Mike Rockenfeller fuhr beim Finale in Hockenheim nur auf Rang 16 - Titel stand schon seit Zandvoort fest
„Wir waren heute nicht schnell genug“
Hockenheim/Neuwied. Traditionell endete die spannende DTM saison 2013 auch dort, wo sie begonnen hatte. Auf dem 4,574 km langen Rennkurs im badischen Hockenheim standen auch beim Finale wieder 42 Runden auf dem Programm bei gleichem Streckenverlauf vom Auftaktrennen. Der schon seit Zandvoort feststehende Champion, der 29-jährige Neuwieder Mike Rockenfeller freute sich ebenfalls auf das Finale. „Nach all den Feiern und all der Presse- und PR - Arbeit freue ich mich endlich wieder aufs Gas geben, nachdem ich den gewonnenen Titel nach wie vor in jeder Pore spüre. Ich kann es kaum erwarten, wieder hinter dem Lenkrad meines Audi RS 5 DTM zu sitzen. Mein Team Phoenix Racing und ich wollen hier beim Finale Hockenheim nochmal voll angreifen. Das heißt, dass ich das Rennen unbedingt gewinnen will. Denn beim ersten Rennen 2013 hier an gleicher Stelle bin ich nur achter geworden. Es geht ja nicht nur um den Sieg für mich, sondern die Teammeisterschaft steht ebenso ganz oben auf der Liste. Natürlich zählt auch die Herstellerwertung, deshalb habe ich drei Supergründe zur vollsten Konzentration. Und ganz ehrlich, jeder Rennfahrer will beim letzten Saisonrennen das Bestmögliche rausholen. Ich erwarte ein sehr spannendes Rennen in Hockenheim“, so der gelernte KFZ Mechaniker aus dem Stadtteil Niederbieber. Bei besten Bedingungen lief es schon am Freitag beim freien Training nicht ganz rund bei Rockenfeller und auch das Qualifying vor über 50000 DTM Fans bescherte dem Neuwieder nicht die gewohnte gute Platzierung , denn mit Rang 9 konnte „Rocky“ nicht zufrieden sein. „Es war von Anfang an schwierig, und wir waren nie vorne mit dabei. Natürlich ist es schade, auf Rang neun zu stehen. Ich wollte den vielen Fans zum Abschluss nochmal zeigen, dass ich mich für das Rennen ganz vorne platzieren kann. Das ist mir nicht gelungen, und deshalb bin ich schon sehr enttäuscht über das gebotene Qualifying heute. Ich hatte mir viel mehr erhofft. Aber wir wissen, wenn es in der DTM nicht perfekt läuft, dann kann man nicht vorne stehen. Ich gebe aber nicht auf und versuche ein gutes und sauberes Rennen zu fahren.“
In einem Rennen über 42 Runden starteten die DTM Piloten bei äußerst schwierigen Wetterbedingungen, denn es regente seit dem Morgen und erst kurz nach dem Start schloss der Wettergott seine Schleusen. Schon der Start war nicht gut für Rockenfeller und fiel buchstäblich ins Wasser, aber auch andere hatten mit den Wassermassen auf der Piste zu kämpfen. Das DTM Feld wurde kräftig durcheinandergewürfelt. Es führte der Canadier Bruno Spengler auf BMW M3. In der Folgezeit drehten sich in erster Linie Markenkollegen wie beispielsweise Rockenfeller mit dem Franzosen Adrian Tombay. Nach knapp zehn Umläufen war die Hälfte des Feldes bereits zum Boxenstopp abgebogen. Auf der j
etzt leicht abtrockneten Strecke verbesserten sich die Rundenzeiten, die Duelle um die Positionen blieben am Limit und sorgten bei den gut 70.000 Zuschauern am Rennsonntag für reichlich action. So viel Lackaustausch wie beim diesjährigen Finale gab es sonst nirgendwo in einem der abgelaufenen Saisonrennen. In der turbulenten Schlussphase setzten einige Piloten auf Optionsreifen und verwachsten, denn der Regenreifen war die viel schnellere und richtige Option. So musste auch Rockenfeller mir den Optionsreifen den Kürzeren ziehen und landete am Ende nur auf dem 16. Gesamtrang. Es siegte der Ex Formel 1 Pilot Timo Glock auf BMW M3 vor Roberto Merhi auf Mercedes AMG sowie dem Canadier Bruno Spengler auf BMW M3.
Am Ende überwog bei der Pokalübergabe für den DTM - Titel zwar die Freude. Den Frust über Rang 16 konnte der Neuwieder aber nicht verbergen. Erstmals blieb er in dieser Saison in einem DTM - Rennen ohne Punkte. Doch über den Meisterpokal und die gewonnene Teamwertung für sein Audi Sport team Phoenix, darüber freute er sich sehr. „Mein Rennen heute war schlecht. Das fing schon beim Start an, der nicht gut verlief. Heute waren wir nicht schnell genug und hatten am Ende die falsche Reifenwahl. Wir sollten aber nicht den Kopf hängen lassen. Immerhin haben wir die Teamwertung und natürlich den Fahrertitel gewonnen. Damit konnte man vor der Saison nicht unbedingt damit rechnen“, so ein enttäuschter Rockenfeller.
In der Abschlusstabelle ergibt sich folgender Endstand: DTM Champion mit 142 Punkten Mike Rockenfeller auf Audi RS 5 DTM, zweiter Augusto Farfus (Brasilien) auf BMW M3 mit 116 Zählern und dritter der Canadier Bruno Spengler auf BMW M3 mit 82 Punkten.
Die Teamwertung gewinnt Rockenfellers Team Audi Sport Team Phoenix mit 161 Punkten vor BMW Team RBM mit 148 Zählern und AMG Mercedes mit 147 Punkten. Auch Rockenfellers Teamchef Ernst Moser äußerte sich zur abgelaufenen Saison: „Wie bewerten Sie den Titelgewinnn von Mike Rockenfeller?“ „Eigentlich sagt man ja immer, dass der erste Titel der schönste wäre. Aber dass wir jetzt beweisen konnten, dass der DTM Titel 2011 kein Zufall war, sondern das Ergebnis harter und guter Arbeit, macht den jetzigen Titel noch schöner. Der Mike gehört schon immer zu den ganz schnellen Fahrern in der DTM. Er ist in der Lage, seine Leistung auf den Punkt abzurufen. In dieser Saison hat mich als Teamchef besonders beeindruckt, wie clever er gefahren ist. Er kämpfte, wenn es notwendig war, wusste aber auch, wann es besser war, zurückzustecken. Außerdem beherrscht er die Kunst, mit seinen Reifen, besonders den Optionsreifen, immer am Limit zu fahren, ohne die Pneus überzustrapazieren. So war er zu jedem Zeitpunkt auf der Strecke schnell. Natürlich sind wir enttäuscht vom Finalrennen hier in Hockenheim, freuen uns aber mit der gesamten Mannschaft über den gewonnenen Pokal für das Audi Sport Team Phoenix.“
Mike Rockenfeller gewann die DTM trotz Platz 16 n Hockenheim.
