Kreistag beschließt Kooperation mit dem Rhein-Lahn-Kreis
Verwertung der Bioabfälle ist gesichert
Sankt Katharinen. Seit 1993 werden die Bioabfälle aus dem Landkreis Neuwied über die braune Tonne im Kompostwerk der Firma Scheele/Sita in Neuwied verwertet. Auf seiner letzten Sitzung der Wahlperiode in Sankt Katharinen stimmte der Kreistag einstimmig einer Zweckvereinbarung mit dem Rhein-Lahn-Kreis zu, mit der die gesetzeskonforme, hochwertige Verwertung der Bioabfälle aus dem Landkreis ab Januar 2016 langfristig zu günstigen Konditionen sichergestellt wird. Der 1. Kreisbeigeordneten Achim Hallerbach erklärte den Mandatsträgern als zuständiger Dezernent den Kurswechsel zu einer interkommunalen Zusammenarbeit.
„Aufgrund der bundesweiten Umsetzung der Getrennt-Erfassungspflicht für Bioabfälle und die gesetzliche Forderung nach einer hochwertigen Verwertung ab Januar kommenden Jahres, aber auch hinsichtlich des Bestrebens von Rheinland-Pfalz, einen Export von Abfällen zu unterbinden, ist mittelfristig bei einem privatwirtschaftlichen Angebot von steigenden Marktpreisen auszugehen“, so Achim Hallerbach. Eine Kooperation mit dem Rhein-Lahn-Kreis zur Verwertung der Bioabfälle in der Abfall-Behandlungsanlage in Singhofen erfolge dagegen auf der Basis einer Festpreisgarantie. Die Anlage zeichne sich zudem durch eine langjährige technische und organisatorische Betriebssicherheit aus und zu den handelnden Personen bestehe schon seit Jahren ein Vertrauensverhältnis. Außerdem werde die Anlage in Singhofen mit ihrer kombinierten stofflichen und energetischen Verwertung als „hochwertig“ im Sinne des Gesetzes bewertet, das sie im direkten Vergleich zur Kompostanlage sehr günstige Eigenschaften aufweise. „Die Kooperation mit dem Rhein-Lahn-Kreis bietet die höchste wirtschaftliche Attraktivität. Gegenüber anderen geprüften Varianten liegt der absolute Kostenvorteil bezogen auf den vertraglichen Zeitraum von 2016 bis 2030 für uns bei mindesten einer Millionen Euro mit der Perspektive von weiterem Einsparpotenzial“, erklärte der Kreisbeigeordnete.
Neun Gebietskörperschaften im nördlichen Kreis Neuwied hatten zuvor schon 2009 zusammen mit dem Rhein-Sieg-Kreis und der Stadt Bonn Chancen einer wirtschaftlichen Kooperation bei der Behandlung von Bioabfällen untersucht. In diese Betrachtungen waren auch private Entsorgungsunternehmen einbezogen worden. „Eine Bündelung aller Kommunen war jedoch nicht zu erreichen gewesen nicht zuletzt wegen des unterschiedlichen Preisgefüges der einbezogenen kommunalen Anlagen“, erinnerte Achim Hallerbach. Entsprechend habe die Strategiekommission die Verwaltung im Januar dieses Jahres beauftragt, vorrangig entsprechend eine Kooperation mit dem Rhein-Lahn-Kreis auszuhandeln.
Geprüft wurden die verschiedenen Möglichkeiten der Behandlung von Bioabfällen auch mit weiteren Anbietern von dem Ingenieurbüro „Gavia“, von dem auch schon die letzte Neuausschreibung der Abfall-Dienstleistungen im Kreis Neuwied betreut worden war. Die Fachleute kamen zu dem Schluss, dass die Behandlung der Bioabfälle in der Trocknungsanlage in Singhofen, in der die Abfälle aus den braunen Tonnen mechanisch behandelt, getrocknet und danach einer thermischen Verwertung zugeführt werden, besonders vorteilhaft sei. „Dieses hochwertige Verfahren, bei dem das sogenannte Unterkorn in die Kompostierung zur Herstellung von Wirtschaftsdünger geht, ist gegenüber allen anderen Varianten wirtschaftlich günstiger“; warb der Dezernent für die Zweckvereinbarung. Für diese stehe nur ein enges Zeitfenster zur Verfügung, da der Rhein-Lahn-Kreis derzeit über den weiteren Ausbau der Anlage in Singhofen nachdenke. Angesichts der langfristigen Behandlungssicherheit und der verlässlichen Gebührenstabilität spräche nichts gegen eine schnelle Entscheidung, die sicherstelle, dass die Bioabfälle des Kreises Neuwied beim Ausbau der Anlage in Singhofen berücksichtigt werden könnten, betonte Achim Hallerbach, eine Einschätzung, der sich alle Kreistagsmitglieder anschlossen.
