Bündnis 90 / Die Grünen
Viele Unfälle auf der A 3 - Abschnitt Landkreis Neuwied
Der Zustand der Wiedbachtalbrücke bei Neustadt/Wied
Kreis Neuwied. Presseberichten zufolge häufen sich die Unfälle auf dem Autobahnabschnitt der A 3 im Landkreis Neuwied. Die Steigungs- und Gefällstrecken werden immer wieder von Autofahrern unterschätzt. Viele Unfälle ereignen sich wegen zu hoher Geschwindigkeiten der Autofahrer. Vor diesem Hintergrund stellte die Landtagsabgeordnete von „Bündnis 90 / Die Grünen“, Elisabeth Bröskamp, ihre Kleine Anfrage an das zuständige Ministerium des „Innern, für Sport und Infrastruktur“.
Ihre Fragen
1. Wie haben sich die Unfallzahlen auf dem Streckenabschnitt A 3 im Landkreis Neuwied in den letzten fünf Jahren entwickelt? 2. Welche Streckenabschnitte sind besonders unfallträchtig? 3. Welche Maßnahmen sollten nach Meinung der Landesregierung ergriffen werden, um die besonders unfallträchtigen Streckenabschnitte zu entschärfen? 4. Bei wie vielen Unfällen kam es zu Personenschäden und um welche Personenschäden handelt es sich? 5. Wie beurteilt die Landesregierung ein Tempolimit von 100 km/h und ein Überholverbot für Lkw für den gesamten Streckenabschnitt der A 3 im Landkreis Neuwied? 6. Könnte durch den Neubau der Wiedbachtalbrücke (oder ihrer Verlängerung bei Neubau) die Gefährdungsstrecke (Steigungs- und Gefällstrecken) entschärft werden? 7.Mit welchen Mehrkosten für den Brückenneubau wäre dies verbunden?
Dazu die Antworten des Mainzer Innenministeriums
Im Jahr 2009 gab es in diesem Bereich 593 Unfälle, im Jahr 2013 450 Unfälle. Die Unfallkommission untersucht jährlich die unfallträchtigen Bereiche. Bei der im Jahr 2014 durchgeführten Überprüfung (Betrachtungszeitraum 2011 bis 2013) wurden folgende vier Bereiche als Unfallhäufungsstellen erkannt: Fahrtrichtung Frankfurt, bei Kilometer 42,5 bis 43,4; Fahrtrichtung Frankfurt, bei Kilometer 48,6 bis 49,1; Fahrtrichtung Köln, bei Kilometer 48,5 bis 49,5 und Fahrtrichtung Köln, bei Kilometer 44,2 bis 45,6. In den meisten Abschnitten ist die Unfallursache nicht angepasste Geschwindigkeit. Diese hängt auch mit der besonderen Topografie (Steigungs- und Gefällstrecken) der Strecke im Kreis Neuwied zusammen. Das Land hat bereits verschiedene Maßnahmen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit in diesen unfallträchtigen Bereichen ergriffen. Im Fünfjahreszeitraum der Jahre 2009 bis 2013 kam es zu 325 Unfällen mit Personenschäden. Die Unfälle teilen sich auf in sieben Unfälle mit Getöteten, 76 Unfälle mit Schwerverletzten und 242 Unfälle mit Leichtverletzten. Insgesamt wurden 534 Personen bei den oben genannten Unfällen verletzt. Es gab elf Tote, 103 Schwerverletzte und 420 Leichtverletzte.
Unter Beachtung dieser bundesrechtlichen Vorgaben wurden die im Streckenabschnitt der A 3 im Landkreis Neuwied bestehenden unfallauffälligen Bereiche von den örtlich zuständigen Fachdienststellen überprüft und dazu bereits verschiedene Maßnahmen ergriffen.
Ein generelles Tempolimit von 100 km/h und ein Lkw-Überholverbot für den gesamten, etwa 30 km langen Streckenabschnitt der A 3 im Landkreis Neuwied, ist aufgrund der rechtlichen Vorgaben deshalb in einer solchen Pauschalität nicht mit der Straßenverkehrsordnung vereinbar.
Die jetzige Planung für den Neubau der Wiedbachtalbrücke sieht vor, das Längsgefälle zu reduzieren. Ein Mitarbeiter des LBM sprach gegenüber der Presse bei dieser Maßnahme von Mehrkosten in Höhe von 50 Mio. Euro.
Wie weit dies aufgrund der topografischen Gegebenheiten und des Landschaftsbildes möglich ist, wird die weitere Planung zeigen. Eine Verbesserung der Verkehrssicherheit wird damit erwartet. Aufgrund des frühen Planungsstadiums liegen derzeit noch keine belastbaren Kosten vor.
„Die Auskünfte zur Wiedbachtalbrücke sind völlig unzureichend. Es ist schon erstaunlich, dass man weiß, wie hoch in etwa die Mehrkosten einer Maßnahme sein werden, wenn die Maßnahme an sich noch nicht kostenmäßig beziffert werden kann. Es wird sicherlich Brückenbauten ähnlicher Art in Deutschland geben, sodass man schon schätzen können sollte, ob es ca. 500 Mio. oder weit mehr als 1 Mrd. Euro kosten wird. In jedem Fall ist klar, dass es sich hier um ein riesiges Bauvorhaben handeln wird, welches auch nicht mehr in die ferne Zukunft verschoben werden kann. Eine konkrete Antwort will derzeit wohl niemand geben. Der LBM nicht und das Bundesverkehrsministerium auch nicht,“ so Elisabeth Bröskamp abschließend.
Ihre erste Kleine Anfrage zum Zustand der Wiedbachtalbrücke hatte Elisabeth Bröskamp (MdL) kurz nach ihrem Einzug in den Mainzer Landtag (im Jahr 2011) im Januar 2012 bereits eingereicht.
Pressemitteilung
Elisabeth Bröskamp, MdL
