Entlaufene Stachelschweindame ist wieder zu Hause im Neuwieder Zoo
„Wiedersehen macht Freude“
Neuwied. Jede Ankunft eines neuen Tieres wird im Zoo Neuwied mit großer Freude begrüßt. Aber die Freude über die Rückkehr eines vermissten Tieres ist noch größer, wie die Mitarbeiter feststellen konnten: Das junge weibliche Stachelschwein, das in der Nacht vom Karfreitag auf Ostersamstag aus seinem Gehege verschwand, wurde gefunden. „Wir wussten, dass sich das Tier in der Gegend um Isenburg aufhielt, also immerhin etwa 5 km vom Zoo entfernt“, erzählt Biologin Alexandra Japes. „Das Tier wurde dort mehrere Tage hintereinander an unterschiedlichen Stellen gesichtet, allerdings immer nur kurz. Solange es nicht irgendwo festgesetzt werden konnte, hatten wir in dem dicht bewaldeten Gebiet keine Chance es zu finden und einzufangen“. Am 29. April wurde das Tier dann in einem leer stehenden Mehrfamilienhaus gefunden, als eine Immobilienmaklerin einen Kaufinteressenten durch die Räume führte - und zwar im ersten Obergeschoss. „Wir gehen davon aus, dass das Stachelschwein seit etwa vier Tagen in dem Gebäude war, vermutlich kam es die Treppe nicht wieder herunter. Es hat sich also gewissermaßen selbst festgesetzt“, schmunzelt Frau Japes, und fügt ernster hinzu: „Wie alle Nagetiere brauchen Stachelschweine sehr regelmäßig Futter und Wasser, das Tier hatte in dem Haus mehrere Tage nichts gefressen und getrunken.“ Deshalb wirkte das junge Weibchen fast erleichtert, als es von einer Gruppe Zoomitarbeiter abgeholt wurde, und ließ sich ohne Gegenwehr in die Transportbox führen. Zurück zu Hause sitzt es nun zunächst in Quarantäne, um es kontrolliert aufpäppeln zu können und auszuschließen, dass es sich bei seinem Ausflug Parasiten oder andere Krankheiten zugezogen hat. In naher Zukunft wird es dann wahrscheinlich an einen anderen Zoo abgegeben. „Aus unserem Stachelschweingehege ist in den 20 Jahren seit seiner Eröffnung kein Tier entkommen, ich hätte immer behauptet, es sei ausbruchsicher“, berichtet Alexandra Japes mit einem Augenzwinkern. „Nun werden wir natürlich weitere Maßnahmen treffen, um solche Vorfälle in Zukunft zu verhindern. Bis dahin sind wir aber froh, wenn keiner den anderen zeigt, wie es geht“.
Pressemitteilung Zoo Neuwied
