Allgemeine Berichte | 29.09.2015

Römerwelt bot Erlebnistag zu Vermessungstechniken

Was sind Groma und Chorobat?

Besucher lernten antike Gerätschaften und Werkzeuge kennen

Die Besucher erhielten einen Einblick in römische Vermessungstechniken.

Rheinbrohl. Um römische Vermessungstechniken ging es in der Rheinbrohler Römerwelt. Auf dem Außengelände des Erlebnismuseums, wo normalerweise Auxiliare (Hilfstruppen römischer Legionen) paradieren, waren römische Gerätschaften zu sehen. Diese zogen vor allem kleine und große Technikbegeisterte in den Bann.

„Handliche“ Wasserwaage

„Das Gelände ist nicht flach wie ein Teller, deshalb brauchten die Römer damals schon eine Wasserwaage“, erklärte Karl Volland. Volland, Dirk Krämer und Karin Funke gehören der Auxiliartruppe „Cohors I Germanorum“ aus dem Großraum Hannover an und kennen sich besonders gut mit Vermessungstechniken aus. Auf Einladung der Römerwelt verbrachten sie zwei Tage in dem Museum, um Techniken aus der Römerzeit vorzustellen. So ließen sich die Besucher die Replik einer Wasserwaage (Chorobat) erklären. „Ein sechs Meter langer Balken mit einer Wasserrinne, die nicht ganz bis an die Enden des Balkens reichte. Zudem hing an allen vier Ecken der Waage jeweils ein Lot. Ging allerdings ein bisschen Wind, konnten die Römer das Peilen vergessen“, scherzte Volland. Doch mit der Erfindung des Messkreuzes hätte das römische Volk später eine Lösung gefunden. Leider gebe es keine original erhaltenen Vermessungsinstrumente, weil die Geräte aus Holz gefertigt waren. Vieles sei Hypothese, jedoch existierten bildliche Darstellungen auf römischen Grabsteinen.

Von Uhren und Zeitzonen

Ähnlich wie Wasserwaagen weiterentwickelt wurden, gab es auch Fortschritte bei der Zeitmessung. „Die Uhr funktionierte ähnlich wie eine Sonnenuhr mit einem Pin auf einer Scheibe. Hielt man sie in der Sonne, warf der Pin einen Schatten auf ein darunter liegendes Gitternetz, auf dem die Stunden abgelesen werden konnten. Allerdings brauchten die Römer zunächst für jede Provinz und Breitengrad eine andere Uhr.“ Mit dem Nachfolgemodell sei die Zeitmessung um einiges leichter geworden. „Später haben die Römer eine Uhr entwickelt, mit der man auch die Breitengrade einstellen konnte. Somit brauchten sie nur noch eine Uhr, egal, in welcher ihrer Provinzen sie sich gerade aufhielten.“

Multifunktionstool der Antike

Dass die Römer ihre Winkelmesser Groma nannten und welche Messinstrumente es sonst noch so gab, erfuhren die Besucher in der Römerwelt. Mit ihrem Kombi-Taschenmesser, das Löffel, Olivenpicker, Fleischspieß und Messer vereint, waren die Römer den Schweizern voraus. An beiden Tagen stellte zudem die ortsansässige Cohorte XXVI. Broele Trans Rhenum das römische Handwerk vor. An einem Stand wurde gezeigt, wie bunte Bänder für Gewänder, Gürtel oder Armschmuck gefertigt wurden. Neben Drechslerei und Holzziehbank gab es auch einen Stand mit Lederhandwerk, Schmiedearbeiten, Schmuck und vielem mehr. Wer Lust hatte, konnte nicht nur an den technischen Vorführungen auf dem Außengelände, sondern auch an Führungen durch das gesamte Erlebnismuseum teilnehmen. Bei den Rundgängen erläuterte Museumspädagogin Claudia Hippler-Born Wissenswertes über die römischen Befestigungsanlagen und die Lebensweise im Lager der Auxiliare.

Mit bunten Bändern statteten die Römer ihre Gewänder aus.

Mit bunten Bändern statteten die Römer ihre Gewänder aus.

In der Römerwelt wurden Drechselarbeiten gezeigt.

In der Römerwelt wurden Drechselarbeiten gezeigt.

Die Besucher erhielten einen Einblick in römische Vermessungstechniken.

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