungen fort. Ebenso achten wir auf die Ausbauschritte unserer Nachbarkreise und können gegebenenfalls an dort getätigten Investitionen in die Infrastruktur partizipieren. Schließlich verfolgen wir im Landkreis die Entwicklung der von der Bundesregierung angestrebten Rahmenregelung zur Unterstützung des Aufbaus einer flächendeckenden Breitbandversorgung und werden gegebenenfalls die uns zur Verfügung stehenden Fördermittel zielgerichtet einsetzen.“ Der Geschäftsführer der Mittelstandsförderung des Landkreises Neuwied, Harald Schmillen, stellt weiter fest: „Die Versorgungssituation der Unternehmen ist ebenso heterogen wie die Betrachtung nach Gebieten. Hinzu kommen dann noch individuelle Einzellösungen der Betriebe, wie die Beauftragung einer eigenen Glasfaserleitung oder die Anbindung per Satellit. Einige insbesondere international agierende Firmen aus dem Landkreis sind solche Wege gegangen. Daneben gibt es auch noch die Variante, dass die monatlichen Gebühren für mehrere parallel beauftragte 2 Mbit/s Leitungen günstiger sind, als ein größerer Breitbandanschluss. Dann wird diese, zunächst günstigere, Option bei ausreichender Bandbreite auch gerne genutzt.“ Über den Grad der Breitbandversorgung informiert der landkreisweite Breitbandatlas. „Dessen Aktualisierung hat die Wirtschaftsförderung des Landkreises kürzlich auf den Weg gebracht“, so Harald Schmillen. „Mit konkreten Aussagen zur Versorgungslage der Orte und Ortsteile sowie der vorhandenen Infrastruktur stellt er eine wichtige Grundlage für die weiteren Schritte dar. Im Rahmen unserer Möglichkeiten und fußend auf einer soliden Informationsbasis helfen wir den Verbandsgemeinden und Gemeinden des Landkreises bei der Beseitigung der Versorgungslücken und beim weiteren und verbesserten Ausbau des Breitbandnetzes.

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