Allgemeine Berichte | 24.02.2015

Hans Gerzlich verwandelte den Rittersaal des Hotels „Zur Post“ in Waldbreitbach zu einer Weltbühne des Kabaretts

Wie ein „bombastisches“ Feuerwerk

Volle zwei Stunden zog Kabarettist Hans Gerzlich die Zuhörer im Rittersaal in seinen Bann.privat

Waldbreitbach. Die Kleinkunstbühne im Rittersaal des Hotels „Zur Post“ wurde wahrlich zu einer Weltbühne des Kabaretts. Der Geschäftsführer des Hotels „Zur Post“, Hajo Reuschenbach, begrüßte die Zuhörer im voll besetzten Rittersaal und verwies mit warmherzigen Worten auf den tiefsinnigen Kabarettisten Hans Gerzlich, dem nun wahrlich der Abend gehörte.

Unnachahmliche Art

Der Diplom-Ökonom Gerzlich, der er wirklich ist, berichtete in seiner unnachahmlichen Art über Wirtschaft, Politik und seine vielen gesammelten Erfahrungen aus seiner mehrjährigen Büroarbeit, unter anderem als Referent in einem großen Wirtschaftsunternehmen. In seinen Vorträgen verarbeitet der Kabarettist und Comedian schwerpunktmäßig seine Erfahrungen und Erkenntnisse aus seinem früheren Berufsleben. Wie er hintergründig anmerkte: „Wenn du als Unternehmensberater und Anlagenberater keine Zukunft siehst, solltest du einfach Kabarettist werden.“ Sicherlich eine weise Entscheidung eines Mannes, der mit seiner Themenvielfalt wie ein „bombastisches“ Feuerwerk auf das Publikum einwirkte, das während der zweistündigen Veranstaltung vollauf Weise begeistert war.

Es war rundum ein toller Vortrag, den Gerzlich ohne jegliche Vorlage hielt. Kurzum: ein Rednerkünstler der allerersten Güte. Schlagfertig, tiefgründig und mit vielen Lebensweisheiten sowie einer unübertrefflichen Beobachtungsgabe aus und über die Arbeit in der Bürowelt.

Er legte den Finger auf die Wunde, was bedeutet, er sieht, beobachtet, macht sich Gedanken und lässt sich von oberflächlichen Medienbetrachtungen nicht in die Irre führen. Insofern war es auch nicht verwunderlich, dass sich die Zuhörer in vielen Passagen des Vortrags wiederfanden - bei Dingen, die sie einfach so oder ähnlich selbst erlebt haben.

Humor der feinsinnigen Art

Der Vortrag war ein Sprühfeuer von trockenen Sprüchen, die so treffend waren, dass sich die Zuhörer fragten: Hat er das alles erlebt? Ist der Mann „echt“? Es war ein Humor der feinsinnigen Art, mit vielen hintergründigen Aussagen als Patient in einem Ärzte-Wartezimmer, der sich Gedanken über mediale Aussagen machte und sie nur mit einer „menschlichen Logik“ einfach ad absurdum stellte.

Nach der Pause folgte der Garderobenwechsel zum Jeanstyp. Bei der rasch wechselnden Themenpalette hatte es sogar der Chronist schwer, alle Aussagen und Pointen dieses Feuerwerks an Worten schnell zu Papier zu bringen. Ob Angela Merkel oder Sigmar Gabriel oder gar Politiker in den unterschiedlichsten Funktionen, sie alle wurden allein mit ihren Aussagen „porträtiert“. Sie gaben in letzter Konsequenz letztlich eine - durchaus andere - Sichtweise wieder, die den Zuhörer mehr als nachdenklich stimmten. Aber auch politische Entwicklungen wurden durch die besondere Darstellungsform vom begnadeten Gerzlich zumindest von einer anderen Seite gesehen und nicht so, wie diese von den Medien schon fast in monotoner Manier des Verlautbarungsjournalismus (so wie sich die Politiker gern sehen) vermittelt werden.

Einfach köstlich Gerzlichs Betrachtungen zur alltäglichen Büroarbeit mit all ihren Tücken, Verschleierungstechniken und auch Unwissenheit, die durch geschicktes Taktieren und Schwafeln der Mitarbeiter raffiniert „überspielt“ werden. Und dann kommen noch die großen „sogenannten“ Experten hinzu, denn oft sagen Bauernregeln mehr beziehungsweise meinen in Kurzform das Gleiche, was Wirtschaftsweisen nach monatelanger Arbeit auf Hunderten von Seiten zu Papier bringen.

Eine Büroarbeit kann so manches Mal auch wie ein Ökosystem gesehen werden, wo alles Hand in Hand gehen sollte. Aber auch hier ist uns die Natur in ihrer funktionierenden Vielschichtigkeit und des optimalen Zusammenwirkens überlegen. Die Natur und die Tierwelt, die sich oft intelligenter als Menschen im Büro verhalten, sollte nur genauer beobachtet werden.

Dann merkt jeder sehr schnell, dass die Menschen das Zusammenspiel in der Natur nicht voll begriffen haben, denn sie haben das System Arbeit mit seinen Hierarchien, den Faktoren Zeit und Prioritäten, die eigentlich reibungslos wie die Natur funktionieren sollten, zu einem seltsamen „Spiel“ umgemünzt. Nicht die Arbeit macht einen kaputt, sondern es ist das oft unkoordinierte Arbeiten. Die Ungewissheit - auch über das Morgen - treibt einen redlichen Mitarbeiter fast in den Wahnsinn, so Gerzlich.

Geistreicher Redner

Ob dabei die Einkommenshöhe von der Schuhgröße abhängt, sei dahingestellt. Die vielen satirisch-geistreichen Kurzbetrachtungen des Kabarettisten der „ersten Reihe“ zu allerlei Unsinn und betriebswirtschaftlichen Abläufen waren Kabarett vom Feinsten. Dargeboten von einem sehr sympathischen, geistreichen und berufserfahrenen Redner, ein Mensch wie Du und Ich, der die Zuhörer voll in seinen Bann zog. Kurzum: ein Wirtschaftskabarett der allerersten Güte, der die kleine Waldbreitbacher Rittersaalbühne zur wortgewaltigen bedeutenden Bühne machte, deren Bretter die Welt bedeuten.

Weiter geht es im Hotel „Zur Post“ am Sonntag, 8. März, mit Felix Janosa und seinem Programm „Giftschrank - alles muss raus“. Karten gibt es unter Tel. (0 26 38) 92 60.

Volle zwei Stunden zog Kabarettist Hans Gerzlich die Zuhörer im Rittersaal in seinen Bann.Foto: privat

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