Sozialverband VdK - Kreisverband Neuwied
Winter-Depression gefährlich bei Einsamkeit im Alter
Sozialverband VdK rät: Symptome ernst nehmen und Arzt kontaktieren
Kreis Neuwied. „Das trübe, dunkle Herbstwetter fördert Depressionen. Das kann vor allem ältere Menschen, die einsam oder krank sind, schnell aus der Bahn werfen“, warnt Hans Werner Kaiser, Vorsitzender des VdK-Kreisverbands Neuwied. „Deswegen sollten Senioren bei ersten Anzeichen sofort gegensteuern. Falls nötig, müssen sich auch die Angehörigen einschalten.“ Mediziner bezeichnen als typische Alarmsignale beispielsweise schlechte Laune, Reizbarkeit, Traurigkeit, Schlaflosigkeit, Müdigkeit, Antriebslosigkeit und manchmal Heißhunger. Falls diese Verhaltensänderungen zum Dauerzustand werden, sollten Betroffene auf jeden Fall einen Arzt aufsuchen.
Unerkannte Depressionen führen im schlimmsten Fall zu Selbstmorden, und ältere Menschen nehmen sich häufiger das Leben. Laut Statistischem Landesamt gab es in Rheinland-Pfalz vergangenes Jahr insgesamt 520 Suizide. In der Altersgruppe der 30-Jährigen brachten sich drei von 100.000 um, in der Altersgruppe der über 80-Jährigen aber 31 von 100.000.
Damit liegt die Selbstmordrate bei den Hochbetagten nahezu zehn Mal höher als bei der jüngeren Generation.
„Gerade Senioren spielt das Leben oft übel mit“, weiß Kaiser. „Der Ehepartner oder gute Freunde sterben, man wird sich der eigenen Vergänglichkeit bewusst, Körper und Geist machen nicht mehr so mit wie früher. Kommt eine Winter-Depression dazu, werden die Betroffenen im wahrsten Sinne des Wortes lebensmüde.“ Daher sei es wichtig, jede Depression sofort zu behandeln und früh einzudämmen.
Ursache der Herbst-Winter-Depression sind Tageslichtmangel und sinkende Temperaturen. Dem Gehirn fehlt das „Glückshormon“ Serotonin, außerdem gerät die „innere Uhr“ aus dem Takt. Dadurch werden die Betroffenen müde, schlapp und schlecht gelaunt. Das geschieht oft zwischen Oktober und März. Im Anfangsstadium nennt man dieses Tief lediglich einen „Winter-Blues“. Gegen diese „Mini-Depression“ empfehlen Fachleute frische Luft, einen geregelten Tagesablauf und Lichttherapie. Verstärken sich die Symptome, gibt es entsprechende Medikamente. Beratung und Hilfe bietet unter anderem die Telefonseelsorge unter der Tel. (08 00) 11 10 111 oder (08 00) 11 10 222.
Der Sozialverband VdK, Kreisverband Neuwied, zählt derzeit über 5.900 Mitglieder in 26 Ortsverbänden. Bundesweit ist er mit 1,6 Millionen Mitgliedern, davon 184.000 in Rheinland-Pfalz, der größte Sozialverband in Deutschland. Getreu dem Motto ‚Wir sind an ihrer Seite‘ bietet er seinen Mitgliedern Beratung, Rechtsschutz, Dienst- und Serviceleistungen in allen sozialen Angelegenheiten, so u.a. auch im Bereich der Pflegeversicherung.
Weitere Informationen zu den Angeboten des Sozialverbandes VdK sind in der Kreisgeschäftsstelle Neuwied, Eduard-Verhülsdonk-Straße 2, Tel. (0 26 31) 2 32 58 oder im Internet unter www.vdk.de bzw. www.vdk.de/kv-neuwied zu erhalten.
