Frauenselbsthilfe nach Krebs e. V. - Neuwied
Schüler unterstützten die Aktion „Herzen gegen Schmerzen“
Aktion sensibilisierte die beteiligten Schüler und hilft den kranken Patienten
Neuwied. „Herzen gegen Schmerzen“ heißt eine seit einem Jahr ins Leben gerufene gemeinsame Aktion der Neuwieder Gruppe „Frauenselbsthilfe nach Krebs e. V.“ und des Marienhaus Klinikums St. Elisabeth, Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe. Seit einiger Zeit werden in Handarbeit gefertigte Herzkissen an Brustkrebspatientinnen, die sich einer Operation unterziehen mussten, verschenkt. Die Herzkissen sind so gearbeitet, dass sie gut unter die Achsel passen. Frauen, denen bei einer Brustkrebsoperation Lymphknoten im Achselbereich entfernt werden müssen, leiden oft in der postoperativen Phase an Schwellungen und Schmerzen im Arm. Die Herzen helfen, den postoperativen Druckschmerz zu lindern und der möglichen Blockade des Lymphabflusses entgegen zu wirken. Eine Erkrankung wie Brustkrebs belastet nicht nur den Körper, sondern auch die Seele. Die Herzkissenaktion setzt daher auch nicht nur an der körperlichen Ebene an, sondern auch an der seelischen Ebene. Ziel der Aktion ist es, jeder an Brustkrebs operierten Frau ein solches Herz schenken zu können, deshalb werden ständig Menschen gesucht, die bereit sind, die Aktion zu unterstützen. An der Alice-Salomon-Schule in Linz und Neuwied fanden sich solche Menschen. Engagiert unterstützte die Studienrätin Frau Inge Neitzert mit ihren Schülern die Herzkissenaktion. Bärbel Peil, Kassiererin der Gruppe Neuwied, konnte das Projekt in der Klasse vorstellen, sowie Stoffe, Garn und Füllmaterial liefern.
Herzkissenaktion hilft allen Beteiligten
Wenn auch die erste Reaktion der Schüler Betroffenheit war, so sprang doch ganz schnell der Funke „ ich kann mit meinen Händen Gutes tun“ bei den Schülern über. In einigen Wochenstunden entstanden nach Vorlagen und unter fachkundiger Anleitung von Frau Neitzert die Kissen, die in den einzelnen Arbeitsschritten vom Zuschneiden und Maschinennähen, über das Ausstopfen bis hin zum Nahtschließen in Handarbeit gefertigt wurden. Auch das Bewusstsein der Schüler für die Erkrankung konnte entwickelt werden und so wurden beispielsweise die jüngsten Diskussionen über das Thema „familiärer Brustkrebs“ im Unterricht angesprochen. Kurz vor den Sommerferien war es dann soweit: Die fertigen Kissen konnten direkt im Krankenhaus übergeben werden. Anke Dillender, Psychoonkologin, sowie die Stationsleitung, Schwester Emilie, nahmen freudestrahlend drei große Tüten mit Kissen entgegen und stellten sich gerne für ein Gruppenbild zur Verfügung. Beide wissen aus Erfahrung, wie gut diese Herzen bei den Patientinnen ankommen. Eine junge Brustkrebspatientin bedankte sich nach dem Geschenk: „Bisher war ich sprachlos vor Schmerz und Angst, mein Herz war wie zugeschnürt. Jetzt bin ich sprachlos von dieser Geste, die mein Herz berührt hat.“ Wer die Aktion unterstützen möchte, wende sich an die Frauenselbsthilfe nach Krebs, Gruppe Neuwied, Bärbel Peil, Tel. (0 26 34) 49 82 oder Frau Anke Dillender im Marienhausklinikum Neuwied, Tel. (0 26 31) 82 18 41.
