Neuerburg-Schüler im Reich der heimischen Burgen- und Sagenwelt
Von Burgen, Prinzesinnen und Goldschätzen
Niederbreitbach. Einmal in die vergangenen Zeiten unserer Heimat eintauchen. Dies war das Projekt der Niederbreitbacher Viertklässler. So wurden historische Stätten und Denkmäler besucht und deren historische Bedeutung ergründet, wie etwa das Hochwasser-Ehrenmal in Hausen, das Fliegerdenkmal im Fockenbachtal oder die Stelen zur Erinnerung an die Niederbreitbacher Ordensgründer in der Niederbreitbacher Ortsmitte. Besonders interessiert waren die Schüler an der heimischen Sagenwelt. Was lag also näher, als diese Orte magischen Geschehens zu erkunden. So war ein Ziel die Verscheider Höhe. Hier lauschte man gespannt der Sage vom „Schäfers Kreuz“. Aus ihr geht hervor, dass an diesem verlassenen Ort ein Schäfer beim Verteidigen seiner Schafe in bitterkalter Winternacht von zwei dunklen Gestalten brutal ermordet wurde. Das weiterhin sichtbare „Schäfers Kreuz“ erinnert heute noch an dieses Geschehen. Das Fockenbachtal ist besonders reich an Sagen. Ziel war hier die bis vor 200 Jahren betriebene Glashütte, von der heute noch Mauerreste zeugen. Hier las der Lehrer die Sage „Der Teufel in der Glashütte“ vor. Mitten in den Resten der ehemaligen Glasöfen konnte sich jeder gut vorstellen, wie ein Zecher beim Anblick der rußgeschwärzten Arbeiter der Glashütte glaube, in der Hölle zu sein.
Die Neuerburg
Natürlich durfte zum Grundschulabschluss an der Neuerburg-Schule ein Besuch der sagenumwobenen Neuerburg, der Namensgeberin der Niederbreitbacher Grundschule, nicht fehlen. Die Burgherrin, Frau Weiler, empfing die Schüler im Vorgelände und erläuterte ihnen die Entstehung der Burg. Im Burggelände selbst erzählte Frau Weiler viel Interessantes zur Baugeschichte, zum Leben auf der Burg und auch zur Gräfin Mechtildis, die vor etwa 800 Jahren viele Jahre auf ihrer Lieblingsburg lebte. Ein Höhepunkt war sicher die spannende Besteigung des Bergfrieds, dessen dunkles Innere Frau Weiler zuvor mit Kerzen ausgeleuchtet hatte. Vom Turm hatte man bei herrlichem Wetter einen überwältigenden Blick auf die Dörfer und die Landschaft der Heimat. Im Rittersaal lauschte die Gruppe dann den weiteren Erzählungen Frau Weilers. Ihr Vater, Theo Jung, hatte die Burg im Jahre 1919 erstmals kennengelernt und sie in einem sehr schlechten Zustand vorgefunden.
Durch Beschuss im Dreißigjährigen Krieg und durch natürlichen Verfall war sie zu einer Ruine geworden. Granattreffer im zweiten Weltkrieg kamen schließlich noch dazu. Vor etwa 60 Jahren begann Theo Jung damit, die Burg wieder aufzubauen und zu kartieren. Er machte Ausgrabungen und erforschte die Burggeschichte. Es war sein Lebenswerk. Frau Weiler und ihre Familie führen das Vermächtnis von Theo Jung fort. Die Schüler waren beeindruckt von diesem großen Einsatz zum Erhalt eines wichtigen historischen Bauwerkes unserer Heimat. Natürlich trug sich jeder noch vor dem Abschied von der Neuerburg in das „Goldene Burg-Buch“ ein.
Sagenhafte Geschichten
Spannend war es, nach dem Besuch der Burg die Sage „Die verwunschene Prinzessin von der Neuerburg“ zu hören, die auch heute noch als Frosch im Fockenbachtal lebt und auf ihre Erlösung wartet.
Auch die Sage „Der Goldschatz im Fockenbachtal“, in der eine Adlige auf dem Weg zur Neuerburg aus Habgier ermordet wird, durfte nicht fehlen. An der Stelle der Untat leuchtet auch heute noch des Nachts ein Licht.
Hier soll auch ein Goldschatz vergraben liegen. Natürlich kannte der Lehrer genau diese Stelle und so manchem Schüler lief es auch am helllichten Tag kalt über den Rücken. Für die Viertklässler war es eine interessante und spannende Zeitreise in die Vergangenheit und die Sagenwelt der Heimat.
Die Burgherrin, Frau Weiler, empfing die Schüler im Vorgelände und erläuterte ihnen die Entstehung der Burg. Im Burggelände selbst erzählte Frau Weiler viel Interessantes zur Baugeschichte, zum Leben auf der Burg und auch zur Gräfin Mechtildis, die vor etwa 800 Jahren viele Jahre auf ihrer Lieblingsburg lebte.Foto: privat
