Roentgen-Museum erinnert zum 200. Todestag an den Uhrmacher Peter Kinzing
Tickende Meisterwerke und musizierende Automaten
Veranstaltung findet am Sonntag, 31. Januar um 15 Uhr statt
Neuwied. Sie war mindestens so schön wie die Puppe Olympia, die in E.T.A. Hoffmanns Erzählung „Der Sandmann“ die Sinne des armen Nathanael verwirrte. Anders als diese konnte sie sogar noch täuschend natürlich musizieren: die Zimbalspielerin, eines der größten Meisterwerke des Uhren- und Instrumentenmachers Peter IV. Kinzing, das er für die französische Königin Marie Antoinette fertigte und das ihm den Titel „Horloger de la Reine“, eines „Uhrmachers der Königin“ eintrug.
Anlässlich des 200. Todestages des berühmtesten Vertreters der Neuwieder Müller- und Uhrmacherdynastie Kinzing erinnert das Roentgen-Museum Neuwied mit einer Veranstaltung am Sonntag, 31. Januar um 15 Uhr im prachtvollen Festsaal an Peter Kinzing. Die Kulturjournalistin Dr. Lieselotte Sauer-Kaulbach referiert über sein Leben und Werk, seine für beide Seiten höchst fruchtbare Zusammenarbeit mit der Möbelmanufaktur von Abraham und David Roentgen, sein nimmermüdes Genie als Erfinder und Tüftler und seinen illustren Kundenkreis. Zu dem zählte auch Katharina die Große. Für eine ihrer Hofdamen, die Gräfin Schuwalowa, schuf Peter Kinzing eine von insgesamt rund 15 Apollouhren, die heute zu den Prunkstücken der reichen Roentgen- und Kinzing-Sammlung des Museums zählt.
Der Andernacher Uhrmacher und Kinzing-Spezialist Walter-Friedrich Schmidt wird nach dem Vortrag nicht nur diese Uhr vorstellen und laufen lassen, sondern auch eine der Franklin-Uhren, einen Uhrentypus im klassizistischen Gewand, den Kinzing entscheidend weiterentwickelte.
Weitere Informationen beim Roentgen-Museum, Raiffeisenplatz 1a, 56564 Neuwied, Tel. (0 26 31) 80 33 79, www.roentgen-museum-neuwied.de.
Die Apollouhr.
Eine Franklin-Uhr. Fotos: privat
